01. Okt 2019

Der Bundesrat soll unter anderem die Option einer unbürokratischen sogenannten One-Stop-Shop-Lösung für Photovoltaikanlagen prüfen. Bild: ee-news.ch

Nationalrat: 4 positive Abstimmungen zu Energie und Umwelt zum Sessionsschluss – darunter eine One-Stop-Shop-Lösung für Solarstromanlagen

(SDA) Eine Motion zur effizienteren Integration von Strom aus erneuerbaren Energien in die Stromnetzte, ein Postulat für eine One-Stop-Shop-Lösung für Solarstromanlagen, ein Postulat für die Kohlenstoffsequestrierung in Böden sowie ein Postulat über die Land- und Ernährungswirtschaft und ihr Klima-Sektorziel wurden am letzten Sessionstag vom Nationalrat angenommen.


Der Nationalrat plädiert für eine effiziente Integration erneuerbarer Energien in die Stromnetze. Er hat eine Motion von Bernhard Guhl (BDP/AG) stillschweigend angenommen. Das Ziel des Motionärs ist, einen Anstieg der Netztarife aufgrund der Netzintegration der Fotovoltaik zu reduzieren. Der Bundesrat soll sich überlegen, mit welchen gesetzlichen Bestimmungen die Einspeiseleistung durch den Verteilnetzbetreiber bei Bedarf reduziert werden könnte. Die vom Bundesrat unterstützte Motion geht an den Ständerat.

Der Nationalrat fordert eine effizientere Abwicklung bei der Installation von Solaranlagen. Konkret soll der Bundesrat die Option einer unbürokratischen sogenannten One-Stop-Shop-Lösung prüfen. Die grosse Kammer hat ein entsprechendes Postulat von Martin Bäumle (GLP/ZH) stillschweigend angenommen. Sein Ziel: Ein elektronisches Dossier sollte den Weg von Amtsstelle zu Amtsstelle durchlaufen und nicht der Antragsteller selber. Der Bundesrat zeigte sich mit dem Vorstoss einverstanden.

Ein Bericht des Bundesrats soll Auskunft geben über die sogenannte Kohlenstoffsequestrierung in Böden, also die Frage, wie gross das das Potenzial der Schweizer Böden ist, langfristig Kohlenstoff zu binden und zu speichern. Ein Postulat von Jacques Bourgeois (FDP/FR) mit diesem Anliegen hat der Nationalrat stillschweigend angenommen. Es gebe Potenzial, das es auszuschöpfen gelte, argumentiert der Postulant. Der Bundesrat ist gleicher Meinung. Er empfahl den Vorstoss deshalb ebenfalls zur Annahme.

Der Bundesrat soll in einem Bericht darlegen, mit welchen konkreten Massnahmen die Land- und Ernährungswirtschaft ihr Klima-Sektorziel zur Erreichung des Pariser Klimaabkommens umsetzen kann. Das fordert der Nationalrat mit einem stillschweigend überwiesenen Postulat von Maya Graf (Grüne/BL). Der Bundesrat schlägt für den Sektor Landwirtschaft einen inländischen Reduktionsbeitrag von 20 bis 25 Prozent für das Jahr 2030 gegenüber dem Basisjahr 1990 vor. Er will im Rahmen der Botschaft zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik ab 2022 aufzeigen, mit welchen Massnahmen diese Zielvorgabe erreicht werden könnte.

©Text: Keystone-SDA

1 Kommentare
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Max Blatter @ 04. Okt 2019 11:07

Bei der "Carbon Sequestration" muss man einfach aufpassen, dass sie nicht zum Alibi für die ungebremste Nutzung fossiler Brenn- und Treibstoffe verkommt. Insofern ist mir die Rückgewinnung des CO2 aus der Luft oder aus Rauchgasen zur direkten Nutzung in Power-to-Gas- oder Power-to-Liquid-Prozessen lieber.

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