Bioethanolanteil am Benzinverbrauch, Entwicklung von 2014 bis 2019. ©Bild: BDBe

Bioethanol-Verwendung in Deutschland. ©Bild: BDBe

Marktdaten Bioethanol 2019: Deutsche Hersteller reduzieren Produktion – steigender Marktanteil von Super E10

(ee-news.ch) Der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) hat die Marktdaten 2019 zu Produktion und Verbrauch von zertifiziert nachhaltigem Bioethanol veröffentlicht. Die für Kraftstoffanwendung genormte deutsche Bioethanolproduktion verringerte sich im vergangenen Jahr auf 542.699 Tonnen – das sind 12.8 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Absatz von Bioethanol bewegte sich annähernd auf Vorjahresniveau, wobei der Marktanteil von Super E10 mit 13.7 Prozent um knapp einen Prozentpunkt gestiegen ist.


In einem 2019 insgesamt wieder leicht ansteigendem Kraftstoffmarkt, in dem mit 18.0 Millionen Tonnen etwa ein Prozent mehr Benzin abgesetzt wurde als im Vorjahr (2018: 17.8 Millionen Tonnen), verringerte sich der Verbrauch von Bioethanol, das den Benzinsorten Super E10, Super Plus und Super (E5) beigemischt bzw. zur Herstellung von ETBE (Ethyl-tertiär-butylether) verwendet wird, leicht auf knapp 1.16 Millionen Tonnen. Zur ETBE-Erzeugung wurden knapp 88‘000 Tonnen Bioethanol und damit rund 20 Prozent weniger als im Vorjahr eingesetzt. Hingegen ist der Marktanteil der Benzinsorte Super E10 mit bis zu 10 Prozent Anteil Bioethanol von 12.9 Prozent auf 13.7 Prozent gestiegen. Die Absatzmenge betrug mit 2.46 Millionen Tonnen über 6 Prozent mehr als im Vorjahr (2018: 2.31 Millionen Tonnen). Insgesamt betrug der Anteil von Bioethanol in den Benzinsorten Super Plus, Super (E5) Super E10 und ETBE damit 6.1 Prozent. Im Jahr 2018 lag er noch bei 6.3 Prozent.

Heimische Produktion gesunken
Die heimische Produktion von Bioethanol zur Beimischung für Kraftstoffanwendungen sank um 12.8 Prozent auf knapp 543‘000 Tonnen. Gegenüber dem Vorjahr mit einer Produktionsmenge von 622.232 Tonnen bedeutet dies einen deutlichen Rückgang. Die Gründe hierfür lagen unter anderem an einer Anpassung der Produktion an die anspruchsvollen Marktbedingungen zum Jahresbeginn 2019, die durch eine schwächere Nachfrage sowie volatile und sinkende Preise für Bioethanol gekennzeichnet waren.

Zur Einordnung der amtlichen Mineralöldaten wirft BDBe-Geschäftsführer Stefan Walter nicht nur einen Blick zurück, sondern erklärt auch die gegenwärtige Entwicklung: „Positiv ist, dass das Vertrauen der Autofahrer in die Benzinsorte Super E10 wieder zugenommen hat, auch wenn der Bioethanolabsatz im vergangenen Jahr insgesamt stagnierte. Die zum Jahreswechsel erfolgte Anhebung der Treibhausgasminderungsquote von vier auf sechs Prozent hat ausserdem schon im Januar 2020 dazu geführt, dass der Bioethanolverbrauch um knapp sechs Prozent höher lag, als im Vormonat Dezember.“

Bioethanol als Grundstoff für Desinfektionsmittel
Angesichts der seit März europaweit spürbaren Auswirkungen der Corona-Pandemie seien Prognosen für das gesamte laufende Jahr aber schwierig. Aktuell gehe die Nachfrage nach Bioethanol zur Beimischung in Benzin in ganz Europa deutlich zurück, weil auch fossile Kraftstoffe wegen der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen weniger gefragt seien, so Walter. Gleichzeitig sei ein enormer Bedarf an Bioethanol als Grundstoff für die Herstellung von Desinfektionsmitteln festzustellen.

Unabhängig von den derzeitigen Wechselwirkungen und der Unsicherheit am Markt spiele Bioethanol in Form alternativer Kraftstoffe auch in Zukunft eine wichtige Rolle, meint Walter. In Deutschland seien aktuell rund 47 Millionen Pkw zugelassen. Mehr als 31.4 Millionen davon hätten einen Benzinmotor, das seien so viele wie noch nie. Die grossen Automobilhersteller planten mittelfristig erhebliche Investitionen in die Weiterentwicklung des Verbrennungsmotors. Daher geht Walter davon aus, dass erneuerbare Kraftstoffe zur Erreichung der Klimaschutzziele noch lange benötigt würden. Für die Zeit nach der Corona-Pandemie werde es wichtig sein, den Beimischungsanteil von zertifiziert nachhaltigem Bioethanol im Benzin zu erhöhen. Das könne durch die Steigerung des Absatzes von Super E10 und durch die schnelle Markteinführung von Benzin mit mehr als 10 Prozent Bioethanolanteil erreicht werden, erläutert BDBe-Geschäftsführer Walter.

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Text: ee-news.ch, Quelle: Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe)

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