Hans Brändle hat gegenüber dem Verwaltungsrat seinen Rücktritt als CEO von Meyer Burger für den Fall angekündigt, dass ein Sentis-Vertreter in den Verwaltungsrat gewählt wird.

Meyer Burger: Verwaltungsrat lehnt Zuwahl eines aktivistischen Aktionärsvertreters in den Verwaltungsrat einstimmig ab

(PM) Meyer Burger Technology AG gibt heute in einem Brief an die Aktionäre die Stimmempfehlung des Verwaltungsrates für die ausserordentliche Generalversammlung vom 30. Oktober 2019 bekannt. Eine Aktionärsgruppe um Sentis Capital PCC ("Sentis") beantragt die Zuwahl von Mark Kerekes, Co-Geschäftsführer und Verwaltungsratsmitglied von Sentis, in den Verwaltungsrat der Meyer Burger. Nach Analyse des Antrags und der hinter Sentis stehenden Personen und Interessen sowie nach ausführlichen Gesprächen mit dem Kandidaten empfiehlt der Verwaltungsrat den Aktionären einstimmig, die Zuwahl von Mark Kerekes in den Verwaltungsrat von Meyer Burger abzulehnen.


Der Verwaltungsrat begründet in seinem Schreiben an die Aktionäre seine Ablehnung der Kandidatur von Mark Kerekes ausführlich. Als Verwaltungsratsmitglied von Meyer Burger bekäme Mark Kerekes Zugang zu intimen Informationen der Gesellschaft, was zu unlösbaren Interessenskonflikten führen würde, da er Mitglied des Verwaltungsrats der aktivistischen Sentis-Gruppe ist. Deren wirtschaftlich Berechtigter ist der russische Milliardär Petr Kondrashev, der vom US-Finanzministerium auf die sogenannte Putin-Liste gesetzt worden ist. In einem ausführlichen Gespräch mit dem von einem renommierten Personalberater unterstützten Nominierungsausschuss des Verwaltungsrats konnte Mark Kerekes nicht glaubhaft aufzeigen, wie dieser Interessenskonflikt in der Praxis gelöst werden könnte. Als erklärter Interessensvertreter eines aktivistischen Aktionärs würde seine Zuwahl zudem dem Grundsatz des schweizerischen Aktienrechts widersprechen, wonach jeder Verwaltungsrat verpflichtet ist, sich allein für die Interessen des Unternehmens und nicht für Partikularinteressen einzusetzen. Zudem musste der Verwaltungsrat nach dem Gespräch im Nominierungsausschuss feststellen, dass Mark Kerekes über keine relevante Erfahrung als Verwaltungsrat eines börsenkotierten Unternehmens, eines Industrieunternehmens oder in der Solarindustrie verfügt.

Strategiewechsel gefährden
Eine Zuwahl von Mark Kerekes in den Verwaltungsrat würde auch die weitere Umsetzung des eingeleiteten Strategiewechsels gefährden, da zwischen dem Verwaltungsrat und der aktivistischen Sentis-Gruppe bedeutende Meinungsverschiedenheiten bezüglich der strategischen Weiterentwicklung des Unternehmens bestehen. Das wiegt umso schwerer, als Mark Kerekes nicht überzeugend darstellen konnte, dass er im Verwaltungsrat eine konstruktive Zusammenarbeit anstrebt und zu dieser in der Lage ist.

Konzentration auf Heterojunction/SmartWire-Technologie
Der Verwaltungsrat von Meyer Burger äussert sich im Aktionärsbrief denn auch detaillierter zur strategischen Neuausrichtung von Meyer Burger. Dazu sagt Remo Lütolf, Verwaltungsratspräsident von Meyer Burger: "Der Verwaltungsrat hat sich für eine strategische Neuausrichtung von Meyer Burger entschieden. Das heisst, wir ziehen uns aus dem margenschwachen Massengeschäft zurück, das auf der am Ende ihres Lebenszyklus angelangten PERC-Technologie beruht, und konzentrieren uns auf die Vermarktung unserer proprietären Heterojunction/SmartWire-Technologie. Wir gehen davon aus, dass Meyer Burger mit dieser Technologie über einen Vorsprung gegenüber dem Wettbewerb von einigen Jahren verfügt, was es unseren Kunden ermöglichen sollte, margenstarke Premiumprodukte anzubieten."

Um diesen Vorsprung zu sichern, wird Meyer Burger ihre Technologie nur an ausgewählte Kunden im Rahmen von exklusiven Partnerschaftsvereinbarungen liefern. Diese sichern die Interessen der Solarhersteller und von Meyer Burger und ermöglichen Meyer Burger eine Beteiligung am Erfolg der neuen Technologie, die ein attraktives, margenträchtiges Marktsegment adressiert. Der Verwaltungsrat von Meyer Burger sieht die neue Strategie als Voraussetzung, um die Technologieinvestitionen der letzten Jahre in Gewinne und nachhaltiges Wachstum zu wandeln. Erste Schritte in der Umsetzung dieser strategischen Neuausrichtung sind bereits in Angriff genommen worden.

CEO Hans Brändle könnte zurücktreten
Es kommt als wichtige Überlegung hinzu, dass die technologische und strategische neue Ausrichtung von Meyer Burger eng mit ihrem CEO Hans Brändle verknüpft ist, dessen herausragende technologische und strategische Kompetenz international anerkannt ist. Nachdem Sentis ohne nachvollziehbare Begründung und ohne einen Vorschlag für eine überzeugende Nachfolgeregelung den Rücktritt von Hans Brändle fordert, hat dieser gegenüber dem Verwaltungsrat seinen Rücktritt als CEO von Meyer Burger für den Fall angekündigt, dass ein Sentis-Vertreter in den Verwaltungsrat gewählt wird.

Im Aktionärsbrief lädt der Verwaltungsrat von Meyer Burger die Aktionäre ein, ihre Stimmrechte an der ausserordentlichen Generalversammlung wahrzunehmen. Diese findet am 30. Oktober 2019 im Stade de Suisse in Bern statt. Die formelle Einladung wird Anfang Oktober publiziert und das Stimmrechtsmaterial ebenfalls dann zur Verfügung gestellt. Der Verwaltungsrat macht nochmals darauf aufmerksam, dass gemäss den Statuten nur solche Aktionäre stimmberechtigt sind, die am 30. September 2019 mit Stimmrechten im Aktienbuch eingetragen sind. Aktionäre können sich für die Eintragung an ihre Bank wenden.

Vollständige Aktionärsbrief sowie aktuelle Informationen zur ausserordentlichen Generalversammlung >>

Text: Meyer Burger

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