20. Feb 2019

Würden alle Altanlagen stillgelegt, würde die Erzeugung der wegfallenden Windstrommengen durch neu zu errichtende Anlagen von 2021 bis 2026 insgesamt knapp 1.6 Mrd. Euro mehr kosten als günstigstenfalls durch die Altanlagen. ©Bild: Naturstrom

Deutschland: Weiterbetrieb alter Windparks vermeidet hohe Zusatzkosten fürs EEG-Konto

(PM) Alte Windparks, die in Deutschland ab 2021 aus der EEG-Förderung fallen, werden zu einem wichtigen Kostenfaktor: Bis zu 1.6 Milliarden Euro kann ihr Weiterbetrieb bis Ende 2026 gegenüber dem Ersatz durch neue Windparks einsparen. Dies besagt eine Berechnung von Naturstrom. Der Öko-Energieversorger hat hierfür Daten der Übertragungsnetzbetreiber, der Bundesnetzagentur und aus aktuellen Studien ausgewertet.


„Jedes alte Windrad, das ab 2021 ohne technische Notwendigkeit stillgelegt wird, führt zu vermeidbaren Kosten für die Allgemeinheit. Denn es erhöht den Investitionsbedarf in neue Anlagen“, erläutert Oliver Hummel, Vorstand der Naturstrom AG. Vor der Frage, ob sie ihre alten Anlagen auch ohne EEG-Vergütung weiterbetreiben, stehen tausende Windmüller. Zum 1. Januar 2021 fallen Windräder mit einer Leistung von rund 4000 Megawatt, die vor 20 Jahren oder früher in Betrieb genommen wurden, aus der EEG-Förderung heraus. Von da an werden jährlich tausende Anlagen folgen – bis 2026 wird dies rund 30 Prozent der aktuell installierten Windenergie-Leistung betreffen. In vielen Fällen wird ein Repowering, also der Ersatz durch neue Anlagen am selben Standort unter kostensenkender Nutzung der bestehenden Netzinfrastruktur, aufgrund geänderter Abstandsregelungen und anderer Bestimmungen nicht möglich sein.

Austausch erhöht Kosten für das EEG-System
„Funktionstüchtige Altanlagen produzieren im Schnitt sehr günstig sauberen Strom“, so Naturstrom-Vorstand Hummel. „Für die Energiewende, aber auch für jeden einzelnen Stromkunden ist es daher am besten, wenn sich alte Windräder noch ein paar Jahre weiterdrehen. Sie gegen Neuanlagen auszutauschen, erhöht die Kosten für das EEG-System.“

Worst-Case-Szenario: 1.6 Milliarden Euro Mehrkosten
Wie hoch der Einspareffekt des Weiterbetriebs sein kann, hat Naturstrom anhand der Erlösanforderungen von alten und neu zu errichtenden Windenergieanlagen berechnet. In einem Worst-Case-Szenario, das von der Stilllegung aller Altanlagen ausgeht, würde die Erzeugung der wegfallenden Windstrommengen durch neu zu errichtende Anlagen in den Jahren 2021 bis 2026 insgesamt knapp 1.6 Milliarden Euro mehr kosten als günstigstenfalls durch die Altanlagen.

Als Basis für die Erlösanforderungen neu zu errichtender Anlagen wurden die Ergebnisse der drei Onshore-Ausschreibungsrunden 2018 herangezogen, die Erlösanforderungen der Altanlagen liefert eine Studie der Deutschen Windguard im Auftrag des BWE. Kombiniert wurden diese Daten mit Informationen der Übertragungsnetzbetreiber zum Anlagenbestand sowie mit Annahmen zum durchschnittlichen Weiterbetriebszeitraum und zur Anzahl der Volllaststunden von Altanlagen, ebenfalls publiziert in einer Studie der Deutschen Windguard.

Steigende Börsenstrompreise als Treiber
„Der Worst Case wird nicht eintreten, da sind wir uns ziemlich sicher“, so Hummel. „Der Marktwert des Windstroms an der Strombörse hat sich 2018 deutlich erholt. Damit verringert sich die Diskrepanz zu den Erlösanforderungen von Neuanlagen – die Schere schließt sich. Steigende Börsenstrompreise werden zudem auch etliche Altanlagenbetreiber dazu motivieren, ihre Anlagen doch noch weiter laufen zu lassen.“

Kein Selbstläufer
Zugleich warnt Hummel jedoch: „Der Weiterbetrieb alter Anlagen wird in vielen Fällen kein Selbstläufer sein. Und was mit den Anlagen nach 2021 geschehen wird, ist nicht nur für den einzelnen Windmüller wirtschaftlich relevant, sondern auch für die Allgemeinheit.“ Selbst wenn sich bei hohen Börsenstrompreisen wie im Dezember 2018 die Schere zwischen alten und neu zu bauenden Anlagen ein Stück weit schließt, bliebe bei Stilllegung der Altanlagen im Betrachtungszeitraum bis 2026 eine Differenz von über 900 Millionen Euro.

Text: Naturstrom AG

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