26. Mär 2019

Das White Paper von Sccer Crest untersucht ausgewählte Massnahmen und gibt Empfehlungen ab, wie die Energieeffizienzlücke geschlossen werden kann. ©Bild: Sccer Crest

Sccer Crest: Weshalb investieren Schweizer zu wenig in energieeffiziente Geräte und wie können wir das ändern?

(PM) Schweizer Haushalte investieren weniger in energieeffiziente Geräte, als für das Erreichen der Energieziele optimal wäre. Und zwar sogar dann, wenn die energieeffizienten Geräte niedrigere Kosten über die gesamte Lebensdauer aufweisen. Weshalb ist dies so? Das neue White Paper von Sccer Crest geht der Energieeffizienzlücke auf die Spur und zeigt auf, wie man sie verringern kann.


Haushalte sind der grösste Sektor, was den Energieverbrauch angeht. Sie machen ca. 50 % des gesamten Energieverbrauchs in der Schweiz aus. Das Potenzial zur Reduktion des Energieverbrauchs ist in den Haushalten entsprechend hoch. Haushalte investieren jedoch zu wenig in energieeffiziente Geräte. Sie entscheiden sich auch dann nicht immer für die effizienten Geräte, wenn diese über ihre gesamte Lebensdauer günstiger als die weniger effizienten Geräte sind. Dieses Phänomen nennt sich Energieeffizienzlücke.

Marktversagen und fehlende Informationen
Die Energieeffizienzlücke kann auf verschiedene Ursachen zurückgeführt werden: Marktversagen tritt dann auf, wenn energieeffiziente Technologien insgesamt sinnvoll wären, aus individueller Perspektive jedoch kein Anreiz besteht, in diese zu investieren. Dies ist der Fall, wenn Energiepreise nicht alle anfallenden Umweltkosten beinhalten: Damit lohnt es sich weiterhin, ein Gerät zu kaufen, welches viel günstige Energie verbraucht. Wäre die Energie so teuer, wie sie sein müsste, wenn alle Kosten berücksichtigt wären, so würden sich Konsumenten eher für die anfangs etwas teureren effizienten Geräte entscheiden.

Eine zweite Ursache ist fehlende Information: Verbraucher wissen nicht, dass sie mit effizienten Autos Steuern sparen, Informationen zu Lebenszykluskosten von Produkten sind nicht vorhanden und nur kompliziert zu bekommen. Zudem können vereinfachende Entscheidungsverfahren dazu führen, dass trotz eigentlich verfügbarer Informationen Investitionsrechnungen nicht durchgeführt und Produkte nicht oder nicht richtig verglichen werden.

Wie kann die Energieeffizienzlücke reduziert werden?
Das White Paper von Sccer Crest untersucht ausgewählte Massnahmen und gibt Empfehlungen ab. So sollten Energieetiketten auf dem absoluten Energieverbrauch basieren und Informationen zu Energiekosten und Lebenszykluskosten beinhalten. Kostenlose Online-Lernkurse oder Online-Rechner zur Berechnung der Lebenszykluskosten sollen niederschwelligen Zugang zu Informationen bieten. Energieeffizienzstandards würden helfen, die am wenigsten effizienten Produkte vom Markt zu nehmen.

Zusätzlich können Energieversorger über Demand-Side-Management ihre Kunden direkt beim Energiesparen unterstützen. CO2-Abgaben und Bonus-Malus-Massnahmen können den Kauf von energieeffizienten Fahrzeugen fördern. Und zu guter Letzt sollten sämtliche energiepolitischen Massnahmen auch durch Informationskampagnen auf breiter Ebene bekannt gemacht werden.

White Paper: Politische Maßnahmen zur Reduzierung der Energieeffizienzlücke >>

Text: Sccer Crest

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