Prognostizieren VNB ein Engpassrisiko, legen sie Grenzen (Quoten) für die Netznutzung fest. So soll ein gleichzeitiger Abruf der maximalen Anschlussleistung durch Verbraucher und das Eintreten des erwarteten Engpasses vermieden werden. ©Bild: bne

bne: Schlägt Quotenmodell für mehr Flexibilität im Verteilnetz vor

(ee-news.ch) Die Energiewende erfordert eine Flexibilisierung der Stromnachfrage – das ist Konsens in der Branche. Heiß diskutiert ist allerdings, ob die Flexibilität von Elektroauto, Wärmepumpe & Co für das Netz oder den Markt eingesetzt wird. Der deutsche Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) will mit seinem Quotenmodell zeigen, dass beides geht: Steuerbare Lasten können sowohl netz- als auch marktdienlich eingesetzt werden.


Experten sind sich einig: Ohne Flexibilisierung von Erzeugung und Verbrauch wird die Energiewende teuer. Doch es ist strittig, für welchen Zweck die Flexibilität eingesetzt wird. Zum einen ist Flexibilität für das Netz erforderlich: Wenn bspw. viele Kunden zur gleichen Zeit ihr Elektroauto laden, laufen möglicherweise die Netze heiß und kommen an ihre Kapazitätsgrenzen. Zum anderen ist eine Flexibilisierung des Stromverbrauchs für eine ausgeglichene Systembilanz notwendig, um trotz schwankender Sonnen- und Windverfügbarkeit die Stromnachfrage jederzeit decken zu können. Ziel muss es also sein, den Strombedarf bevorzugt in Zeiten zu decken, in denen viel Strom aus erneuerbaren Energien eingespeist wird und die Netzauslastung zudem gering ist. Viele Verbraucher verfügen über so ein Flexibilitätspotential, doch aktuell fehlt ein Anreiz für sie, das Potential tatsächlich umzusetzen.

Netz- und marktdienlich
Mit dem Quotenmodell schlägt der bne ein Modell vor, das einen netzdienlichen Strombezug anreizen und gleichzeitig den marktseitigen Flexibilitätseinsatz ermöglichen soll. Zudem soll es Verbrauchern Freiraum bei der Ausgestaltung ihres Flexibilitätsangebots lassen. Sehen Verteilnetzbetreiber ein Engpassrisiko für bestimmte Zeiträume, können sie Grenzen (Quoten) für die Netznutzung festlegen. Dadurch soll ein gleichzeitiger Abruf der maximalen Anschlussleistung durch Verbraucher und das Eintreten des prognostizierten Engpasses vermieden werden. Halten Verbraucher die Quote ein, sollen sie eine Flexibilitätsprämie erhalten. Die Quoten sollen im Voraus angekündigt werden, damit die netzseitigen Einschränkungen planbar sind. Der Umsetzungsaufwand sei überschaubar, erläutert bne-Geschäftsführer Busch. Denn der bne-Vorschlag sei eine Weiterentwicklung des heutigen Systems und könne mit wenigen regulatorischen Anpassungen von § 14a des deutschen EnWG und § 19 Abs. 2 des deutschen StromNEV realisiert werden.

bne-Positionspapier zum Quotenmodell für mehr Flexibilität im Verteilnetz (Langfassung) >>

bne-Positionspapier zum Quotenmodell für mehr Flexibilität im Verteilnetz (Kurzversion) >>

Text: ee-news.ch, Quelle: Deutscher Bundesverband neuer Energieversorger (bne)

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