Österreichische Nettostromimporte. Der Strom (physikalisch) fliesst vor allem aus Deutschland und der Tschechischen Republik nach Österreich. ©Bild: IG Windkraft

Traurige Bilanz: Österreichs Nettostromimport explodiert – Anstieg um 37 Prozent

(PM) Die aktuelle Energiestatistik der Statistik Austria zeigt, dass die Nettostromimporte nach Österreich von 2017 auf 2018 um 37 Prozent gestiegen sind und damit rund 9 Milliarden Kilowattstunden (kWh) erreichten . In Summe fliessen den Kohle- und Atomkraftwerken der Nachbarländer dadurch rund 400 Millionen Euro aus Österreich zu.


„Dem Stromimport kann nur mit dem raschen Ausbau der erneuerbaren Energien in Österreich begegnet werden“, fordert Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft.

Traurige Bilanz
Von 2017 auf 2018 ist der Nettostromimport laut Energiebilanz der Statistik Austria um 37 Prozent gestiegen. 2018 musste Österreich damit 2.4 Milliarden kWh mehr Strom aus dem Ausland importieren, als es exportieren konnte. In Summe belief sich der Nettostromimport 2018 auf rund 9 Milliarden kWh. „Damit hat Österreich eine traurige Bilanz vorzuweisen“, bemerkt Moidl und führt weiter aus: „Statt die Energiewende voranzutreiben, importiert Österreich Kohle- und Atomstrom aus den Nachbarländern in grossem Stil. Das ist ein Anstieg im Vergleich zum Jahr davor und kein Ruhmesblatt für die österreichische Politik. Allein schöne Worte helfen weder den Nettostromimport zu verringern, noch die Klimakrise zu bekämpfen.“

Verlagerung von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen ins Ausland
Die 9 Milliarden kWh Strom, die Österreich im Jahr 2018 im Saldo aus den Nachbarländern importiert hat, kosteten rund 400 Millionen Euro. Geld, das aus Österreich in die Nachbarländer abfliesst und Kohle- und Atomkraftwerken Gewinne beschert. „So wie die Handelsbilanz sollte auch die Strombilanz zumindest ausgeglichen sein, denn Stromimporte verlagern Wertschöpfung und Arbeitsplätze ins Ausland“, erklärt Moidl: „Heimische Erzeugung schafft Wirtschaftsimpulse und Arbeitsplätze im Inland.“

Allein der Ausbau der Windkraft löste mit dem bestehenden Ökostromgesetz seit 2012 Investitionen im Umfang von über 3.4 Milliarden Euro aus. Rund 180 Firmen sind im österreichischen Windenergiesektor tätig, der 4100 Beschäftigten einen Arbeitsplatz bietet. „Der Ausbau erneuerbarer Energien ist folglich auch aus wirtschaftlichen Gründen sinnvoll“, so Moidl und fordert von der Politik den raschen Ausbau der erneuerbaren Energien.

Text: Interessengemeinschaft Windkraft Österreich (IG Windkraft)

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