29. Aug 2019

Entwicklung der Heizleistung seit 1990. ©Grafik: Geothermie Schweiz

Geothermie-Wärme, aufgeteil nach Technologie -Entwicklung der Heizleistung seit 1990. ©Grafik: Geothermie Schweiz

Schweiz: Geothermische Heizleistung innert zehn Jahren verdoppelt

(ee-news.ch) Im Jahr 2018 betrug die geothermische Heizleistung in der Schweiz insgesamt etwa 2200 MW. Das entspricht einer Zunahme von rund 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Da der letzte Winter sehr milde ausfiel und der Heizbedarf niedrig war, sank die effektiv produzierte Heizenergie im gleichen Zeitraum um 3.8 Prozent, von über 3’800’000 MWh auf knapp 3’700’000 MWh. Ein Blick auf die vergangenen zehn Jahre zeigt, dass sich sowohl die Heizleistung als auch die produzierte Heizenergie in etwa verdoppelten. (Texte en français >>)


Klimatisch war 2018 ein sehr milder Winter, was sich in der niedrigen Anzahl von 2'891 Heizgradtagen (HGT) widerspiegelt. Im langjährigen Mittel der letzten 20 Jahre lag dieser Wert durchschnittlich bei 3’221 HGT. Im Vergleich zum Vorjahr sank die produzierte Heizenergie 2018 daher um 3.8 %, obwohl die installierte Heizleistung aller Anlagen im gleichen Zeitraum um 4 % gestiegen ist.

83.9 % auf Erdwärmesondensysteme
Die gesamte Heizleistung aller geothermischen Anlagen in der Schweiz betrug im Jahr 2018 2'196.8 MW. Hiervon entfielen 1'843.8 MW (83.9 %) auf Erdwärmesondensysteme. Zur schweizweiten Heizleistung mit Geothermie trugen ausserdem bei: Oberflächennahes Grundwasser 291.5 MW (13.3 %), Geostrukturen 26.3 MW (1.2 %), Tiefe Aquifere 5.4 MW (0.2 %), Tunnelwasser-Nutzungen 3.9 MW (0.2 %), Thermalbäder 23.3 MW (1.1 %), direkte Nutzungen Tiefer Aquifere 1.5 MW (0.1 %) sowie direkte Tunnelwassernutzungen (k. A.).

74.7 % erneuerbar
Die produzierte Heizenergie aus geothermischen Anlagen betrug 2018 3692.1 GWh, wobei der Anteil der geothermischen und somit erneuerbaren Energie bei 2758.2 GWh (74.7 %) liegt. Der andere Teil der produzierten Heizenergie stellt den Stromanteil der Wärmepumpen-Systeme dar. Die produzierte Heizenergie stammte mit einem Anteil von 94.6 % (3491.1 GWh) hauptsächlich aus Systemen mit Wärmepumpen (WP). Davon entfielen wiederum 85.4 % auf Erdwärmesondensysteme (2‘981.6 GWh). Die weiteren geothermischen WP-Nutzungen teilten sich auf in Oberflächennahes Grundwasser (12.2 %, 425.9 GWh), Geostrukturen (1.6 %, 54.5 GWh), Tiefe AquiferNutzung (0.6 %, 20.1 GWh), Tunnelwasser (0.2 %, 6.5 GWh) und Tiefe Erdwärmesonden (0.1 %, 2.5 GWh).

Direkte Nutzung
Mit direkten Geothermie-Nutzungen ohne Wärmepumpen wurde 2018 insgesamt 201.0 GWh produziert, dies entspricht 5.4 % der gesamthaft produzierten Heizenergie. Der grösste Teil der direkten Nutzung erfolgte über Thermalbäder (193.8 GWh). Daneben lieferte auch die Anlage Riehen einen Teil der Tiefen Aquifer-Nutzung direkt ohne Wärmepumpe (5.2 GWh). Beim Lötschbergtunnel wurde ein grosser Teil der geothermischen Wärme direkt ohne Wärmepumpe für die Fischzucht verwendet (2.0 GWh).

Wärmeproduktion 218

Technologie und Nutzung

Wärmeproduktion
(MWh/Jahr)

Anteil (%)

Erdwärmesonden und Erdregister

2'981'600

80.8

Grundwasser-Nutzung

425'900

11.5

Thermalbäder

193'800

5.3

Geostrukturen (Heizung und Kühlung)

54'500

1.5

Tiefe Aquifere (inkl. Direktnutzung)

25'300

0.6

Tunnelwasser (inkl. Direktnutzung)

8'500

0.3

Tiefe Erdwärmesonden

2'500

0.1

Total

3'692'100

100

Quelle: Dr. Katharina Link, Geo-Future GmbH: Statistik der geothermischen Nutzung in der Schweiz, Ausgabe 2018

Weitere Informationen:

Text: ee-news.ch, Quelle: EnergieSchweiz und Geothermie Schweiz

1 Kommentare
> alle lesen
Max Blatter @ 30. Aug 2019 10:49

Ja, in der Nutzung der untiefen Geothermie stand die Schweiz schon immer gut da. Was sicher zum Teil damit zu tun hat, dass diese Technologie auch die Kassen der in der Schweiz starken Wärmepumpen-Branche füllt und den Energieversorgern entsprechende Stromverkäufe sichert. Wegen des gleichmäßig hohen Temperaturniveaus der Erdwärme aber eine sehr sinnvolle Technologie, solange man darob die direkte Sonnenenergie-Nutzung durch thermische Kollektoren nicht vernachlässigt.

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