Andreas Utz, Geothermie Traunreut, Jörg Uhde, Pfalzwerke geofuture GmbH, Laura Spitzmüller, KIT, Andreas Lederle, Geothermie Unterhaching Produktions GmbH & Co., Dr. Christian Pletl, SWM Services GmbH (v.l.n.r.)

Praxisforum Geothermie-Bayern: Unterhaching und Traunreut gewinnen geothermische Energiepreise Bayern - Christian-Hecht-Preis geht an Nachwuchswissenschaftlerin vom KIT

(PM) Mit rund einer Terrawattstunde (TWh) Wärme könnten die Geothermieanlagen in Bayern 2019 rein rechnerisch ein Fünftel des Wärmebedarfs im Landkreis München decken. Bei der Stromproduktion sind es schon über 5.4 Prozent. Das Potenzial ist indes deutlich höher. Auch in diesem Jahr wurden auf dem Praxisforum Geothermie-Bayern am 14. Oktober in Pullach wieder die besten Anlagen in den Kategorien Strom und Wärme ausgezeichnet. Mit dem Christian-Hecht-Preis wurde die beste nachwuchswissenschaftliche Arbeit prämiert.


Das Ergebnis der Betreiberumfrage durch den Veranstalter des Praxisforums, die Enerchange GmbH & Co. KG, stellte deren Geschäftsführer Dr. Jochen Schneider nach der Mittagspause vor. Daraus ergab sich, dass die beste Geothermieanlage in Bayern im abgefragten Zeitraum beeindruckende 8300 Volllaststunden erreichte – ein Jahr hat 8760 Stunden, somit lief die Anlage fast durchgehend. Ein weiteres geothermisches Heizwerk konnte 2019 über 150‘000 Megawattstunden (MWh) Wärme für die Fernwärmeversorgung produzieren.

114‘000 Megawattstunden Strom
Und auch in der Stromerzeugung waren die Zahlen beachtlich. Die Geothermiekraftwerke in Bayern zeigten Verfügbarkeiten von über 7500 Stunden. Insgesamt produzierten die fünf Anlagen 114‘000 Megawattstunden klimafreundlichen Strom. Hier ist in den nächsten Jahren ein deutlicher Zuwachs zu erwarten, da weitere Anlagen inzwischen ans Netz gegangen sind oder wie die Anlage in Garching an der Alz im November ans Netz gehen sollen. Für die Landkreise in Oberbayern bietet die Geothermie hervorragende Chancen zur Dekarbonisierung der Wärme- und Stromversorgung. Das Potenzial ist noch lange nicht erschöpft, wie ein Vortrag von Dr. Maximilian Keim am Vormittag des Praxisforums verdeutlichte

Die Ergebnisse der Betreiberumfrage waren wie schon in den Vorjahren die Grundlage für die Verleihung der geothermischen Energiepreise Bayern. Bewertet wurden dabei unter anderem die Volllaststunden und die erzeugte Energiemenge.

Preiswürdige Geothermieanlagen: Unterhaching und Traunreut
Die Auszeichnung für die beste geothermische Wärmeleistung erhielt in diesem Jahr die Erdwärme Grünwald für die Geothermieanlage in Unterhaching (siehe ee-news.ch vom 26.10.10 >>). „Im Nutzungsverbund mit Unterhaching haben Sie das Potenzial des Verbundes deutlich erhöht“, so Jörg Uhde von der Pfalzwerke geofuture GmbH in seiner Laudatio. „Dafür gebührt Ihnen diese Anerkennung.“ Geschäftsführer Andreas Lederle nahm die Auszeichnung entgegen und gab das Lob direkt an sein Team weiter: „Ein entscheidender Punkt ist auch, dass wir nicht auf die maximale Wärmeleistung fahren. Wichtig ist es uns vor allem, unsere Kundinnen und Kunden konstant und zuverlässig zu beliefern.“

Als bestes geothermisches Kraftwerk wurde die Geothermie Traunreut ausgezeichnet. „Geothermie ist ein wichtiger Beitrag für die öffentliche Daseinsvorsorge“, würdigte Uhde die Preisträger. „In Traunreut paart sie sich mit unternehmerischem Mut und Durchsetzungsvermögen.“ Für die Geothermie Traunreut war der technische Betriebsleiter Andreas Utz nach Pullach gekommen, der sich für die Wertschätzung bedankte: „Viele kleine Schritte führen zum Ziel. Und auch in Traunreut ist es eine Leistung der gesamten Mannschaft.“

Innovative Forschung zur Lithiumextraktion
„Es ist wichtig, das Wissen an die nächste Generation weiterzugeben“, leitete Dr. Christian Pletl von der SWM Services GmbH die Verleihung des Christian-Hecht-Preises ein. „Der 2017 verstorbene Geothermie-Pionier hätte die nach ihm benannte Auszeichnung absolut gutgeheissen.“ Dieses Jahr konnte Laura Spitzmüller vom KIT den Preis erringen. „Ihre Arbeit vereint innovativen Charakter, methodologische Klarheit und Praxisrelevanz“, erklärte Pletl die Wahl der fünfköpfigen Jury von Industrievertretern.

Die Arbeit „Thermalwasseraufbereitung für die Rohstoffextraktion: Reduktion der SiO2-Konzentration“ forscht an Verfahren zur Lithiumextraktion – ein für die Elektromobilität wichtiges Element. Neben einem Preisgeld von 1000 Euro, gestiftet von den Pfalzwerken geofuture, der GDMB und Enerchange, erhielt Laura Spitzmüller die Gelegenheit, ihre Arbeit vor einem fachkundigen Publikum zu präsentieren, welche sie bravourös nutzte.

Weitere Informationen www.praxisforum-geothermie.bayern >>

Text: Praxisforum Geothermie-Bayern

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