12. Jun 2019

Kosten 2018 von Photovoltaik-Grosskrafwerken pro Kilowatt in US-Dollar. Grafik: Irena

Die durchschnittlichen Stromgestehungskosten (pro kWh in USD) von Onshore-Windenergie fielen zwischen 1983 und 2018 um 85%. In dieser Zeitspanne wurden weltweit 540 GW Leistung installiert. Grafik: Irena

Irena: Durchschnittliche Stromgestehungskosten der Erneuerbaren sanken 2018 weiter deutlich

(PM) Die weltweit gewichteten durchschnittlichen Stromgestehungskosten fielen im Jahresvergleich für Solarthermie (CSP) um 26 %, gefolgt von Bioenergie (-14 %), Photovoltaik (PV) und Onshore-Windkraft (beide -13 %), Wasserkraft (-12 %), Geothermie und Offshore-Windkraft (beide -1 %). Neue Bioenergie-, Wasserkraft-, Wind Onshore- und Photovoltaik-Projekte unterbieten nun gewöhnlich neue Kraftwerke mit fossilen Brennstoffen.


Kosten zwischen drei und vier US-Cent pro Kilowattstunde für Onshore-Windkraft und Photovoltaik sind an guten Standorten mit günstigen rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen bereits möglich. Rekordtiefe Auktionspreise für Photovoltaik in Chile, Mexiko, Peru, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten haben beispielsweise Stromherstellungskosten von nur drei US-Cent pro Kilowattstunde (0.03 USD/kWh) zur Folge gehabt.

Günstiger als günstigste neue Kohle-, Öl- oder Erdgasoption
Onshore-Windkraft und Photovoltaik werden bald ohne Finanzierungshilfe günstigeren Strom liefern als jede andere Option aus fossilen Brennstoffen. Über drei Viertel der Onshore-Windkraft- und vier Fünftel der Kapazität der Photovoltaik-Grossanlagenprojekte in der Datenbank der International Renewable Energy Agency (Internationale Organisation für Erneuerbare Energien, IRENA), die im nächsten Jahr in Betrieb genommen werden, zeigen niedrigere Preise als die günstigste neue Kohle-, Öl- oder Erdgasoption.

Unter den reinen Betriebskosten von Kohlekraftwerken
Neue Solar- und Windanlagen werden zunehmend sogar die reinen Betriebskosten von Kohlekraftwerken unterbieten. Die Gesamtkosten für neue Onshore-Windkraft- und Photovoltaik-Projekte, die 2020 und später errichtet werden, werden unter den Betriebskosten für existierende Kohlekraftwerke liegen. Durch systemübergreifende Planung werden die Integrationskosten auf ein Minimum beschränkt.

Entscheidend für Klimaziele
Niedrige und sinkende Technologiekosten machen erneuerbare Energien zum wettbewerbsfähigen Rückgrat des Emissionsrückgangs im Energiesektor – eines entscheidenden Klimaziels. Alle Länder müssen gemäss des Pariser Abkommens die Kohlendioxid (CO2)-Emissionen senken, das anstrebt, den weltweiten Temperaturanstieg in diesem Jahrhundert „deutlich unter 2°C“ zu halten. Über den Energiesektor hinaus können Kostensenkungen die Emissionsminderung in Industrie, Transport und Gebäuden in Gang setzen. Laut einer Analyse1 der Irena wird die Stromnutzung bis 2050 von weniger als einem Fünftel des Energiebedarfs auf fast die Hälfte steigen, zum Grossteil auf Grundlage der kostenmässig wettbewerbsfähigen erneuerbaren Energien.

Schon heute konkurrenzfähig
In den meisten Teilen der Welt sind erneuerbare Energien schon die kostengünstigste Quelle der Erzeugung von neuem Strom. Da die Kosten für Solar- und Windenergie weiter sinken, wird diese Situation in noch mehr Ländern eintreten. Weltweit gewichtete durchschnittliche Stromgestehungskosten aus Bioenergie, Wasserkraft, Geothermie, Onshore- und Offshore-Windkraftanlagen seit 2010 innerhalb der Bandbreite der Stromerzeugungskosten aus fossilen Brennstoffen. Photovoltaik-Grossprojekte (PV) fielen 2014 in die Bandbreite der Stromerzeugungskosten aus fossilen Brennstoffen und Solarthermie (CSP) 2018.

Laufende Anpassungen nach unten
Kostenprognosen für Photovoltaik und Onshore-Windkraft werden mit dem Bekanntwerden neuer Daten ständig überarbeitet, wobei die erneuerbaren Energien durchweg frühere Erwartungen übertreffen. Anfang 2018 zeigte die IRENA-Analyse von Auktions- und PPA-Daten, dass die global gewichteten durchschnittlichen Stromgestehungskosten 2020 auf knapp unter fünf US-Cent pro Kilowattstunde (0,049 USD/kWh) für Onshore-Windkraft und fünfeinhalb Cent pro Kilowattstunde (0,055 USD/kWh) für Photovoltaik sinken könnten. Ein Jahr später ist der potenzielle Wert für Onshore-Windkraft 2020 um weitere 8 % auf viereinhalb Cent pro Kilowattstunde (0.045 USD/kWh) gefallen, während der für Photovoltaik um 13 % auf weniger als fünf Cent pro Kilowattstunde (0.048 USD/kWh) sinkt.

Text: Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (Irena)

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