In Abhängigkeit der Dauer der Corona-Pandemie und seiner Auswirkungen, der Entwicklung des Kapitalmarktes sowie der Wasserführung bis zum Jahresende könnte der für 2020 geplante EBIT deutlich unterschritten werden.

Energiedienst Holding: Halbjahresergebnis trotz Corona mit besserem operativem Ergebnis - Wertschriften Performance drückt EBIT

(PM) Im ersten Halbjahr 2020 erhöhte sich der Betriebsertrag der Energiedienst Holding AG deutlich. Er stieg im Vergleich zur Vorjahresperiode um 49 Millionen Euro auf 532 Millionen Euro. Eine positive Preisentwicklung im Vertriebsgeschäft Strom, die gestiegenen Stromhandelsmengen, ein Anstieg der durchlaufenden regulatorischen Geschäfte sowie höhere Netznutzungserlöse führten im Wesentlichen zu diesem Anstieg. Doch aufgurnd der Corona-Pandemie wird das für das Geschäftsjahr 2020 angestrebte EBIT in Höhe von 41 Mio. Euro nicht erreicht.


Ebenso erhöhte sich der Gesamtstromabsatz um 10.6 Prozent auf 4.5 Milliarden Kilowattstunden (kWh). Dabei stieg das Volumen im Stromhandelsgeschäft. Der Stromabsatz an Kunden hingegen fiel um 123 Millionen kWh. Der rückläufige Stromabsatz im Endkundengeschäft ist zum grossen Teil auf den verringerten Stromverbrauch im Geschäftskundenbereich wegen der Corona-Pandemie zurückzuführen.

EBIT sinkt um 1 Million
Die Energiedienst-Gruppe konnte im ersten Halbjahr aufgrund der Klimaneutralität mehrere grosse Geschäftskunden gewinnen. Zudem stiegen Bestandskunden auf Ökostrom um. Die positiven Einflüsse konnten aber die negativen Effekte aus dem Kapitalmarkt nicht vollständig kompensieren. Das betriebliche Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank daher gegenüber dem Vorjahr um 1 Million Euro auf 12 Millionen Euro. Die negativen Kapitalmarkeffekte führten zu ergebniswirksamen Bewertungseffekten bei der Personalvorsorge Deutschland. Da die Energiedienst Holding AG ihre Geschäftszahlen nach Swiss GAAP FER publiziert, werden diese Effekte direkt im EBIT gebucht.

Das Finanzergebnis fällt im Wesentlichen aufgrund der negativen Performance der Wertschriften um rund 5 Millionen Euro niedriger aus als im Vorjahr und liegt bei -3 Millionen Euro. Der Periodengewinn nach Steuern der Energiedienst-Gruppe sank daher um 6 Milionen Euro auf 8 Millionen Euro.

Adjusted EBIT erhöht Aussagekraft
Als Steuerungsgrösse der Geschäftseinheiten verwendet die Energiedienst-Gruppe den Adjusted EBIT. Da er um die nichtoperativen Effekte bereinigt ist, ist er aussagekräftiger. Die ergebniswirksamen Bewertungseffekte aus der Personalvorsorge Deutschland sind herausgerechnet. Der Adjusted EBIT der Energiedienst-Gruppe stieg im ersten Halbjahr 2020 insgesamt um 8 Millionen Euro auf 24 Millionen Euro. Die Energiedienst-Gruppe hat ihre Segmentaufteilung gemäss ihrer strategischen Ausrichtung neu strukturiert. Die neuen Segmente lauten: Kundennahe Energielösungen, Systemrelevante Infrastruktur und Erneuerbare Erzeugungsinfrastruktur. Die Vorjahreszahlen sind entsprechend angepasst.

Entwicklung des Adjusted EBITs der einzelnen Geschäftssegmente
Der Adjusted EBIT des Segments "Kundennahe Energielösungen" sank leicht um 0.2 Millionen Euro auf -1.4 Millionen Euro. Der Vertrieb von Strom und Gas wurde im ersten Halbjahr 2020 vor allem im Kundensegment Geschäftskunden durch die Corona-Pandemie negativ beeinflusst. Dies führte bei den Industriekunden zu einem deutlichen Absatzrückgang. Überschüssige Strommengen konnte nur zu deutlich geringeren Grosshandelspreisen abgesetzt werden. Diese waren durch die Corona-Pandemie zeitweise ebenfalls stark rückläufig. Insgesamt ist das Segment dadurch mit rund 2 Millionen Euro belastet. Eine deutliche Ergebnisverbesserung konnte im Endkundengeschäft Photovoltaik erzielt werden. Eine Reduzierung der Gemeinkosten und ein verbessertes Vertriebsgeschäft führten im PV-Geschäft zu einer Ergebnissteigerung von rund 2 Millionen Euro.

Im Segment "Systemrelevante Infrastruktur" stieg der Adjusted EBIT um 3.6 Millionen Euro auf 12.2 Millionen Euro. Die positive Entwicklung gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf die regulatorische Weitergabe von Personalzusatzkosten aus Vorjahren sowie auf einen investitionsbedingt höheren Kapitalkostenaufschlag zurückzuführen.

Der Adjusted EBIT des Segments "Erneuerbare Erzeugungsinfrastruktur" stieg um 5.4 Millionen Euro auf 15.7 Millionen Euro. Hauptursachen waren deutlich höhere Vermarktungspreise für Strom und eine höhere Stromproduktion in den Wasserkraftwerken im Wallis. Aufgrund der Corona-Pandemie notierten die Grosshandelspreise für Strom im ersten Halbjahr schwächer. Dies belastet das Ergebnis insgesamt mit rund 2 Millionen Euro. Der deutlich stärkere Schweizer Franken wirkte sich ebenfalls negativ mit rund 1 Million Euro aus.

Die Nettoinvestitionen der Geschäftseinheiten liegen mit 26 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2020 über jenen des Vorjahres (21 Millionen Euro). Der grösste Teil der Investitionen floss in den Netz- und Produktionsbereich, zum Beispiel in den Neubau des Wasserkraftwerks Gere.

Ausblick
Die Corona-Pandemie wird voraussichtlich auch das Ergebnis im zweiten Halbjahr belasten. Diese Belastungen sind zum einen durch die negativen Kapitalmarktentwicklungen, die sich über die Personalvorsorge Deutschland im EBIT auswirken, verursacht, und zum anderen durch die wirtschaftlichen Folgeschäden der Corona-Pandemie bedingt. Diese Entwicklungen, die aus heutiger Sicht zwar noch nicht abschliessend quantifiziert werden können, führen dazu, dass der im Geschäftsjahr 2020 angestrebte EBIT in Höhe von 41 Mio. Euro nicht erreicht wird. In Abhängigkeit der Dauer der Corona-Pandemie und seiner Auswirkungen, der Entwicklung des Kapitalmarktes sowie der Wasserführung bis zum Jahresende könnte der geplante EBIT deutlich unterschritten werden.

Weitere Informationen im Internet: www.energiedienst.de/investor >>

Text: Energiedienst

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