Das Reallabor der bestehenden Power-to-Gas-Anlage in bezüglich der Umsetzung deutlich weiter als beim Power-to-Liquid-Projekt in Laufenburg. Bild: Energiedienst

Energiedienst: Beschliesst aus Power-to-Liquid-Projekt auszusteigen – konzentriert sich auf Power-to-Gas Wyhlen

(PM) Energiedienst hat beschlossen, das Projekt Power-to-Liquid auf dem Gelände des Wasserkraftwerks Laufenburg vorerst nicht weiter zu verfolgen (siehe ee-news.ch vom 2.2.18 >>). Mit der Anlage sollte durch Elektrolyse aus Wasser mit Hilfe von Ökostrom Wasserstoff erzeugt werden, der mit Kohlenstoffdioxid angereichert zu synthetischem Diesel und Wachsen umgewandelt wird.


Energiedienst wird sich nun auf den Ideenwettbewerb „Reallabore der Energiewende“ des deutschen Bundeswirtschaftsministeriums konzentrieren. Der regionale Energieversorger ist einer von 20 Gewinnern des Wettbewerbs. In dem Projekt geht es darum, Konzepte für den wirtschaftlichen Einsatz von Wasserstoff in einem regionalen Gebiet zu erforschen und umzusetzen. Das Reallabor basiert auf der Power-to-Gas-Anlage auf dem Gelände des Wasserkraftwerks Wyhlen (siehe ee-news.ch vom 4.5.19 >>). Hier wird ebenfalls mit Hilfe von Strom aus Wasserkraft Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Der erneuerbare Wasserstoff dient im Moment noch dazu, mit fossilen Energieträgern erzeugten Wasserstoff in der Industrie zu ersetzen, soll aber auch als Kraftstoff für Brennstoffzellenfahrzeuge genutzt werden.

Seit Dezember in Betrieb
Das Reallabor baut auf der bestehenden Power-to-Gas-Anlage auf, die seit Dezember letzten Jahres in Betrieb ist. Der Umsetzungsstand ist also deutlich weiter als beim Power-to-Liquid-Projekt in Laufenburg, das derzeit noch in der Phase der Detailplanung ist. Laut der Projektpartner Audi und Ineratec soll der Bau der geplanten PtL-Anlage mit einem neuen Partner aus der Energiebranche an einem anderen Standort in der Schweiz weitergeführt werden.

Im Rahmen des Ideenwettbewerbs wird das Reallabor in Wyhlen durch die deutsche Bundesregierung gefördert. Die Förderanträge sind gestellt. Energiedienst schliesst nicht aus, das Thema Power-to-Liquid zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufzunehmen.

Text: Energiedienst

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2 Kommentare

Goldfrosch

Nachsatz:
Und war damit das Rückgrat der ausfallsicheren Telefonie per Zweidrahtleitung. Auch heute noch braucht man Stützbatterien zur Absicherung des Mobilfunks bei Stromausfall, allerdings verdrängte das teure Lithium das billige Blei, tempora mutantur et nos mutamur in illis...

Goldfrosch

Die Gewinnung von Wasserstoff durch Elektrolyse von angesäuertem Wasser, der Bleiakku ist das Vorbild, hat einen entscheidenden Nachteil. Während bei der Bleibatterie die Elektrolysegase Wasserstoff u n d Sauerstoff zur Formierung der Bleiplatten bei der Ladung des Akkus benötigt werden, ist bei der Wasserstoffproduktion als alleinigem Energieträger der Sauerstoff per se nicht nutzbar, sondern Abfallprodukt und muss anderweitig ( zB Sauerstoffwerk Lenzburg ) Verwendung zum Autogenschweissen oder in der Medizin Verwendung finden.
Die logische Folge ist ein Wirkungsgrad von weniger als 50%, da auch noch Wärmeverluste der Elektrolyse eingerechnet werden müssen. Wasserstoffautos mit Brennstoffzellen, ein Verlustgeschäft, man sollte da etwas weiter denken und dem Publikum nicht nur die Vorzüge des Wasserstoffs anpreisen. Die altgediente Bleibatterie kommt auf über 90% Wirkungsgrad, man darf ruhig die Meriten der leider geschlossenen Batteriefabrik Oerlikon den Leuten ins Gedächtnis rufen, sie stattete alle mir bekannten Telefonvermittlungen zu Zeiten der Analogtelefonie mit stationären Langlebensdauerbleibatterien aus und war jahrzehntelang damit das Rückgrat der ausfallsicheren Telefonie

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