05. Jun 2019

In Schleswig-Holstein etabliert das Unternehmen Windcloud mit Windenergie, Solarstrom, Hybridspeicher und Abwärmenutzung ein innovatives digital-industrielles Ökosystem und kann so Rechenzentrum CO2-neutral betreiben. ©Bild: Windcloud

Windcloud: Grüne Rechenzentren sind machbar – dank erneuerbarer Energien und Sekorenkopplung

(ee-news.ch) In Wirtschaft und Gesellschaft wächst die Anzahl von Rechenzentren für Cloud & Co und damit auch der Energiebedarf. Im hohen Norden Deutschlands nutzt das Unternehmen Windcloud deshalb Strom eines lokalen Stromversorgers, der zu großen Teilen erneuerbare Energie aus der Region bezieht. Doch das Unternehmen will noch höher hinaus.


Die digitalen Dienstleistungen sollen künftig von einem vollständig erneuerbar versorgten Rechenzentrum angeboten werden. Dazu soll die Windenergie Norddeutschlands genutzt werden. Auf ehemaligen Nato- und Bundeswehrflächen hat sich Windcloud schon teilweise eingerichtet, um die virtuelle Welt von der Cloud bis zum Colocation (Unterbringung und Anschluss von Hardware) nachhaltig anzubieten.

Wasserstoff als Speicher für windstille Stunden
Die 5000 Quadratmeter Serverfläche an den Standorten Enge-Sande und Bramstedtlund gehören zur energieintensiven Industrie, denn Daten, Speicher und Cloud verbrauchen Strom – branchenweit mit einer steigenden Tendenz in den nächsten Jahren. Windcloud will Windenergie aus Windparks in Schleswig-Holstein direkt ins Netz des Rechenzentrums fließen lassen und dort verbrauchen. Überschüssiger Strom soll für windstille Stunden in Form von Wasserstoff gespeichert werden. Somit können große Mengen Strom für den sicheren Betrieb der Rechenzentren vorgehalten werden. Für noch mehr Versorgungssicherheit möchte Windcloud zudem Solarenergieanlagen installieren.

Serverabwärme wird in Gewächshäusern genutzt
Das Unternehmen hat sich zusätzlich die Sektorenkopplung auf die Fahnen geschrieben, denn die Energieleistung der Server ist an die Wärmeleistung gekoppelt. Server verbrauchen viel Strom und laufen heiß – wortwörtlich. Die durch den Betrieb der Server erzeugte Abwärme wird dann dezentral in der Umgebung genutzt, weshalb es in den naheliegenden Gewächshäusern niemals kalt ist. Besonders profitiert davon die Algenzucht, die von einem Partnerunternehmen auf dem Dach des Rechenzentrums im Frühsommer 2019 starten soll. Strom und Wärme werden so sinnvoll verknüpft und Energie vor Ort direkt genutzt.

Sektorenkopplung bei Windcloud
Sektorenkopplung durch Strom, Hybridspeicher und Wärme macht Windcloud flexibel. Ziel ist es, ein industrielles Inselnetz aufzubauen. Diese Investition in eine CO2-freie Wirtschaft zeigt, dass die Energiewende auch grosse wirtschaftliche Chancen bietet. Durch die Nutzung erneuerbarer Energie und die Kopplung mit Wärme kann Windcloud kostengünstige Dienstleistungen anbieten und erntet Profit. Und das Phänomen Digitalisierung wird ganz nebenbei erneuerbar.

Ist die Antwort wirklich so einfach?
Ja. Unsere Gesellschaft und dabei auch insbesondere die Industrie werden zunehmend digitaler – erneuerbare Technologien können die Energie dafür liefern. Gerade für Windenergieanlagen, bei denen in den kommenden Jahren die dann 20jährige EEG-Vergütungsphase ausläuft, bieten solche Konzepte neue Chancen, da die Anlagen abgeschrieben sind und den Strom dann zu günstigen Preisen direkt vermarkten können. Für die Rechenzentren ein Glücksfall, denn so haben sie die Chance Strom unabhängig von der Strombörse und schwankenden Stromkosten von Windpark-Betreibern direkt abzunehmen. Die Rechenleistung erzeugt Abwärme, die wiederum für andere Gewerbe nutzbar ist. Mit Sektorenkopplung ist die Vision eines grünen Rechenzentrums machbar.

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Text: ee-news.ch, Quelle: Deutsche Agentur für Erneuerbare Energien (AEE), Forum Synergie Wende

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