Mit der Holzfeuerungsanlage Vitoflex 300-SRT kann sich Sarner Holz selbst mit Wärme versorgen und speist überschüssige Energie in ein Fernwärmenetz ein. ©Bild: Viessmann

Thermoölverteilung und -versorgung der Anlage bei Sarner Holz. ©Bild: Viessmann

Rinde, als Sägenebenprodukt, nutzt die Sarner Holz zur autarken Wärmeerzeugung. ©Bild: Viessmann

Sarner Holz: Biomassekessel wandelt Sägenebenprodukte in Wärme um

(ee-news.ch) Wo im Jahr rund 70‘000 Kubikmeter Rundholz zu einfachem Schnittholz bis hin zu hochwertiger Tischlerware verarbeitet werden, fallen auch jede Menge Sägenebenprodukte an. Sägemehl, Rinde und Hackschnitzel lassen sich grösstenteils weiterverkaufen. Oder man heizt damit sein eigenes Sägewerk und versorgt sich selbst mit umweltfreundlicher Wärme. So macht es Sarner Holz im Sarntal in Südtirol.


Jüngst hat das Unternehmen einige Millionen Euro in eine neue Holzfeuerungsanlage von Viessmann Industrial Solutions samt zugehörigem Pufferspeicher investiert. Und damit sein Ziel der Selbstversorgung sogar übertroffen: Mit der überschüssigen Wärme soll nun ein geplantes Fernwärmenetz für die umliegenden Siedlungen betrieben werden.

Autarke Wärmeversorgung
Bereits seit über 20 Jahren setzt Sarner Holz bei der werksinternen Wärmeversorgung auf Eigenregie. „In den vergangenen zehn Jahren haben wir unseren Betrieb jedoch enorm gesteigert. Da haben unsere beiden bestehenden Anlagen zur Wärmeerzeugung einfach nicht mehr gereicht“, erklärt Christian Kemenater, einer der insgesamt drei Geschäftsführer von Sarner Holz. Also musste eine dritte Anlage her sowie ein Pufferspeicher, der Lastspitzen beim Wärmebedarf abfedern soll. Die erste Anlage kam 1997 von der damaligen Mawera Holzfeuerungsanlagen GmbH, die 2007 von Viessmann übernommen wurde. Sarner Holz entschied sich, auch das Nachfolgeprojekt mit Viessmann zu realisieren.

Installiert wurde eine Holzfeuerungsanlage vom Typ Vitoflex 300-SRT der Viessmann Holzfeuerungsanlagen GmbH, einer Tochtergesellschaft des Geschäftsbereichs Viessmann Industrial Solutions. Die Anlage hat eine Nenn-Wärmeleistung von 2600 kW. Das Besondere: Als Brennmaterial kommt ausschliesslich nasse Fichtenrinde in den Heizkessel. Dank Stufenrostfeuerung und stehender Brennkammer muss der Brennstoff nicht vorgetrocknet werden. Denn der Vitoflex 300-SRT verbrennt emissionsarm und rückstandslos Brennstoffe mit einem Wassergehalt bis zu 60 Prozent. Insgesamt 23‘000 srm Fichtenrinde werden pro Jahr in der Anlage zu Wärme umgewandelt. Ein Vorteil für Sarner Holz, denn der Verkauf von Rinde ist wirtschaftlich nicht interessant. Von daher ist es besser sie selbst zu nutzen.

Selbst Lastspitzen sind kein Problem
Insgesamt 2.2 MW Wärme produziert das Heizwerk auf dem Gelände von Sarner Holz pro Jahr. Damit werden elf Trockenkammern für die Holztrocknung sowie im Winter die Produktionshalle beheizt. „Weil wir in der Produktionshalle auch verleimen, brauchen wir hier eine laufend konstante Temperatur“, erklärt der Geschäftsführer. Vor allem aber die Trockenkammern, die grösste hat eine Nennleistung von 1.3 MW, haben einen grossen Wärmeenergiebedarf. Im Winter verschärft sich dieser noch weiter. „Wenn wir draussen minus zehn Grad Celsius haben und die Trockenkammern beim Einschalten auf 50 bis 60 Grad Celsius hochheizen müssen, ist das ein Riesenbedarf“, verdeutlicht Kemenater. Um solche Lastspitzen abfedern zu können, wurde im Zuge der neuen Anlage auch ein Pufferspeicher mit einer Speicherkapazität von 150 m3 installiert.

Die Spezialisten von Viessmann Holzfeuerungsanlagen übernahmen die gesamte Projektabwicklung – von der Planung, über die Montage bis zur Inbetriebnahme. Dabei war der der straffe Zeitplan von knapp vier Monaten eine besondere Herausforderung.

Weitere Projekte für Wärme und Strom
Positiver Nebeneffekt der neuen Holzfeuerungsanlage Vitoflex 300-SRT: Sie bringt 700 kW nicht-verstromte Wärme und damit mehr, als die Sarner Holz selbst benötigt. Die übrige Wärme soll in ein Fernwärmenetz fliessen, das 2020 starten und dann laufend erweitert werden soll. Langfristiges Ziel sei es laut Geschäftsführer, insgesamt 20 bis 30 Wohnungen mit Fernwärme versorgen zu können.

Sarner Holz erzeugt jedoch nicht nur Wärme, sondern auch Strom. Zum einen über eine firmeneigene Photovoltaikanlage. Zum anderen mittels ORC-Modul (ORC für Organic Rankine Cycle). Die bei der Verbrennung der Biomasse in den Holzfeuerungsanlagen anfallende thermische Energie wird auf einen Thermalölkessel übertragen. Der Thermoölkreislauf speist anschliessend das ORC-Modul, das der Stromerzeugung dient, mit einer elektrischen Leistung von 300 kW mit Wärme. Die elektrische Energie wird im eigenen Betrieb genutzt, aber der gesamte Strombedarf im Werk wird so noch nicht gedeckt.

Wärme-Autarkie angestrebt
„Das nächste Projekt ist bereits in Planung. Das Ziel: Auch der Strom, den wir brauchen, soll von uns selbst kommen. Bei der Wärme sind wir bereits komplett autark und unabhängig. Das wollen wir künftig auch beim Strom“, so Christian Kemenater. „Und natürlich machen wir auch das wieder mit Viessmann.

Text: ee-news.ch, Quelle: Viessmann

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