25. Jun 2019

Während die grossen Schweizer Versicherungen wie Zurich und SwissRe ihre Klimaschutz-Ambitionen verstärken, verharren die Schweizer Grossbanken im Vergleich weiterhin im Tiefschlaf.

Zurich Insurance: Will ab 2022 nur noch erneuerbare Energien nutzen und ihre Anlagestrategie überdenken

(SDA) Zurich Insurance unterzeichnet die UN-Verpflichtung zur Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs. Ab 2022 will der Versicherungskonzern nur noch erneuerbare Energien nutzen. Auch in Sachen Anlagestrategie will Zurich vernünftiger handeln.


Der sogenannte "Business Ambition for 1.5 °C Pledge" der Vereinten Nationen zielt darauf ab, die durchschnittliche globale Erwärmung bis 2030 auf 1.5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Die Zurich sei der erste Versicherer, der dieses Papier unterzeichnet habe, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Bereits seit 2014 sei die Firma kohlenstoffneutral.


Banken müssen nachziehen!
Greenpeace Schweiz begrüsst die neuen Richtlinien von Zurich Versicherungen. Sie hat den Ernst des Klimanotstands offenbar erkannt. Zurich übernimmt mit diesen Richtlinien Leadership. Während die grossen Schweizer Versicherungen wie Zurich und SwissRe ihre Klimaschutz-Ambitionen verstärken, verharren die Schweizer Grossbanken im Vergleich weiterhin im Tiefschlaf. Die Credit Suisse und die UBS  finanzierten im 2017 konservativ geschätzt rund doppelt so viele Emissionen wie die Schweiz im Inland in einem Jahr verursacht— durch Bereitstellung von Geld an Unternehmen, die besonders dreckige, so genannt extreme fossile Brennstoffe nutzbar machen. Greenpeace fordert die Banken auf, nun ebenfalls zu handeln und Richtlinien verabschieden, welche einen sofortigen Ausstieg aus der Finanzierung von Unternehmen bezwecken, die mit Kohle und Teersand geschäften. Credit Suisse und UBS sollten der Öffentlichkeit verbindlich aufzeigen können, wie ihre Finanzströme mit dem 1.5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens in Einklang zu bringen sind. Text: Greenpeace


Weniger Kunststoff und Papier
Nun wolle die Zurich einen Schritt weitergehen. Nebst der Umstellung auf erneuerbare Energien, soll die Nutzung von Einweg-Kunststoffprodukten eliminiert und die interne Verwendung von Papier um 80 Prozent gesenkt werden. Ein Anliegen sei es auch, die Kredit- und Anlageportfolios mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens in Einklang zu bringen.

Darüber hinaus richtet sich der Blick der Zurich auch auf ihre Kunden und Beteiligungsunternehmen. Diese wolle man in den nächsten zwei Jahren proaktiv dabei unterstützen, um deren Abhängigkeit von Kraftwerkskohle, Ölsand und Ölschiefer zu reduzieren.

Strikte Anlage- und Zeichnungspolitik
Langfristig sollen Firmen bei der Zurich keine Versicherung erhalten, wenn sie über 30 Prozent ihrer Einkünfte aus dem Abbau von Kraftwerkskohle oder mehr als 30 Prozent ihrer Elektrizität aus Kohle erzeugen. In solche Unternehmen wolle die Zurich künftig auch nicht mehr investieren.

Die striktere Anlage- und Zeichnungspolitik richte sich auch gegen Unternehmen, die neue Kohlebergwerke oder Kohlekraftwerke erschliessen oder 30 Prozent ihrer Einkünfte aus der Gewinnung von Öl und Ölsand sowie dem Abbau von Ölschiefer erwirtschaften.

©Text: Keystone-SDA

1 Kommentare
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Max Blatter @ 28. Jun 2019 11:35

Vielleicht sollte "Zurich" das mal zum Thema ihrer TV-Werbung machen? DAS wäre "wahre Liebe": Das umhätschelte Auto hängt mir schon lange meterweit zum Hals heraus!

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