02. Aug 2019

Durch die vom Tiefbauamt Graubünden ausgeführte Schneeräumung auf der Engadin-zugewandten Seite der Passstrasse konnte Swissgrid die Arbeiten vor der offiziellen Eröffnung der Albula-Passstrasse starten. ©Bild: Swissgrid

Montage der neuen Masten. Sie weisen dieselbe Geometrie auf wie die alten, halten in Zukunft aber dank verstärkten Fundamenten und Tragwerken stärkerem Wind stand. ©Bild: Swissgrid

Albulapass: Abschluss der Instandsetzung und Inbetriebnahme der 380-kV-Leitungen Pradella-Sils

(PM) Swissgrid hat die Arbeiten für die Instandsetzung der beschädigten Leitungen auf dem Albulapass abgeschlossen. Sie wurden wie geplant Ende Juli wieder in Betrieb genommen. Swissgrid begann Mitte April mit der Instandsetzung der 380-kV-Leitungen auf dem Albulapass. Vier Masten und die Leiterseile mussten ersetzt werden. Die Kosten für die Instandsetzung belaufen sich auf rund 2.8 Millionen Franken. (Article en français >>)


Die Leitungen sind seit dem 29. Juli 2019, wie geplant, wieder in Betrieb. Sie sind wichtige Elemente im Schweizer Übertragungsnetz, insbesondere auf der Nord-Süd-Achse. Die Wetterbedingungen, speziell im Monat Mai mit teils intensiven Schneefällen, stellten für die Arbeiten eine besondere Herausforderung dar.

Nettotransitkapazität Richtung Italien um 900 MW reduziert
Die Instandstellung war nötig, nachdem aussergewöhnlich starke Winde des Sturmtiefs Vaia in der Nacht vom 29. auf den 30. Oktober 2018 im Gebiet der Passhöhe vier Masten umgeknickt hatten. Die beiden betroffenen 380-kV-Leitungen Filisur-Robbia sowie Pradella-Robbia-Sils waren seither ausser Betrieb. Swissgrid verzichtete aufgrund der latenten Lawinengefahr aus Sicherheitsgründen auf den Bau einer provisorischen Verbindung mit Notmasten. Die Netzsicherheit im Übertragungsnetz war jedoch gewährleistet. Trotz dieser Schäden waren keine Versorgungsunterbrüche im Übertragungsnetz zu verzeichnen. Die monatliche Nettotransitkapazität (NTC) Richtung Italien war seit dem Vorfall um 900 MW reduziert, entspricht jetzt aber wieder dem vorherigen Niveau.

Die Wichtigkeit der Leitung als Nord-Süd-Verbindung machte die Instandstellung besonders dringend. Deshalb startete Swissgrid die Arbeiten vor der offiziellen Eröffnung der Albula-Passstrasse. Dies war nur durch die vom Tiefbauamt Graubünden ausgeführte Schneeräumung auf der Engadin-zugewandten Seite der Passstrasse und durch das Ad-Hoc erstellte Sicherheitsdispositiv gegen Lawinen möglich. Dank der guten Zusammenarbeit mit dem Kanton Graubünden konnten die Arbeiten an den vier Maststandorten so bereits am 15. April starten.

Masten mit Lawinenschutz
Nach der Räumung der Strasse wurden zuerst die alten Fundamente entfernt und neue gebaut. Anschliessend wurden die Masten errichtet und die Leiterseile eingezogen. Die neuen Masten weisen dieselbe Geometrie auf wie die alten, halten in Zukunft aber dank verstärkten Fundamenten und Tragwerken noch stärkerem Wind stand. Die Fundamente zweier Masten verfügen neu über einen Lawinenschutz.

Hohe Anforderungen an Sicherheit und Umweltschutz
Auf der Swissgrid-Baustelle galten strenge Sicherheits- und Umweltvorschriften. Das hochalpine Gelände und das unberechenbare Wetter im schneereichen Winter 2018/2019 auf dem Albulapass stellten die Fachkräfte vor besondere Herausforderungen. In den Monaten April und Mai herrschten sehr tiefe Temperaturen, es fiel Schnee, der zudem von den starken Winden verweht wurde. Die örtliche Lawinenkommission erstellte täglich ein Lawinenbulletin. Passfahrten und Arbeiten wurden danach ausgerichtet. Die Spezialisten auf den Baustellen waren mit Lawinensuchgeräten ausgerüstet. Ein Container hätte im Notfall für 48 Stunden Zuflucht geboten. Die Arbeiten wurden ohne Unfälle abgeschlossen.

Umfassendes Umweltkonzept
Um die hochalpine Landschaft zu schützen, hat Swissgrid ein umfassendes Umweltkonzept erstellt und umgesetzt. Demnach durften beispielsweise Helikopter nur in definierten Korridoren von der Strasse her direkt zu den Mastbaustellen fliegen. Baumaschinen fuhren nur einmal zu den Baustellen zu und wurden dann so wenig wie möglich verschoben. Die Bodenschichten, getrennt abgetragen und gelagert, wurden nach Abschluss der Fundamentarbeiten wieder eingebracht und die Natur so weit wie möglich in ihren Ursprungszustand zurückversetzt.

Die ursprünglichen Leitungen zwischen La Punt und Filisur wurden 1968 von der Elektrizitäts-Gesellschaft Laufenburg (EGL) in Betrieb genommen.

Text: Swissgrid

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