14. Mär 2019

Die Elektromobilität steht vor dem Durchbruch, der von einem massiven Ausbau der Ladeinfrastruktur begleitet wird. © Clickcon Photovoltaik Montagesysteme

Elektrofahrzeuge und Photovoltaik: Sind das Modell für eine zukunftsfähige Elektromobilität

(PM) Die Kombination von Solarenergie und Elektrofahrzeugen ermöglicht neue und wegweisende Nutzungskonzepte für Privathaushalte und Unternehmen. Schon kleine Photovoltaik(PV-)anlagen mit drei Kilowatt liefern genügend Strom, um ein Elektrofahrzeug jährlich über Tausende von Kilometern umweltfreundlich zu betreiben. Alles zu den Konzepten für den Weg in eine erfolgreiche Verkehrswende erfahren Interessierte auf der Power2Drive Europe.


Die internationale Fachmesse für Ladeinfrastruktur und Elektromobilität findet im Rahmen der Innovationsplattform für die neue Energiewelt The smarter E Europe statt. Mehr als 200 Anbieter von Ladeinfrastruktur und Elektrofahrzeugen sowie 50.000 Besucher werden dazu vom 15. bis 17. Mai 2019 auf der Messe München erwartet.

3-KW-PV-Anlage reicht für 14‘000 Kilometer
Ein Pluspunkt der Elektromobilität ist die gute Kombinierbarkeit mit erneuerbaren Energien. Mit Strom aus PV-Anlagen können Elektrofahrzeuge betrieben und Ladestationen gespeist werden. Im Idealfall wird das Elektrofahrzeug mit Solarstrom direkt vom eigenen Dach geladen. Elektrofahrzeuge sind deutlich effizienter als herkömmliche Verbrenner. So kann eine PV-Anlage mit einer Leistung von drei Kilowatt bei einem Einfamilienhaus in Deutschland jährlich genügend Strom liefern, um ein E-Auto rund 14‘000 Kilometer lang emissionsfrei zu betreiben. Besonders interessant wird das für alle PV-Anlagenbesitzer, die ab 2021 nach und nach aus der EEG-Förderung herausfallen, weil ihre Anlage vor über 20 Jahren gebaut wurde. Für diese entstehen darüber hinaus ganz neue Geschäftsmodelle wie das Betreiben von Solartankstellen – diverse Anbieter haben die dafür benötigte Software bereits entwickelt. Innovative Geschäftsfelder eröffnen sich auch in vielen anderen Bereichen. So erweitern Solartechnikanbieter ihre Geschäftsfelder und bieten in Kooperation mit Herstellern Elektrofahrzeuge zum Verkauf oder Leasing an.

Netzengpässe durch Energiemanagement und Batteriespeicher vermeiden
Wie das Netzmanagement mit Elektrofahrzeugen funktionieren kann, wurde bei einem Feldversuch in Fellbach erprobt. Das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (Fraunhofer ISE) hat ein Energiemanagementsystem für Haushalte entwickelt, das die Ladevorgänge von Elektrofahrzeugen auf eine maximale Eigenstromversorgung durch Photovoltaikanlagen optimiert. Das System entwickelt und überwacht Ladefahrpläne und berücksichtigt dabei Ertragsprognosen und die Haushaltslast. So hat die Photovoltaik durch die intelligente, vorausschauende Steuerung an einem sonnigen Tag 86 Prozent des Ladestroms geliefert. Ohne den Ladealgorithmus wären es nur 46 Prozent gewesen.

Bei einem intelligenten Zusammenwirken von erneuerbaren Energien und Speichern lassen sich Netzengpässe im Zusammenhang mit der Elektromobilität weitgehend vermeiden: Durch den Einsatz von Solarstromanlagen mit Batteriespeichern können in Ortsteilen mit privater Ein- und Zweifamilienhausbebauung rund 60 Prozent aller angeschlossener Haushalte mit einer eigenen 11 kW-Ladestation für Elektroautos versorgt werden, wie eine aktuelle Studie der TU Braunschweig gezeigt hat (siehe ee-news.ch vom 6.2.2019 >>). Dadurch wird das normale Stromnetz deutlich entlastet. Inzwischen werden die meisten aller neuen Solarstromanlagen nach Angaben des deutschen Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) gemeinsam mit einem Batteriespeicher installiert (siehe ee-news.ch vom 5.9.2018 >>). „Mit Solarstrom vom eigenen Dach und dem Batteriespeicher im Keller wird aus dem Zuhause eine Tankstelle, die jederzeit sauberen Antrieb ermöglicht und teuren Netzausbau vermeidet“, sagt BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig.

750-kW-PV-Anlage versorgt 50 Ladeplätze
Immer mehr Initiativen entstehen und Ideen werden umgesetzt. So liefert im neuen Mitarbeiter-Parkhaus einer Neckarsulmer IT-Firma eine 750-kW-PV-Dachanlage den grössten Teil des Stroms für 50 Ladeplätze. Ein Lastmanagement ermöglicht es, den Strom gezielt zu leiten. Sollte beispielsweise ein Mitarbeiter mehr Ladeleistung benötigen und ein anderer mit wenig auskommen, kann das Lastmanagement den Anforderungen entsprechend steuern – auch, ob selbst erzeugter Solarstrom genutzt werden soll oder Strom aus dem öffentlichen Netz zugekauft werden muss.

