Die an Flexpower angeschlossenen Ladestationen liefern etwas weniger Strom in den Stunden, in denen die Haushalte viel Energie benötigen, normalerweise zwischen 18.00 und 21.00 Uhr, und mehr, wenn der Energieverbrauch niedrig ist.

Amsterdam: Intelligentes Ladenetz für E-Fahrzeuge stimmt Ladegeschwindigkeit auf Stromverbrauch und erneuerbare Erzeugung ab

(ee-news.ch) Vattenfall und die Stadt Amsterdam betreiben gemeinsam mit dem örtlichen Netzeigentümer Liander, dem Infrastruktur-Kompetenzzentrum Elaad sowie der Hochschule für angewandte Wissenschaften Amsterdam das nach eigenen Angaben grösste öffentliche intelligente Ladennetz für Elektrofahrzeuge in Amsterdam. Die Lösung Flexpower soll ein schnelleres Laden, eine höhere Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien und eine gleichmässigere Auslastung des Netzes ermöglichen.


Insgesamt wurden 456 Ladestationen von Vattenfall mit 912 Ladepunkten – ein Drittel aller Ladestationen für Elektroautos in der Stadt – technisch aufgerüstet und an das intelligente Ladennetz von Flexpower angeschlossen. Zum Laden wird vor allem lokal erzeugter erneuerbarer Strom aus Haushalten in der Nachbarschaft verwendet. Dadurch verringert sich der Bedarf an Investitionen in das Stromnetz.

Zunehmende Belastung des Stromnetzes
Während die Stadt Amsterdam wächst, steigt gleichzeitig die Belastung des Stromnetzes während der Spitzenzeiten am Morgen oder frühen Abend um das 2.5- bis 5-fache. Ein Teil dieser zunehmenden Belastung entsteht dabei durch das Laden von Elektrofahrzeugen. Daher ist ein intelligentes Laden erforderlich, um die Spitzenlast des Stromnetzes zu verringern. Flexpower wurde entwickelt, um die verfügbare Netzkapazität besser zu nutzen, indem die Ladegeschwindigkeit auf den Stromverbrauch und die Erzeugung erneuerbarer Energien abgestimmt wird. Die Ladestationen liefern etwas weniger Strom in den Stunden, in denen die Haushalte viel Energie benötigen, normalerweise zwischen 18.00 und 21.00 Uhr, und mehr, wenn der Energieverbrauch niedrig ist oder viel lokal produzierter Sonnenstrom vorhanden ist. Da die meisten Elektroautos ausserhalb der Stosszeiten aufgeladen werden, profitieren Elektroautofahrer währenddessen von der schnelleren Aufladung.

Im vergangenen Jahr wurde Flexpower an 52 Ladestationen mit 104 Ladestationen getestet. Die Ladestationen befanden sich in Amsterdamer Stadtteilen, in denen viel erneuerbare Energie erzeugt wird.

Hintergrund
Um eine zeitweise schnellere Ladung zu ermöglichen, wurde die Kapazität der Flexpower-Ladestationen um 40 Prozent erhöht. Eine normale Ladestation hat eine Kapazität von 3 x 25 Ampere. Die Flexpower-Ladestationen können 3 x 35 Ampere liefern und diese intelligent auf die angeschlossenen Fahrzeuge verteilen. Es ist möglich, bis zu 2.5-mal so schnell zu laden – abhängig von der Kapazität des Autos und der Batterie. Die nächste Generation vollelektrischer Autos mit grösserem Akku und höherer Ladegeschwindigkeit wird am meisten profitieren.

Die Flexpower-Ladestationen sind so eingestellt, dass sie auf Basis der täglichen Prognose der Solarenergie und der Netzlasten gesteuert werden können. Die Nutzung von Energie aus der Nachbarschaft und ein flexibles Laden helfen, die wachsende Nachfrage nach Strom besser zu verteilen.

Text: ee-news.ch, Quelle: Vattenfall GmbH

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