Der Energieplan der portugiesischen Regierung sieht vor, dass bis 2030 knapp 47 Prozent des Strombedarfs mit erneuerbaren Energien gedeckt werden kann. Ein weiteres Ziel ist, bis zum Jahr 2050 rund 65 Prozent der Wirtschaft zu elektrifizieren.

Exportinitiative: Portugal führt neue Regelungen zur Förderung von Solaraufdachanlagen und Rechtsrahmen für Energiegemeinschaften ein

(©EEE) Die portugiesische Regierung hat neue Regelungen für den Eigenverbrauch, die Energiespeicherung sowie Energiegemeinschaften für erneuerbare Energien vorgestellt. Die Regelungen des Decreto-Lei 162/2019 treten am 1. Januar 2020 in Kraft. Die Bestimmungen sehen vor, dass überschüssiger Strom auf dem Spotmarkt oder durch bilaterale Stromabnahmeverträge verkauft werden kann.


Darüber hinaus vereinfachen die Änderungen auch das Genehmigungsverfahren für die Installation von Photovoltaik (PV)-Anlagen in Wohngebieten und erhöhen die Grössenbeschränkung für diese Anlagenkategorie von 1.5 kW auf 30 kW Erzeugungskapazität.


Rechtsrahmen für Energiegemeinschaften
Erstmals gibt es nun auch einen Rechtsrahmen für Energiegemeinschaften. Bislang konnten Besitzer nur ein einziges PV-System betreiben. Die neuen Regelungen erlauben es Hausbesitzern oder Unternehmern, sich in kollektiven Projekten zusammenzuschliessen und Erzeugungseinheiten zu teilen.

Die neue Gesetzgebung ist Teil der Bemühungen Portugals, seine Ausbauziele für erneuerbare Energien zu erreichen. Der Energieplan der portugiesischen Regierung sieht vor, dass bis 2030 knapp 47 Prozent des Strombedarfs mit erneuerbaren Energien gedeckt werden kann. Ein weiteres Ziel ist, bis zum Jahr 2050 rund 65 Prozent der Wirtschaft zu elektrifizieren.

Factsheet Portugal >>

Portugal: Zielmarktanalyse 2019 mit Profilen der Marktakteure – Energieeffizienz unter Einbindung erneuerbarer Energien in der Industrie >>

Portugal: Zielmarktanalyse 2019 mit Profilen der Marktakteure – Energieeffiziente Lösungen und Speichertechnologien mit dem Fokus Gewerbe >>

©Text: Deutsche Exportinitiative Erneuerbare Energien (EEE)

show all

1 Kommentare

Karl Moosdorf

Ich bin ja immer weder erstaunt, wie wenig Europa sich um korrekte Informationen bemüht, wenn es sich um die kleineren "Randstaaten" handelt. Die Berichterstattung über Portugal gehört dazu und wimmelt normalerweise - und auch hier - vor Ungenauigkeiten und Fehlern. Dabei gibt es doch einen PV- Verband in Portugal (APESF - www.apesf.pt), bei dem man Informationen sogar auf deutsch erfragen kann. Also jetzt mal zu den Fakten:
1) Es gab nie und es gibt auch weiterhin keine Größenbeschränkung für Eigenverbrauchsanlagen, man kann auch 1MW bauen - vorausgesetzt, man hat auch einen Konsumanschluß für 1MW. Die 1.5kW- Grenze galt nur für Anlagen, die kein Genehmigungsverfahren durchlaufen müssen, diese Anlagen mußten lediglich in einem Register angemeldet werden. Und diese Grenze ist jetzt auf 30kW erweitert worden. Wer allerdings 30kW bauen möchte, der muß auch einen Strombezug von 30kW haben, ansonsten geht das nicht.
2) Die Anlagenzahl pro "Besitzer" ist keineswegs begrenzt und war es auch nie. Die Begrenzung der Anlagenzahl ist ausschließlich abhängig von der Zahl der Strombezugsverträge. Wer also mehrere Gebäude/ Firmen hat, der kann auch mehrere Anlagen bauen.
3) Portugal produziert schon aktuell ca. 70% seiner Elektrizität durch Erneuerbare Energien. Im vergangenen März hat Portugal sich sogar zu 100% selbst versorgt und dazu noch Strom exportiert. Die oben genannten 47% sind nicht der Anteil der Erneuerbaren an der Elektrizität, sondern am gesamten Energieverbrauch, also inklusive Gebäude, Industrie, Wärme und Verkehr.
Und wer sich die Zahlen mal genauer anschaut, der stellt fest, daß sich Deutschland da ein Vorbild nehmen kann. Raus aus der Kohle in 2038? Portugal schaltet das letzte Kohlekraftwerk in 2026 ab.
Also falls jemand Fragen zur Energie in Portugal hat, kann er gerne schreiben.
Mit sonnigen Grüßen

Kommentar hinzufügen

Newsletter abonnieren

Top

Gelesen
|
Kommentiert