Power2Drive Europe bietet verlässliche Orientierung
Die Power2Drive Europe ist die Schnittstelle zwischen der Elektrifizierung des Verkehrswesens und einer zukunftsorientierten, umweltfreundlichen sowie klimaneutralen Energieversorgung. Sie nimmt sich deshalb sowohl auf der Messe als auch bei der Konferenz des Themas Ladeinfrastruktur an. An allen drei Messetagen erfahren Interessierte alles Wissenswerte über Ladelösungen und Technologien für Elektrofahrzeuge. Darüber hinaus diskutieren Experten, Verbände und Forschungsinstitute im Rahmen der Power2Drive Europe Conference Geschäftsmodelle und Marktpotenziale der Branche.

Auch die Kombination von Elektrofahrzeugen und Photovoltaik ist ein zentrales Thema der diesjährigen Power2Drive Europe Conference und des Power2Drive Forums in Halle C3. Schon am Dienstag, 14. Mai, startet unter der Leitung von Peter Schwierz, Chefredakteur von electrive.net, um 11.30 Uhr an der Conference die Session „The eMobility Industry in 2019: Progress and Prospects”. Hier werden aktuelle Elektrofahrzeuge und Ladeinfrastrukturen weltweit analysiert, die aktuelle Stärke der Branche bewertet und Prognosen für die kommenden Jahre vorgestellt.

Hochlauf der Elektromobilität beginnt
Peter Schwierz unterstreicht: „Die Elektromobilität steht vor dem Durchbruch. In den nächsten Jahren kommt endlich eine grosse Zahl an Fahrzeugmodellen verschiedenster Hersteller auf den Markt. Dieser Hochlauf wird von einem massiven Ausbau der Ladeinfrastruktur begleitet und macht neue Ansätze wie die Sektorkopplung auch wirtschaftlich interessant. Die Zeiten könnten nicht spannender sein.“ Die um 14.30 Uhr anschliessende Session “Nascent eMobility Markets: Insight, Analysis and Areas of Opportunity” wirft einen detaillierten Blick auf ausgewählte Märkte der E-Mobilität, identifiziert die Regionen mit besonderem Potential, beleuchtet die wichtigsten Einflussfaktoren und gibt einen Einblick in ihre Zukunftsprognosen.

Beim Power2Drive Messeforum in Halle C3 gibt es am Donnerstagnachmittag einen Vortragsblock zum Thema „Photovoltaik und Elektromobilität“, der zusammen mit dem Partner BSM (Bundesverband Solare Mobilität) realisiert wird. Thomic Ruschmeyer, Vorsitzender des BSM, der durch die Session Photovoltaik & Elektromobilität führt, erläutert das Konzept der „Solaren Mobilität“: „Elektromobilität ist in allen Fahrzeugarten der effizienteste Antrieb und kann erneuerbaren Strom, insbesondere Solarstrom vom eigenen Dach direkt in die Batterien speisen und damit eine äusserst umweltfreundliche Fortbewegung aller Arten ermöglichen. Unsere Mobilität der Zukunft muss schnellstmöglich CO2-neutral werden. Dies bedingt neben effizienten elektrischen Antrieben und kleineren, leichteren E-Fahrzeugen auch eine möglichst direkte Nutzung von erneuerbarem Strom."

Integration von e-Mobility ins erneuerbare Energiesystem
Zudem präsentieren an der Power2Drive Europe, der internationalen Fachmesse für Ladeinfrastruktur und Elektromobiltät im Rahmen der Innovationsplattform The smarter E Europe, viele bekannte Unternehmen wie Baywa r.e, GP Joule connect, The Mobility House GmbH, Solaredge, Parkstrom, Ingeteam, Tesla, sonnen, Hydrogenics und Alfen spannende Beispiele für die kluge Integration von e-Mobility ins erneuerbare Energiesystem.

Die Power2Drive Europe sowie die Parallelveranstaltungen finden vom 15. bis 17. Mai 2019 auf der Messe München statt, im Rahmen der Innovationsplattform für die neue Energiewelt The smarter E Europe.

Text: Power2Drive Europe

1 Kommentare
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Max Blatter @ 16. Mär 2019 09:08

Noch immer ist m.E. eine grundlegende Richtungswahl nicht entschieden: Welchen Energieträger wollen wir auf dem Fahrzeug haben: Batterien, Wasserstoff, Methan? Damit zusammenhängend: Welche Infrastruktur wollen wir bevorzugt auf- respektive ausbauen: Ladestationen, Elektrolyseanlagen und Wasserstofftankstellen, Power-to-Gas-Anlagen und Methantankstellen? Auch wenn im Moment die Batterien die Nase vorn zu haben scheinen (wohl hauptsächlich deshalb, weil es vordergründig die einfachste Technologie ist): Für mich ist dieses Rennen noch lange nicht gelaufen!

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