Die Entwicklung der Meereskraftwerke schreitet noch in kleinen Schritten voran. Der Durchbruch dieser Technologie könnte aber gerade für die Stromversorgung von Küstengebiete sehr wichtig sein. Bild: Ocean Energy Europe

Jährlicher Zubau und kumulativ installierte Leistung der Wellenkraftwerke in Europa. Grafik: Ocean Energy Europe

Jährlicher Zubau und kumulativ installierte Leistung der Gezeitenkraftwerke in Europa. Grafik: Ocean Energy Europe

Produktion der Gezeitenkraftwerke in GWh. Bild: Ocean Energy Europe

Die Branche der Gezeiten- und Wellenkraftwerke ist immer noch sehr klein. Schafft sie den Durchbruch, wird sie zu einem wichtigen Pfeiler der erneuerbaren Energieversorgung. Grafik: Bild: Ocean Energy Europe

Ocean Energy Europe: Stromproduktion von Gezeitenkraftwerken verdoppelt sich 2019 gegenüber Vorjahr – Branchenüberblick

(©ee-news.ch) Europa ist im Bereich Meereskraftwerke immer noch führend. Der Jahresbericht 2019 von Ocean Energy Europe, dem Dachverband der europäischen Gezeiten- und Wellenkraftwerksbranche, zeigt für 2019 eine Zunahme der Stromproduktion von Gezeitenkraftwerken um 50 % gegenüber 2018. Mit einer Gesamtproduktion von 49 Mio. Kilowattstunden steckt die Branche aber immer noch in den Kinderschuhen.


27.7 Megawatt Gezeitenkraftwerksleistung sind in Europa installiert, das ist etwa viermal so viel wie in der restlichen Welt. Zum Vergleich: Die installierte Windenergieleistung in der Schweiz – die in diesem Bereich zu den Schlusslichtern in Europa gehört – beträgt zurzeit 75 MW. Die Branche der Gezeiten- und Wellenkraftwerke wächst zwar nur sehr langsam, aber gemäss Ocean Energy Europe sind für die nächsten Jahre einige grössere Kraftwerke in Planung. Ausserhalb Europas ist vor allem ein Gezeitenkraftwerk in Kanada zu erwähnen, das mit europäischem Know-how und dank einer Einspeisevergütung bald fertig gestellt werden soll.

Potenzial zur Mainstream-Technologie
Die Produktion der europäischen Gezeitenkraftwerke stieg 2019 um 15 Mio. Kilowattstunden auf total 49 Mio. Kilowattstunden. Das zeigt, dass die Technologie trotz der technischen Herausforderungen aufgrund des salzigen Meereswassers funktioniert. Werde die Effizienz noch erhöht und sinken die Kosten weiter, hätten Gezeitenkraftwerke das Potenzial, zu einer Mainstream-Technologie zu werden, schreibt Ocean Energy Europe.

Wellenkraftwerke plus 25 % Leistung
Auch die installierte Leistung der Wellenkraftwerke legte 2019 zu: Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sie sich um 25 %. Die Branche wächst seit rund einem Jahrzehnt also kontinuierlich. Mehrere Kraftwerke gingen an der Atlantik- und Nordseeküste in Betrieb, so dass die installierte Leistung auf total 11.8 MW stieg.

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USA und China schliessen zu Europa auf
Auch wenn Europa im Bereich Wellenkraftwerke sowohl bei der kumulativen installierten Leistung wie auch bei der Stromproduktion immer noch die Nase deutlich vorne hat, schliessen die USA und China immer mehr auf: Die Erfahrungen und Forschungs- und Demonstrationsprojekte haben dazu geführt, dass die USA und China schon das zweite Jahr in Folge mehr Wellenkraft-Leistung zubauen als Europa. 2019 waren es 1.8 MW.

Förderung für Übergang zum Industriemassstab
“Die europäischen Regierungen sollten nicht übersehen, dass Fördersysteme der Technologie in Kanada und in China deutlich Schub verliehen haben. Die Frage ist nicht mehr, ob die Technologie funktioniert, sondern, was nötig ist, um sie im industriellen Massstab anbieten zu können“, erklärt Rémi Gruet , CEO von Ocean Energy Europe’s CEO.

„Alle letzten Energieszenarien 2050 sehen in der Wind- und Sonnenenergie den Löwenanteil der europäischen Stromproduktion. Die breite Entwicklung von Technologien der zweiten Generation der Erneuerbaren, wie der Meeresenergie, ist wichtig, um die Wind- und Sonnenergie zu ergänzen. Meeresenergie, deren Produktion vorhersehbar ist und die zu anderen Zeiten anfällt als Wind- und Solarenergie, wird einen wichtigen Beitrag dazu leisten, ein Energiesystem ohne CO2 in Europa möglich zu machen“, ist Rémi Gruet überzeugt.

Key Trends & Statistics 2019 by Ocean Energy Europe >>

Text: Anita Niederhäusern, leitende Redaktorin ee-news.ch, Quelle: Ocean Energy Europe

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