Kompetenzen im hochpräzisen Maschinenbau braucht es etwa bei den Drahtwicklungen des Stators eines Elektromotors, den sogenannten Hairpins. ©Bild: Felix Wirth, KIT

KIT: Hilft spezialisierten Unternehmen ihre Kompetenzen rund um den Verbrennungsmotor für Herstellung von E-Autos zu nutzen

(KIT) Viele Unternehmen in Baden-Württemberg verfügen über spezialisiertes Fachwissen in der Prozesskette, die zum Produkt Verbrennungsmotor führt. Doch der Trend geht zum Elektrofahrzeug. Insbesondere für die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) gestaltet sich eine strategische Neuausrichtung sehr schwierig. Mit dem Transformations-Hub Elektromobilität am KIT entsteht eine Anlaufstelle insbesondere für KMU, die sich dieser Herausforderung stellt.


„Das Rahmenprojekt Fit4E im Transformations-Hub Elektromobilität hilft Firmen, die eigenen Stärken und Kompetenzen des Unternehmens zu identifizieren“, sagt Professor Jürgen Fleischer vom wbk Institut für Produktionstechnik des KIT. „Zusammen finden wir dann die Schnittmenge zur elektromobilen Technik und den Use Case zum Einstieg in die neuen Prozessketten.“

Umstellung von alter auf neue Technik
Der Transformations-Hub startet konkret mit dem Rahmenprojekt Fit4E und zwei Leuchtturmprojekten, die auf zwei Jahre angelegt sind. Zukünftig soll der Hub mit der kommenden Karlsruher Forschungsfabrik verknüpft werden. „Fit4E richtet sich direkt an die Maschinen- und Anlagenbauer des Landes“, erklärt Projektleiterin Janna Hofmann vom wbk. Diese seien meist Weltmarktführer in ihrem Prozessschritt, aber eben in der alten Prozesskette Verbrennungsmotor. „In Schulungen am Hub erarbeiten die Firmen gemeinsam mit uns, wie sie ihre Fähigkeiten und Kompetenzen auch in der Produktionskette eines elektromobilen Antriebsstrangs einsetzen könnten.“

Leuchtturmprojekt Fertigungsanlage von Batteriezellen
Das Leuchtturmprojekt Agilobat soll eine modulare Fertigungsanlage von Batteriezellen im Massstab eines Technikums aufbauen, das flexibel auf Änderungen von Stückzahlen und Formaten reagiert. Die kleinste modulare Einheit, der Smart Battery Maker, ist ein Produktionsroboter für Prozessschritte wie Beschichten und Trocknen oder Vereinzeln und Stapeln und verzichtet dabei auf die Notwendigkeit, aufwendige Infrastrukturen wie grosse Trockenräume zu betreiben. Mit Kompetenzen im hochpräzisen Maschinenbau sind KMU für die Prozesse oft besser gerüstet als sie vermuten. In diesem Projekt arbeiten drei Arbeitsgruppen des KIT – von den Instituten für Thermische Verfahrenstechnik (Arbeitsgruppe Thin Film Technology) und für Angewandte Materialien (Teilinstitut Energiespeichersysteme) sowie dem wbk – und eine Gruppe des Fraunhofer ICT zusammen.

Leuchtturmprojekt Ausbildungsfabrik Statorfertigung
Das Leuchtturmprojekt Ausbildungsfabrik Statorfertigung richtet sich in Zusammenarbeit mit den einschlägigen Schulen in Karlsruhe an Auszubildende. Am Beispiel der Fertigung von Hairpins für Statoren – speziellen Drahtwicklungen für Elektromotoren – entsteht ein Schulungs- und Lehrkonzept. Es orientiert sich an vorhandenen Prozessmodulen des Projektes Anstaha, das die serien- und typenflexible Fertigung von Elektromotoren erforscht. In der Ausbildungsfabrik sollen die Auszubildenden praktisch und spielerisch die Kompetenzen zur Fertigung eines Elektroantriebes kennenlernen, was bei ihrem Ausbildungsbetrieb nicht immer möglich ist.

Text: Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

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