01. Okt 2019

Die Hartchrom AG setzt auch Massnahmen um, die auf den ersten Blick nicht wirtschaftlich sind, dank der finanziellen Unterstützung von Effizienz⁺. ©Bild: EnAW

Energieeffizient beschichten: Firma Hartchrom spart Energie und Kosten durch verbessertes Energie-Management

(PM) Das Unternehmen Hartchrom ist bekannt für innovative, hochwertige Oberflächenlösungen für Industriebetriebe mit hohen Ansprüchen. Neben Know-how und besonderen Infrastrukturen braucht das vor allem eines: eine Menge Energie. Deshalb verpasst die zur STI Group gehörende Beschichtungsfirma gemeinsam mit der EnAW auch der Energiebilanz eine effiziente Politur.


Auf einer Produktionsfläche von 26‘000 Quadratmetern werden in Steinach am Bodensee seit 1957 Oberflächen in den verschiedensten Formen und Grössen nach neusten Technologiestandards beschichtet. Ob Pumpenwellen von Energiefirmen, Heizwalzen in der Kunststoffverarbeitung oder Antriebssysteme von grossen Schiffsmotoren – für die Produktionsstätte der Hartchrom AG ist kein Teil zu gross. Angesiedelt im High-End-Bereich und spezialisiert auf hochglanzpolierte Oberflächen, bedient das Unternehmen aber vor allem Kunden aus der Druckindustrie, beispielsweise mit funktionalen Beschichtungen.

Energie-Management auf Hochglanz polieren
Doch in Steinach werden nicht nur Oberflächen zum Glänzen gebracht. Auch das Energie-Management wird auf Hochglanz poliert. Seit 2012 in Zusammenarbeit mit der EnAW. Denn gerade der Hauptprozess des galvanischen Verfahrens sei energieintensiv – rund die Hälfte des Gesamtstromverbrauchs falle darauf zurück. «Energie- und Nachhaltigkeitsfragen haben bei uns deshalb naturgemäss einen sehr hohen Stellenwert», weiss der Leiter Technik und Dienste Michael Kehl. Da auch die Gesamtenergie einen grossen Teil der finanziellen Aufwände ausmache, lohnen sich die Bemühungen des Grossverbrauchers gleich in zweierlei Hinsicht.

Der grosse Wurf
Die Isolierung der Bäder, das Einbauen eines Eco-Schalters oder der Ersatz von Beleuchtungsmitteln: Der gemeinsam mit der EnAW erarbeitete Massnahmenkatalog beinhaltet an die 30 Massnahmen. Das schenkt ein – sowohl energietechnisch als auch finanziell. Der erste grosse Wurf war der Umstieg auf Fernwärme. Damit konnte die Hartchrom AG ihren Erdgas- und Heizölverbrauch komplett substituieren. So werden beispielsweise die galvanischen Bäder sowie das ganze Gebäude mit Fernwärme geheizt. «Das ist nicht nur eine energetische Optimierung, sondern wirkt sich auch positiv auf die Finanzen aus», sagt Kehl und spricht auch die Rückerstattung des Netzzuschlages an. Denn das sei gerade für Grossverbraucher ein wichtiger Anreiz. Aber – Energie und Kosten sparen werde mit der Zeit schwieriger. «Die grossen Massnahmen sind umgesetzt, die Potenziale werden von Mal zu Mal kleiner.» Deshalb nimmt man in Steinach nun auch Strommassnahmen in Angriff, die über die Zielvereinbarung hinaus ihren Beitrag zur Effizienzsteigerung leisten.

Ein Plus für die Beleuchtung
So wurden 2018 zwei grosse Massnahmen im Bereich der Beleuchtungsoptimierung umgesetzt. Denn auch hier seien die Energiekosten nicht zu unterschätzen – die Umsetzung dieser Optimierungsmassnahmen war zunächst nicht wirtschaftlich. Dank der Unterstützung der EnAW-Beraterin Stefanie Steiner und den Fördergeldern von Effizienz+ konnte die komplette Beleuchtung zweier Hallen durch LED-Leuchten ersetzt werden. Das hat sich gelohnt: Mit dem Ersatz von insgesamt 170 Leuchtmitteln in den beiden Hallen erzielt die Hartchrom AG eine jährliche Energieeinsparung von 25.3 Megawattstunden. Neben der Effizienzsteigerung und den eingesparten Schweizer Franken nennt Kehl noch einen weiteren Pluspunkt: «Die neuen Leuchtmittel sind nicht nur effizienter und haben eine längere Lebensdauer, sondern erleichtern uns auch die Wartung.»

«Der Austausch ist Gold wert»
Apropos Beleuchtung: In den Räumlichkeiten der Hartchrom AG erinnern Merkzettel die knapp 190 Mitarbeitenden stets daran, die Lichter zu löschen. «Man muss die Leute aktiv daran erinnern, sonst brennt das Licht die ganze Nacht», erklärt der Energieverantwortliche. Keine Erinnerung braucht der studierte Mechatroniker, wenn es um die regelmässigen Treffen der Energie-ModellGruppe Thurgau geht. Denn dieser Austausch sei für ihn Gold wert: Obwohl die Unternehmen völlig unterschiedlich sind, finden sich bei allen die gleichen energietechnischen Herausforderungen. Deshalb tauschen sich die Gruppenteilnehmer auch ausserhalb der Treffen regelmässig über Energiemassnahmen aus. Für Kehl sei das «wie in einer kleinen Familie.»

Verbesserte
Steuerung spart 40 Megawattstunden Strom ein
Dass dieser Austausch wertschöpfend ist, zeigt eine Massnahme zur Optimierung der Druckluft: Diesen Tipp hat Kehl nämlich von einem anderen Gruppenteilnehmer erhalten. Dank der übergeordneten Kompressoren-Steuerung werden die fünf Kompressoren heute überwacht und gut eingesetzt. «Die Steuerung schaltet jeweils den richtigen Kompressor, passend zur Betriebssituation, zu oder ab», erklärt er. Ein weiteres Plus sei die erhöhte Zuverlässigkeit und Wartungsfreundlichkeit der gesamten Anlage. Ohne die finanzielle Unterstützung von Effizienz+ wäre die Massnahme aber nicht rentabel gewesen. Der Förderbeitrag hat sie wirtschaftlich gemacht und die Umsetzung somit ermöglicht. Und nicht nur das: Allein durch die Druckluftoptimierung spart die Verchromungsfirma jährlich fast 40 Megawattstunden Strom – so viel, wie für die Versorgung von acht Einfamilienhäusern. Das Thema Energieeffizienz, so viel sei sicher, ist für die Hartchrom AG aber noch lange nicht abgeschlossen. «Wir haben einen Grobfahrplan für die nächsten Projekte», so Kehl. «Schliesslich wollen wir auf dem Zielpfad bleiben.»

Effizienz+ – Programm zur Förderung zätzlicher Strommassnahmen
In vielen Unternehmen gibt es über die Zielvereinbarung hinaus Potenziale für Stromeinsparungen, die knapp unwirtschaftlich sind. Mit dem durch ProKilowatt finanzierten Programm Effizienz+ bieten wir Unternehmen finanzielle Unterstützung, um auch unwirtschaftliche Strommassnahmen anzugehen. Über das Check-up-Tool können EnAW-Teilnehmer Massnahmen einreichen und Fördergelder von 500 bis 45 000 Franken beantragen. Sie werden dabei von den EnAW-Beraterinnen und -Beratern begleitet.

Text: Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW)

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