31 Prozent der befragten Installateure sehen bei Gewerbeanlagen einem Rückgang entgegen. Für Industrieanlagen rechnen sogar 53 Prozent der befragten Installateure mit einem Rückgang. ©Bild: EUPD Research

Der Hauptgrund des Rückgangs liegt laut den Befragten weniger in der aktuellen Wirtschaftskrise aufgrund der Coronavirus-Pandemie, sondern an der falschen deutschen Gesetzgebung im Bereich den Photovoltaik. ©Bild: EUPD Research

Deutscher Solarmarkt: Erwartet massiven Einbruch für 2020 – Politikversagen wirkt drastischer als Coronavirus-Krise

(ee-news.ch) Vor 20 Jahren wurde in Deutschland mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ein stabiler Rahmen zum Ausbau klimafreundlicher Energieerzeugung geschaffen. Mit einem Anteil von 42 Prozent erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch Ende 2019 lässt sich der bisherige Erfolg des EEG eindrucksvoll beziffern (siehe ee-news.ch vom 6.4.2020 >>). Das Jahr 2020 scheint nun aber nicht nur wegen der globalen Coronavirus-Krise ein Schicksalsjahr für die deutsche Energiewende zu werden.


Während sich im ersten Quartal des Jahres 2020 die positive Entwicklung der vergangenen Jahre im deutschen Solarmarkt fortsetzte, droht nun ein drastischer Rückgang insbesondere bei Gewerbe- und Industrieanlagen. Eine aktuell durch das Bonner Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmen EUPD Research durchgeführte Befragung von Solarinstallateuren zeigt eine überwiegend positive Geschäftsentwicklung zwischen Januar und März 2020. Während bei den Kleinanlagen bis 10 kW auch im weiteren Jahresverlauf ein Absatzwachstum erwartet wird, sehen 31 Prozent bei Gewerbeanlagen und sogar 53 Prozent der befragten Installateure für Industrieanlagen einem Rückgang entgegen. Dies wird sich besonders drastisch auf den Solarmarkt in Deutschland auswirken, da Gewerbeanlagen mit 1.1 GW und Industrieanlagen mit 1.7 GW über 70 Prozent aller Neuinstallationen in 2019 umfassten.

Signifikanter Einfluss
Während weltweit Unternehmen unter den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie leiden, steht die deutsche Solarbranche vor der Herausforderung der hiesigen Gesetzeslage. Einst war das EEG Triebfeder und Basis eines nachhaltigen Marktwachstums. Mit der im Paragraph 49 Absatz 5 des EEG formulierten Zubaugrenze von 52 GW, dem so genannten Solardeckel, endet diese Erfolgsgeschichte abrupt (siehe ee-news.ch vom 30.3.2020 >>). Wenngleich auch der Corona-Virus seine Spuren in der Solarbranche hinterlassen wird, ist der Einfluss des Solardeckels signifikant.

Die aktuellen Befragungsergebnisse von EUPD Research zeigen, dass der Einfluss des Solardeckels gegenüber den Effekten der Corona-Virus Pandemie in den Segmenten der Gewerbe- und Industrieanlagen doppelt so stark wahrgenommen wird. Einzig bei den Kleinanlagen für private Haushalte wird von den befragten Installateuren lediglich eine geringfügig stärkere Auswirkung des Solardeckels im Vergleich zum Einfluss des Corona-Virus festgestellt.

Text: ee-news.ch, Quelle: EUPD Research

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