29. Nov 2018

Durchschnittlicher Verbrauch 2000 (rot) und 2017 (blau) pro Gerät in kWh und Jahr der jeweiligen Kategorie. Bild: BFE

Bestandesveränderung und Entwicklung des Stromverbrauchs aller erfassten Geräte. Grafik: BFEDurschnittlicher Verbrauch 2002 (rot) und 2017 (blau) pro Gerät der jeweiligen Kategorie. Grafik: BFE

Durchschnittlicher Verbrauch 2000 (rot) und 2017 (blau) pro Gerät der jeweiligen Kategorie. Bild: BFE

BFE: 40% mehr Elektrogeräte verglichen mit 2002 – sie verbrauchen indes 9.3% weniger Strom als alle 2002 verfügbaren Geräte

(BFE) Obwohl der Bestand an Elektrogeräten in der Schweiz in den letzten fünfzehn Jahren gesamthaft um fast 40% zugenommen hat, reduzierte sich deren Stromverbrauch im gleichen Zeitraum um 716 Millionen Kilowattstunden pro Jahr (- 9.3%). Dies dank Technologiesprüngen, die zu wesentlich energieeffizienteren Geräten geführt haben. Dies zeigt eine im Auftrag des Bundesamts für Energie durchgeführte Analyse der verkauften Elektrogeräte in der Schweiz. (Texte en français >>)


2017 gab es in der Schweiz 48.56 Millionen Haushaltgrossgeräte sowie IT-, Büro- und Unterhaltungselektronik-Geräte, die zusammen 6989 Mio. kWh Strom (12% des schweizerischen Stromendverbrauchs) verbrauchten. Das sind 39.3% mehr Geräte als 2002 (Bestand 34.86 Millionen Stück), deren Stromverbrauch aber um 716 Mio. kWh (-9.3%) tiefer liegt als 2002 (7'705 Mio. kWh).

Effizienz verdoppelt
Dank grösserer Technologiesprünge sind die Effizienzgewinne bei den IT-, Büro- und Unterhaltungselektronik-Geräten mit 51.4% seit dem Jahr 2000 mehr als doppelt so hoch als bei den Haushaltgrossgeräten (24% seit dem Jahr 2002). Wenn also der heutige Gerätebestand mit der Effizienztechnik der Jahre 2000 bzw. 2002 betrieben würde, wäre der Stromverbrauch dieser Geräte um insgesamt 3250 Mio. kWh höher. Die Effizienzgewinne kompensieren damit mehr als die Jahresproduktion des AKW Mühleberg, die 2017 bei 2998 Mio. kWh lag.

Haushaltgrossgeräte (Zahlen von 2002 bis 2017)

  • In der Schweiz waren 2017 rund 17.9 Millionen Haushaltgrossgeräte im Einsatz, das sind 31.8% mehr als 2002 (13.6 Millionen). Ihr Energieverbrauch ist im gleichen Zeitraum aber nur um 2.3% gestiegen: Von 5244 auf 5364 Mio. kWh.
  • Bei allen Gerätekategorien gibt es seit 2002 eine erhebliche Steigerung der Energieeffizienz.
  • Dank der Effizienzgewinne war der Energieverbrauch der Haushaltgrossgeräte 2017 um 1533 Mio. kWh (oder 24 %) tiefer als der hochgerechnete Verbrauch der Geräte mit der Effizienz aus dem Jahre 2002.
  • Die grössten Stromverbraucher in der Kategorie der Haushaltsgrossgeräte sind Elektroherde/Backöfen (1417 Mio. kWh), Kühlgeräte (1075 Mio. kWh) sowie Wäschetrockner (888 Mio. kWh).
  • Die Analyse zeigt, dass der Einfluss der Energieetikette beim Kauf eines Haushaltsgrossgeräts sinkt. So sind 2017 (182'700 Stück) weniger Waschmaschinen der Kategorie A+++ verkauft worden als noch 2016 (190'600 Stück). Bei den Kühl- und Tiefkühlgeräten stagnieren die Verkäufe der bestklassierten Geräte seit zwei Jahren. Dasselbe gilt bei den Backöfen. Grund dafür dürfte sein, dass die Unterschiede der Energieeffizienz bei Geräten in den A-Kategorien (A/A+/A++/A+++) zu gering sind.
  • Aktuell wird die Energieetikette in der EU revidiert. Ziel ist es, von den ausufernden A-Kategorien wegzukommen und wieder Energieetiketten mit einer klaren Einstufung von A-G einzuführen.

IT, Büro- und Unterhaltungselektronikgeräte (Zahlen von 2000 bis 2017)

  • In der Schweiz waren 2017 rund 30.7 Millionen IT-, Büro- und Unterhaltungselektronik-Geräte im Einsatz, das sind 52.6% mehr als im Jahr 2000 (20.1 Millionen). Trotz höherer Leistungsfähigkeit und längerer Nutzungsdauer ist ihr Energieverbrauch im selben Zeitraum um 35.5% zurückgegangen: Von 2519 auf 1625 Mio. kWh.
  • Dank der erzielten Effizienzgewinne war der Energieverbrauch der IT-, Büro- und Unterhaltungselektronik-Geräte 2017 um 1717 Mio. kWh (oder 51.4 %) tiefer als der hochgerechnete Verbrauch der Geräte mit der Effizienz aus dem Jahre 2000.
  • Gründe für den hohen Verbrauchsrückgang sind technologische Fortschritte aber auch Förderprogramme zugunsten effizienter Geräte (Energy Star, Stand-by Initiativen, neue Technologien usw.) sowie die Mindestanforderungen bezüglich des Standby-Verbrauchs.
  • Die stärkste Bestandeszunahme seit dem Jahr 2000 gab es bei den Notebooks (+4.3 Millionen Stück), Tablets (+4 Millionen) und Set-Top Boxen (+2.9 Milllionen).
  • In den letzten zwei Jahren sind die Verkaufszahlen aller Geräte rückläufig. 2017 wurden beispielsweise 4.7% weniger TV-Geräte verkauft als noch im Jahr zuvor. Weil immer mehr grosse TV-Geräte mit mehr als 32 Zoll Bildschirmdiagonale verkauft werden, steigt deren Energieverbrauch; der Effizienzgewinn fällt daher im Jahr 2017 mit 1.5% eher gering aus.
  • Insbesondere bei den TV-Geräten zeigt sich, dass die Energieetikette an Einfluss auf die Kaufentscheidung verliert. Seit drei Jahren ist der Anteil an verkauften A+ und A++ Geräten rückläufig und lag 2017 noch bei 32% (2015: 56%). Die Zahl der verkauften A-Geräte stieg in der gleichen Zeit von 35 auf über 55%. Grund dafür dürfte sein, dass immer mehr Geräte mit UHD-Auflösung verkauft werden. Diese brauchen mehr Energie pro Fläche, weil sie über zusätzliche Funktionen verfügen.

Die Analyse basiert auf Angaben des Fachverbands Elektroapparate für Haushalt und Gewerbe Schweiz (FEA) und des Schweizerischen Wirtschaftsverbands der Informations-, Kommunikations- und Organisationstechnik (Swico).

Faktenblatt Stromverbrauch Elektrogeräte >>

Verkaufszahlenbasierte Energieeffizienzanalyse von Elektrogeräten, Jahreswerte 2017 >>

Text: Bundesamt für Energie

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