28. Aug 2019

Wenn die Kantone wirksame Klimaschutz-Massnahmen des Bundes ablehnen und selbst keine griffige Alternative vorlegen – dann ist ab sofort der Bund für Klimaschutz im Gebäudesektor verantwortlich.

WWF: Klima-Gleichgültigkeit bei der Konferenz der Kantonalen Energiedirektoren

CO2-Grenzwerte des Bundes für Gebäude einstimmig ablehnen und gleichzeitig keinen alternativen Plan vorlegen. Exakt dies erlaubt sich die Konferenz Kantonaler Energiedirektoren (EnDK) (siehe ee-news.ch 26.8.19 >>). In Zeiten vom Klimanotstand ist diese Gleichgültigkeit verantwortungslos.

  • Der Gebäudesektor ist nicht auf Kurs: Immer noch rund zwei Drittel der Öl- und Gasheizungen werden wiederum durch eine fossile Heizung ersetzt. Somit verfehlen die Kantone das aktuelle Bundesziel deutlich, die CO2-Emissionen im Gebäudebereich bis 2020 um 40% gegenüber 1990 zu senken. Auch die umgesetzten und geplanten Gesetzesänderungen der Kantone werden die vom Bundesrat vorgeschlagene Reduktion von 50% der CO2-Ausstosse bis 2027 klar verfehlen. Dies weiss die EnDK und dies wurde kürzlich in zwei Studien bestätigt (ee-news.ch vom 15.8.19 >>).
  • Ohne Plan B in die Klimakrise: Die EnDK wehrt sich trotzdem dagegen, dass der Bund nun griffige CO2-Grenzwerte für Gebäude festlegt. Diese wären beim Heizungsersatz einzuhalten. Die EnDK schiebt dabei eine Reihe von Argumenten vor, die einen Faktencheck nicht bestehen (siehe hier). Selber legt die EnDK keine griffige Alternative vor. Somit lehnt sie faktisch die Klimaziele des Pariser Abkommens ab.

  • WWF Schweiz drängt auf Entscheid des Bundes: Auf Bundesebene gilt es möglichst per 2021 ein CO2-Grenzwert einzuführen, dessen Einhaltung bei einem Heizungsersatz belegt werden muss. Für Härte- und Spezialfälle sind Ausnahmen möglich. Der geplante Klimafonds für die Sanierung der Gebäude kann dazu beitragen, den Übergang von fossilen zu erneuerbaren Heizsystemen finanziell zu unterstützen.

Patrick Hofstetter, Klimaschutzexperte beim WWF Schweiz: «Auf der Strasse ruft die Klimajugend zum Ausstieg aus Öl und Gas bis 2030 auf, die Kantone wollen jedoch erst nach 2030 verbindliche Regeln zum langfristigen Ausstieg festlegen. Damit ignorieren sie nicht nur das Paris-Abkommen und die Erkenntnisse der Klimawissenschaft, sondern auch den Weckruf der nächsten Generation. «Wärmepumpen, Fern- und Nahwärme, Holz- und Solarlösungen: Die Technologie ist erprobt und beliebt und meist auch günstiger als dreckige Energien.»»

Weitere Informationen

Text: WWF Schweiz

1 Kommentare
> alle lesen
Max Blatter @ 30. Aug 2019 10:55

Warum wird nicht offengelegt, welche Kantonsvertreter sich wie geäussert haben? Wie auch immer: Vielleicht muss man ernsthaft ins Auge fassen, die Zuständigkeit für den Bereich "Energie am und im Bau" auch an den Bund zu übertragen. Föderalismus in Ehren, aber die ökologische Nachhaltigkeit ist wichtiger.

Kommentar hinzufügen

Partner

  • Agentur Erneuerbare Energien und Energieeffizienz

Job-Plattform

Suchen Sie einen Mitarbeitenden 
oder eine Stelle? 
Bei uns sind Sie richtig!

Hier geht's weiter >>

Aktuelle Jobs

Solarberater Nordwestschweiz 100% (m/w)

Die AGROLA AG ist eine Tochtergesellschaft der fenaco Genossenschaft und ein führender Energieanbieter in der Schweiz. Das umfangreiche Angebotsportfolio umfasst den Energiehandel mit fossilen Bre...

Ist Ihr Unternehmen im Bereich erneuerbare Energien oder Energieeffizienz tätig? Dann senden sie ein e-Mail an info@ee-news.ch mit Name, Adresse, Tätigkeitsfeld und Mail, dann nehmen wir Sie gerne ins Firmenverzeichnis auf.

Newsletter abonnieren

Follow us

In order to provide the best quality for you, our system uses "cookies", which are stored on your device. Cookies are necessary to identify what information (job advertisement, questionnaire, etc) you have already seen. IP address is used for the same purposes as described above.

When creating a profile, applying to the newsletter, job subscriptions and etc, you agree that the data, which you have entered, will be stored and processed in the system in order to provide services, which you have applied for.

We do NOT sell your personal data to any 3rd party services.

You must be 18 or older years old to use our services. If you are underage, you must have a permission to use our services from your parent or guardian. It is necessary in order to store and process your data.

By continuing to use our services, you agree with the these terms. You can withdraw your agreement at any time, by deleting cookies from your device and by sending request for deleting your data to the administrator.

Close