Eindeutige Kurve: Seit Beendigung des Experiments Mischpreisverfahren steigen die Erlöse sowohl aus der Sekundärregelenergie-Leistung als auch der Sekundärregelenergie-Arbeit deutlich. ©Bild: e2m

Regelenergiemarkt im Aufwind: Nach Ende des Mischpreisverfahrens stabilisieren sich die Erlöse

(PM) Seitdem das Oberlandesgericht Düsseldorf im Juli 2019 das seit Oktober 2018 gültige Mischpreisverfahren (MPV) untersagt hat (siehe ee-news.ch vom 24.7.2019 >>), stabilisiert sich der Auktionsmarkt für netzdienliche Regelenergie wieder. Insbesondere bei der Sekundärregelenergie (SRL) ist das Stromhandelshaus Energy2market (e2m) optimistisch: Seit Juli haben sich die Erlöse aus den Auktionen signifikant erhöht.


Die Branche war sich selten so einig wie bei diesem Thema: Das im Herbst 2018 eingeführte Mischpreisverfahren hat im Markt eher zu mehr Verwirrung geführt als zu fairen Wettbewerbsbedingungen. Kleinere Erzeuger wurden durch die Mechanik benachteiligt, Aggregatoren sahen ihre bisherigen Geschäftsmodelle in Gefahr, und durch fehlende Anreize zur Bilanzkreistreue wurde die Stabilität des deutschen Stromnetzes gefährdet. Um Spekulationen am Regelenergiemarkt vorzubeugen, wurde in den Auktionen wieder eine Arbeitspreisgrenze von 9999 €/MWh eingezogen. Diese soll Bilanzkreisverantwortliche vor wirtschaftlichen Risiken schützen, die andernfalls bereits bei geringen Prognoseungenauigkeiten anfallen könnten.

Sekundärregelenergie wieder wichtig bei Erlösstrategie
Auf den einfachen Satz „Sekundärregelenergie lohnt sich wieder“, bringt es Klaus Anduschus, Leiter des Bereichs Landwirtschaft bei der e2m. „Die Königsklasse Primärregelenergie war aufgrund einer anderen Preismechanik auch während der kurzen Lebensdauer des Mischpreisverfahrens attraktiv. Sekundärregelenergie spielt in der Erlösstrategie nun wieder eine wichtige Rolle. Neben den Leistungspreiserlösen realisieren wir wieder lukrative Arbeitspreiserlöse.“

Auch 2020 wird der Regelenergiemarkt weiter an Fahrt gewinnen. So soll Mitte des kommenden Jahres ein Regelarbeitsmarkt etabliert werden, der künftig bis kurz vor dem Erbringungszeitraum ein gesondertes Arbeitspreisgebot zulässt, um kurzfristig freigewordene Flexibilität am Markt zu platzieren. Dies öffnet den Markt für weitere präqualifizierte Anbieter und wird zu mehr Wettbewerb führen.

Text: Energy2Market GmbH (e2m)

0 Kommentare

Kommentar hinzufügen

Newsletter abonnieren

Top

Gelesen
|
Kommentiert