11. Jul 2019

Mit der Blockade des Hauptgebäudes der Credit Suisse am Paradeplatz haben die AktivistInnen die Öffentlichkeit darauf aufmerksam gemacht, welche zentrale Rolle der Schweizer Finanzplatz bei der Klimaerhitzung spielt. ©Bild: Greenpeace Schweiz

Greenpeace: Die Schweiz braucht klimafreundliche Banken – Credit Suisse und UBS müssen endlich aufwachen

(PM) Die AktivistInnen, die am Montag das Hauptgebäude der Credit Suisse in Zürich friedlich blockierten, haben sich für eine lebenswerte Zukunft von uns allen eingesetzt. Sie entschieden sich für diese Aktion des zivilen Ungehorsams, weil der Schweizer Finanzplatz und insbesondere die beiden Grossbanken Credit Suisse und UBS mit ihren Finanzierungen die Klimaerhitzung befeuern und damit Mensch und Natur gefährden. Die Finanzakteure müssen endlich Klimaverantwortung übernehmen.


Bis kurz vor Mittag sind fast alle Klimaschützerinnen und Klimaschützer in Zürich aus der unverhältnismässig langen Haft entlassen worden. Greenpeace hofft, dass bald alle auf freiem Fuss sind. Greenpeace dankt den AktivistInnen für ihren mutigen Einsatz für mehr Klimaschutz und damit für eine lebenswerte Zukunft für uns alle.

Klimaerhitzung: Schweizer Finanzplatz verharrt im Tiefschlaf
Mit ihrer Blockade des Hauptgebäudes der Credit Suisse am Paradeplatz haben die AktivistInnen die breite Öffentlichkeit darauf aufmerksam gemacht, welche zentrale Rolle der Schweizer Finanzplatz und insbesondere die beiden Grossbanken Credit Suisse und UBS bei der Klimaerhitzung spielen. Die Erderhitzung ist keine ferne Bedrohung mehr, der Klimawandel geschieht hier und jetzt. Um die Klimakrise abzuwenden, muss die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad und möglichst 1.5 Grad Celsius beschränkt werden, wie es im Pariser Klimaabkommen, das auch von der Schweiz ratifiziert wurde, festgehalten ist. Dafür müssen wir uns aus der Abhängigkeit von fossiler Energie lösen. Während die grossen Schweizer Versicherungen wie Zurich und SwissRe ihre Klimaschutz-Richtlinien sowohl im Anlage- als auch im Versicherungsbereich verstärkt haben, verharren die Schweizer Grossbanken im Vergleich weiterhin im Tiefschlaf.

Greenpeace Schweiz zeigte letztes Jahr auf: Die Credit Suisse und die UBS stellten von 2015 bis 2017 insgesamt 12.3 Milliarden US-Dollar für 47 Unternehmen bereit, die besonders dreckige, sogenannt extreme fossile Brennstoffe nutzbar machen. Dazu zählen Kohle, Öl aus Teersanden, aus der Arktis und der Tiefsee sowie Flüssiggas (LNG) (ee-news.ch vom 5.2.2019 >>). Diese Geschäfte wirken sich enorm negativ auf unser Klima aus: Mit den 12.3 Milliarden US-Dollar finanzierten die Banken von 2015 bis 2017 total 182.9 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen. Im betrachteten Zeitraum war 2017 besonders übel für das Klima: Zwei Jahre nach der Verabschiedung des Pariser Klimaabkommens finanzierten die zwei Grossbanken über die untersuchten 47 Unternehmen 93.9 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen. Das sind rund doppelt so viele Emissionen wie alle Akteure innerhalb der Schweizer Grenze in einem Jahr verursachen. Credit Suisse ist dabei für den Löwenanteil verantwortlich.

Der ökologische Fussabdruck der beiden Banken wird sogar um einiges höher sein als im Bericht von Greenpeace ausgewiesen. Denn dieser konnte einzig die Klimaauswirkungen der Finanzierungen von 47 Unternehmen im Bereich der extremen fossilen Energie berücksichtigen. Es muss also mit einer hohen Dunkelziffer finanzierter Emissionen gerechnet werden.

Jetzt handeln!
Insbesondere die Credit Suisse, aber auch die UBS müssen nun endlich handeln und ihre Finanz- und Dienstleistungsgeschäfte dem Klimanotstand anpassen. Sie müssen ein Teil der Lösung werden statt ein Teil des Problems bleiben.

Greenpeace Schweiz fordert von der Credit Suisse und der UBS:

 - Die beiden Grossbanken legen umgehend ihre Klimarisiken offen und verpflichten sich offiziell zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens in Übereinstimmung mit dem 1.5 Grad Ziel.

 - Die beiden Grossbanken stoppen bis spätestens Ende 2019 die Neufinanzierung von Projekten und in Unternehmen, die Kohle, Teersand oder Öl aus der Arktis und der Tiefsee fördern, Flüssigerdgas exportieren oder Kohlekraftwerke betreiben. Für bestehende Finanzierungen müssen Auslaufphasen definiert und eingeleitet werden.

 - Die beiden Grossbanken veröffentlichen bis spätestens Ende 2020 einen konkreten Handlungsplan mit Absenkpfad, Zwischenzielen und entsprechenden internen Richtlinien, um mit ihrem globalen Geschäft bis spätestens 2030 klimaneutral zu sein.

Text: Greenpeace Schweiz

1 Kommentare
> alle lesen
Max Blatter @ 12. Jul 2019 09:38

Entweder müssen Credit Suisse und UBS aufwachen – oder ihre Kundinnen und Kunden: Schliesslich gibt es ja auch andere Banken.

Kommentar hinzufügen

Partner

  • Agentur Erneuerbare Energien und Energieeffizienz

Job-Plattform

Suchen Sie einen Mitarbeitenden 
oder eine Stelle? 
Bei uns sind Sie richtig!

Hier geht's weiter >>

Aktuelle Jobs

Projektleiter Solar Nordwestschweiz 100% (m/w)

Bauen Sie mit an der EnergiezukunftDie AGROLA AG ist eine Tochtergesellschaft der fenaco Genossenschaft und ein führender Energieanbieter in der Schweiz. Das umfangreiche Angebotsportfo...

Ist Ihr Unternehmen im Bereich erneuerbare Energien oder Energieeffizienz tätig? Dann senden sie ein e-Mail an info@ee-news.ch mit Name, Adresse, Tätigkeitsfeld und Mail, dann nehmen wir Sie gerne ins Firmenverzeichnis auf.

Newsletter abonnieren

Follow us

In order to provide the best quality for you, our system uses "cookies", which are stored on your device. Cookies are necessary to identify what information (job advertisement, questionnaire, etc) you have already seen. IP address is used for the same purposes as described above.

When creating a profile, applying to the newsletter, job subscriptions and etc, you agree that the data, which you have entered, will be stored and processed in the system in order to provide services, which you have applied for.

We do NOT sell your personal data to any 3rd party services.

You must be 18 or older years old to use our services. If you are underage, you must have a permission to use our services from your parent or guardian. It is necessary in order to store and process your data.

By continuing to use our services, you agree with the these terms. You can withdraw your agreement at any time, by deleting cookies from your device and by sending request for deleting your data to the administrator.

Close