26. Jul 2019

Szenarien zur installierten Leistung von Windenergie und Photovoltaik in Deutschland. ©Bild: AEE

Ein Frühjahr in den 2030er Jahren: Flexibilität garantiert Netzstabilität. ©Bild: AEE, Quelle: Eigene Darstellung nach Sauer, RWTH Jara Energy, Stand 12/2018

Grundlast war gestern: Mehr Flexibilität für den Strommarkt der Zukunft

(AEE) Im Strommarkt der Zukunft geben Wind und Sonne den Takt vor. Dies bedeutet, dass der Fokus auf die Grundlast der Vergangenheit angehört. „Grundlast war gestern. Unser Strommarkt braucht mehr Intelligenz und Flexibilität“, sagt Robert Brandt, Geschäftsführer der deutschen Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). Ein neues AEE-Hintergrundpapier stellt sowohl Herausforderungen als auch Lösungsansätze für mehr Flexibilität im Strommarkt vor.


Der Anteil erneuerbarer Energien am Strommarkt steigt stetig. Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres lag er bei 44 Prozent (siehe ee-news.ch vom 27.6.2019 >>). Schon in wenigen Jahren wird in deutschen Stromnetzen grösstenteils Strom aus erneuerbaren Energien fliessen. Da Erzeugung und Verbrauch jederzeit im Einklang stehen müssen, um eine stabile Versorgung zu gewährleisten, wächst der Bedarf für Flexibilität sowohl bei Stromerzeugern als bei Stromverbrauchern.

Versorgungssicherheit durch Flexibilität
Wenn die Erzeugung aus Wind- und Sonnenenergie für die Deckung der Stromnachfrage nicht ausreicht, müssen heute und in Zukunft steuerbare Kraftwerke einspringen oder verschiebbare Lasten abgeschaltet werden. Umgekehrt gilt es, den Strom aus Wind und Sonne in Überschusssituationen möglichst sinnvoll zu nutzen. Das dynamische Zusammenspiel von erneuerbaren Energien, Verbraucher*innen, Speichern und Netzen, die sich gegenseitig ergänzen, sorgt für eine stabile und verlässliche Versorgung. Das gilt vor allem dann, wenn die Sonne nicht scheint und gleichzeitig der Wind nicht weht, wie das Hintergrundpapier erläutert.

Flexibilität für den Strommarkt der Zukunft
Das neue AEE-Hintergrundpapier „Flexibilität für den Strommarkt der Zukunft“ stellt ein breites Spektrum verschiedener Flexibilisierungsparameter vor. Eine Möglichkeit bietet der bedarfsorientierte Betrieb von Biomasse-Anlagen und der Neubau hochflexibler Anlagen. Energiespeicher aber auch erneuerbare Gase sowie der Einsatz flexibler Stromverbraucher wie etwa Wärmepumpen können ebenfalls für mehr Flexibilität sorgen.

Bioenergie als ein flexibler Dreh- und Angelpunkt im Energiesystem
Auf der Seite der erneuerbaren Energien bietet besonders die Bioenergie Potenzial für die flexible und bedarfsorientierte Stromerzeugung. Wurden Bioenergie-Anlagen in den vergangenen Jahren überwiegend zur Stromerzeugung im Dauerbetrieb eingesetzt, schafft die 2012 eingeführte Flexibilitätsprämie nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz einen Anreiz für die Flexibilisierung von Biogas- und Biomethananlagen. Bis November 2017 wurden Anlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 2.8 Gigawatt für die Flexibilitätsprämie angemeldet. Die Prämie trägt dazu bei, dass Biogasanlagen vor allem dann einspringen, wenn Wetter und Verbrauchsschwankungen es erfordern.

Anreize für Flexibilität
Das neue Papier zeigt auch, dass viele Optionen momentan wegen Restriktionen noch nicht marktwirtschaftlich sind. Welche Vorschläge für eine Markteinführung von mehr Flexibilitätsoptionen diskutiert werden, umreisst das Papier ebenfalls.

AEE-Hintergrundpapier: Flexibilität für den Strommarkt der Zukunft >>

Text: Deutsche Agentur für Erneuerbare Energien (AEE)

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