Da der Simulator echtzeitfähig ist, reagiert er ebenso schnell auf Änderungen im elektrischen Versorgungssystem und liefert ebenso schnell Messwerte wie ein reales System das tun würde. ©Bild: TU Ilmenau

TU Ilmenau: Nimmt Echtzeit-Simulator für Energiesysteme in Betrieb – Zeitauflösung von zehn Millisekunden

(ee-news.ch) Die Technische Universität Ilmenau hat einen Echtzeit-Simulator zur Nachbildung multimodaler Energiesysteme in Betrieb genommen. Mit Simuplatt ist es den Forschern möglich, komplexe Energiesysteme, die aus elektrischen, thermischen und informationstechnischen Komponenten bestehen, als exaktes Spiegelbild im Labor nachzubilden – dieses Verfahren wird Digital Twin genannt.


Im Zentrum für Energietechnik der TU Ilmenau, wo der Simulator untergebracht ist, arbeiten Wissenschaftler um Prof. Dirk Westermann unter anderem im Verbundprojekt Zo.rro (Zero Carbon Cross Energy System) daran, wie die Energieversorgung Thüringens frei von Kohlendioxid gestaltet werden kann. Simuplatt ist integrativer Bestandteil des Zo.rro-Projekts. Da der Simulator echtzeitfähig ist, reagiert er ebenso schnell auf Änderungen im elektrischen Versorgungssystem und liefert ebenso schnell Messwerte wie ein reales System das tun würde. Diese Messwerte können dann unmittelbar an sogenannte Netzleitwarten zur Steuerung und Überwachung des Versorgungssystems transferiert werden, wo dann gegebenenfalls rechtzeitig entsprechende Korrekturen vorgenommen werden können.

Simulation mit einer Zeitauflösung von zehn Millisekunden
Timo Rösch von der Herstellerfirma Opal-Rt Germany erläutert, dass das neue Gesamtsystem aus drei Einzelsystemen besteht, die im Verbund mit dem Simulator mehr als 6000 Netzknotenpunkte in Echtzeit, mit einer Zeitauflösung von nur zehn Millisekunden, simulieren können. Damit gehöre das System deutschlandweit zu den grössten Systemen zur Simulation von Energiesystemen. Eine Vielzahl von Kommunikationsschnittstellen ermöglich neben der Anbindung an eine Leitwarte auch die Einbindung von IT-Komponenten und Datenbanken, sogenannter Scada-Systeme. In die Simulationsumgebung lassen sich auch Standardkomponenten wie Netzsteuerungen, Device-Controller, Relais oder Messgeräte, in die Simulation einbauen.

Text: ee-news.ch, Quelle: TU Ilmenau

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