04. Jun 2019

Das europäische Projekt-Konsortium und der Flughafen Rotterdam Den Haag entwickeln eine neue Anlage zur Herstellung von erneuerbarem Kraftstoff, die täglich 1000 Liter erneuerbares Kerosin produzieren kann. ©Bild: Sunfire

Klimaneutrales Fliegen: Sunfire ist Kooperationspartner der ersten Anlage für erneuerbares Kerosin in Rotterdam

(ee-news.ch) Pilotprojekt für die Energiezukunft der Luftfahrtindustrie: Gemeinsam mit EDL Anlagebau, Climeworks, Ineratec und dem Flughafen Rotterdam Den Haag hat Sunfire einen Kooperationsvertrag zur Planung einer Demonstrationsanlage für die Erzeugung von erneuerbarem Kerosin aus CO2 und Wasser unterschrieben.


Erneuerbare Jet-Kraftstoffe haben gegenüber herkömmlichen fossilen Brennstoffen den Vorteil, dass sie CO2-neutral sind, da in der Produktion CO2 aus der Atmosphäre genutzt wird. Weiterhin verbrennen rein synthetisch hergestellte Jet-Kraftstoffe sauberer und verursachen dadurch deutlich weniger Feinstaub. Das Projekt geht damit einen wichtigen Schritt in Richtung klimaneutrale Luftfahrtindustrie.

Produktion von erneuerbaren Treibstoff
Zu hohe CO2-Emissionen sind der Hauptgrund der globalen Erderwärmung und ein gesellschaftliches Problem. Im Gegensatz zu Autos lassen sich vor allem Langstreckenflugzeuge kurzfristig nicht auf Elektro- oder Wasserstoffantrieb umstellen. Das europäische Projekt-Konsortium und der Flughafen Rotterdam Den Haag entwickelt daher eine neue Anlage zur Herstellung von erneuerbarem Kraftstoff. Auf dem Gelände des Flughafens könnten damit täglich 1000 Liter erneuerbares Kerosin produziert werden. Im ersten Produktionsschritt wird Climeworks CO2 aus der Umgebungsluft gewinnen. Die Hochtemperatur-Elektrolyse-Technologie von Sunfire wandelt anschliessend das gewonnene CO2 zusammen mit Wasser(dampf) und Ökostrom in Synthesegas um. Durch die Fischer-Tropsch-Synthese von Ineratec wird aus dem Synthesegas ein synthetisches Rohölsubstitut erzeugt, welches wiederum von einer Anlage der EDL Anlagebau in e-Kerosin für die Turbinen von Flugzeugen umgewandelt wird. Durch die Nutzung erneuerbarer Energien ist der gesamte Herstellungsprozess nachhaltig.

„Erneuerbares Kerosin ist aktuell eine der effektivsten Lösungen, um zu der Erreichung der Klimaziele beizutragen. Die Europawahlen und auch die Fridays for Future Bewegung zeigen, dass Klimaschutz mitten in unserer Gesellschaft angekommen ist und auch gefordert wird. Die Pilotanlage in Rotterdam gilt als Massstab für die künftige Entwicklung erneuerbarer Antriebsstoffe. Mit den Technologien von Sunfire bieten sich vielfältige und nachhaltige Einsatzgebiete von Wasserstoff“, so Nils Aldag, Gründer und CCO von Sunfire.

Erster potenzieller Kunde
Mit Transavia konnte die erste Luftlinie als potenzieller Kunde bereits überzeugt werden. Das niederländische Unternehmen hat sich bereits für die Technologie ausgesprochen und möchte den eigenen CO2-Ausstoss künftig durch den Einsatz erneuerbarer Kraftstoffe reduzieren.

Transformation fossiler Brennstoffe
Die Studie wird die Planung der verfahrenstechnischen Grundlagen und das Konzept für die Produktion von erneuerbarem Kerosin am Flughafen definieren, auf deren Basis die notwendige Demonstrationsanlage gebaut werden kann. Ergebnis ist somit eine Blaupause für vollintegrierte Produktionsanlagen, welche im grossen Stil dazu beitragen werden CO2- und Schadstoff-Emissionen in der Luftfahrt zu reduzieren. Dies ist der erste Schritt für ein weiteres notwendiges Skalieren der Produktions- und Anlagenkapazitäten. In einem nächsten Schritt könnten Anlagen an geeigneten Standorten, wie beispielsweise dem Komplex des Rotterdamer Hafens erfolgen.

Text: ee-news.ch, Quelle: Sunfire GmbH

1 Kommentare
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Max Blatter @ 07. Jun 2019 17:44

Ein guter Ansatz! Vorteil ist sicher, dass die Fischer-Tropsch-Synthese einen Treibstoff liefert, der weitgehend kompatibel zum herkömmlichen Kerosin ist und somit wohl auch von herkömmlichen Triebwerken ohne oder mit wenig Anpassungen vertragen wird. Ich denke aber, dass in einem zweiten Schritt durch die Entwicklung gänzlich neuer Triebwerke die Effizienz und Öko-Verträglichkeit des "Fliegens mit erneuerbaren Treibstoffen" noch markant verbessert werden könnte und müsste.

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