Geothermische Wärmepumpen als primäre Energiequelle in genehmigten Wohngebäuden 2019 in Deutschland. ©Bild: Susann Piesnack, Quelle: Statistisches Bundesamt 2019/2020

Geothermische Wärmepumpen: Zubau in Neubauten stagniert – Verband fordert bessere Rahmenbedingungen

(ee-news.ch) Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 9259 Neubauten (8744 Wohngebäude und 515 Nichtwohngebäude) genehmigt, für die Erdwärme als primäre Energiequelle vorgesehen ist. Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamts trägt Geothermie damit zu 6.3 % zur Beheizung von insgesamt 146‘493 Neubauten bei. Der stagnierende Zubau sollte die Bundesregierung aufrütteln und ermuntern, die Rahmenbedingungen für geothermische Wärmepumpen zu verbessern, schreibt der deutsche Bundesverband Geothermie.


Am stärksten ist die Geothermie im Segment der Ein- und Zweifamilienhäuser vertreten. 7.7 % der Einfamilienhäuser und 7.5 % der Zweifamilienhäuser nutzen Erdwärme als primäre Energiequelle. Ihr Anteil sinkt das zweite Jahr in Folge von 7.8 % im Jahr 2017 und 7.5 % im Jahr 2018 auf nunmehr 7.3 % im Jahr 2019.

Amortisation ist derzeit schwierig
Aktuell gestalte sich die Amortisation der höheren Investitionskosten von Erdwärme- Heizungen schwierig. Dies liege vor allem am hohen Anteil von Steuern und Abgaben am Strompreis (50-70 %; im Vergleich zu Öl und Gas mit 20-30 %). Diese Benachteiligung werde auch zukünftig nach den aktuellen Plänen der deutschen Bundesregierung nicht ausgeglichen, so der Bundesverband Geothermie.

Zwar hat die Bundesregierung Anfang des Jahres in diesem Marktumfeld nominal die Förderung von geothermischen Wärmepumpen gestärkt (siehe ee-news.ch vom 8.1.2020 >>). Real verringere sich allerdings der Abstand bei der Fördersumme zu fossil betriebenen Heizungssystemen (Gas-Hybridheizung und Gasbrennwertheizungen Renewable Ready) gegenüber der bisherigen Förderung im Marktanreizprogramm deutlich. Ausserdem plane die Bundesregierung die bisher stark beanspruchte Innovationsförderung für effiziente Wärmepumpen im Neubau nicht weiterzuführen.

Fossile Heizungssysteme stoppen
Der Bundesverband Geothermie fordert einen Förderstopp für fossile Heizungssysteme. Die Förderung von fossilen Heizungssystemen ist nicht mehr zeitgemäss und widerspricht dem erklärten Ziel eines verstärkten Klimaschutzes. Die Förderung von besonders effizienten Erdwärme-Heizungen im Neubau soll aus Sicht des Bundesverbands beibehalten werden. Das in Vorbereitung befindliche Programm ‚Bundesförderung effiziente Gebäude‘ (BEG) biete die Gelegenheit zum Handeln. Die Erschliessung der Geothermie sollte dabei besondere Berücksichtigung finden, schreibt der Bundesverband Geothermie. Die Austauschprämie für Ölheizungen sollte auch auf Kohlekessel, Nachtspeicherheizungen und Gasheizungen übertragen werden. Alle genannten Systeme seien verantwortlich für erhebliche CO2-Emissionen. Gleichzeitig seien diese fossilen Heizungen immer noch die beherrschenden Technologien im Wärmemarkt für Einzelheizungen.

Geothermie könne neben Einzelheizungen auch als Quelle für Wärmenetze dienen. Deshalb sollte bei einem Anschluss an ein Fernwärmenetz, das durch geothermische Quellen versorgt wird, eine Förderung von Übergabestationen erfolgen, fordert der Bundesverband.

Text: ee-news.ch, Quelle: Bundesverband Geothermie e. V. (BVG)

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