In dem Entwurf für den Vergleich ist festgehalten, dass das Unternehmen die Milliardenzahlung nicht auf seine Kunden umlegen darf. Demnach müssten die Aktionäre von PG&E die Zeche zahlen.

Waldbrände in Kalifornien: Energieversorger und Behörden handeln Milliardenvergleich aus

(SDA) Der kalifornische Energieversorger Pacific Gas and Electric hat mit den Behörden einen Milliarden-Vergleich wegen seiner Verantwortung für verheerende Waldbrände in den vergangenen beiden Jahren ausgehandelt. Ein Entwurf des Vergleichs, den die zuständige kalifornische Aufsichtsbehörde 17.12.19 veröffentlichte, sieht vor, dass PG&E fast 1.7 Milliarden Dollar (1.5 Milliarden Euro) zahlen muss.


Das Geld soll in Brandbekämpfungsmassnahmen sowie in die Sanierung von Stromleitungen fliessen. Voraussetzung ist jedoch, dass ein Sondergericht den Vergleich billigt. Defekte Stromleitungen sollen unter anderem das sogenannte Camp Fire ausgelöst haben, das vergangenes Jahr im Norden Kaliforniens wütete und mit 86 Todesopfern der tödlichste Brand des Bundesstaates in der Neuzeit war.

Auch andere Grossbrände sollen durch schlechte Wartung von PG&E-Anlagen ausgelöst worden sein. So soll die Umgebung von Hochspannungsleitungen nicht von leicht brennbarem Gestrüpp freigehalten worden sein. Auch mit Strommasten aus Holz und anderem veralteten Material soll der Energieversorger Grossbrände verschuldet haben.

Strafe darf nicht auf Kunden umgelegt werden
In dem Entwurf für den Vergleich ist festgehalten, dass das Unternehmen die Milliardenzahlung nicht auf seine Kunden umlegen darf. Demnach müssten die Aktionäre von PG&E die Zeche zahlen. Das Unternehmen hatte im Januar 2019 Gläubigerschutz beantragt, weil im Zusammenhang mit den Waldbränden Entschädigungsforderungen in Höhe von mehr als 30 Milliarden Dollar eingegangen seien.

©Text: SDA-Keystone

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