31. Jan 2019

Lkw mit LNG-Antrieb sind bereits am Markt erhältlich, Brennstoffzellen-elektrische Antriebe für Lkw jedoch noch im Demonstrations-Stadium. Das Problem: Weder für LNG noch für Wasserstoff gibt es ein flächendeckendes Tankstellen-Netz. ©Bild: EE.SH

LNG oder Wasserstoff in den Lkw: Logistik- und Erneuerbaren-Branche diskutieren über zukunftsfähigen Schwerlastverkehr

(PM) Mit der Befreiung von der Mautgebühr und einem Investitionszuschuss von 8000 bis 40‘000 Euro für Lastkraftwagen (Lkw) von über 7.5 Tonnen fördert das deutsche Bundesverkehrsministerium alternative Antriebe im Güterverkehr. Darunter fallen Gas (CNG), Flüssiggas (LNG), Batterie- oder Brennstoffzellen-elektrische Antriebe mit Wasserstoff als Energieträger.


Welche dieser Antriebstechnologien bietet die grössten Vorteile hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, regionaler Wertschöpfung und Klimaschutz? Um diese Fragen zu beantworten und die Logistik- mit der Erneuerbare-Energien-Branche zu vernetzen, hatte die Netzwerkagentur Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein (EE.SH) zur EE-Werkstatt „LNG oder Wasserstoff - Handlungsoptionen für die Logistik-Branche“ ins Gründerzentrum LOG-IN der Wirtschaftsagentur Neumünster eingeladen.

Grüner Wasserstoff als Grundstoff für synthetischen Kraftstoffe
„Ich glaube, dass beide Energieträger sich gut ergänzen“, sagte Kurt-Christoph von Knobelsdorff vom schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministerium zur Frage ‚LNG oder Wasserstoff‘. Wie Andreas Lischke vom DLR-Institut für Verkehrsforschung aus Berlin im Eingangsreferat erklärt hatte, ist LNG zwar ein fossiler Brennstoff und trägt damit kaum zur Verbesserung der CO2-Bilanz bei, doch bei seiner Verbrennung entstehen 50 % weniger Stickoxide und kaum Feinstaub. „LNG als Kraftstoff wird für den Klimaschutz noch interessanter, wenn man synthetische Kraftstoffe beimischt“, führte von Knobelsdorff aus. Wasserstoff, hergestellt mithilfe von Wind- oder Sonnenstrom – so genannter ‚grüner Wasserstoff‘ – könne Grundstoff für solche synthetischen Kraftstoffe oder für die chemische Industrie sein oder selbst als Antriebsstoff und Energieträger dienen. Mit dem geplanten LNG-Terminal in Brunsbüttel und seiner hohen Produktion an regenerativer Energie sei Schleswig-Holstein für beide Technologien ein idealer Standort. „Mit dem Reallabor-Programm der Bundesregierung können wir einen grossen Schritt zum Aufbau industrieller Produktionsstrukturen für grünen Wasserstoff machen“, erklärte von Knobelsdorff.

Flächendeckendes Tankstellen-Netz fehlt
Lkw mit LNG-Antrieb sind bereits jetzt von verschiedenen Herstellern am Markt erhältlich, wie die Vertreter der Lkw-Hersteller Iveco Magirus und Volvo Trucks, Manfred Kuchlmayr und Michael Scheuern, ausführten. Brennstoffzellen-elektrische Antriebe für Pkw sind zwar schon serienreif, für Lkw jedoch noch im Demonstrations-Stadium. Das Problem: Weder für LNG noch für Wasserstoff gibt es bisher ein flächendeckendes Tankstellen-Netz.

Doch das soll sich ändern: Die LIQVIS GmbH installiert zurzeit acht neue LNG-Tankstellen in Deutschland und ist bereit mehr zu bauen, sobald an einem Ort mehr als 30 LNG-Lkw vorhanden sind. Für Wasserstoff-Tankstellen will das Firmenkonsortium H2-Mobility sorgen. Es hat bereits 60 Tankstellen in Deutschland gebaut und plant 40 weitere.

Lieber Übergangstechnologie als grosse Zukunftslösung
Felix Weise vom Zertifizierungs-Unternehmen DNV GL riet, lieber auf eine Übergangstechnologie zu setzen als über die eine, grosse Zukunftslösung zu diskutieren. Er verwies auf den geringeren Schadstoffausstoss von LNG und empfahl, Ausschreibungen an Emissions-Einsparungen zu koppeln.

Silke Rittgerott vom deutschen Bundesverkehrsministerium erläuterte die Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie der Bundesregierung (MKS). Sie setzt auf einen Mix aus Elektrifizierung, LNG, CNG, Brennstoffzellen und Hybrid-Oberleitungs-Fahrzeugen und Strategierahmenpläne für den Aufbau einer angemessenen Tank- und Ladeinfrastruktur. Rittgerott stellte die Fördermassnahmen für CNG/ LNG und Wasserstoff vor, von Energiesteuer-Ermässigung, Mautbefreiung und Investitionszuschüssen bis zu Förderprogrammen wie dem Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP).

Text: Netzwerkagentur Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein (EE.SH)

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