28. Nov 2018

Nur 21 Prozent der deutschen Bundesbürger über 18 Jahren sagen, dass die Bundesregierung genug unternimmt, um die Erhitzung der Erde zu stoppen. 62 Prozent finden, sie tut zu wenig für den Ausbau der Solarenergie. ©Bild: BSW-Solar

Umfrage: Deutsche Bundesregierung unternimmt nicht genug gegen Erhitzung der Erde

(BSW-Solar) Die weitüberwiegende Mehrzahl der deutschen Bundesbürger ist unzufrieden mit der Klimaschutz- und Solarpolitik der deutschen Bundesregierung. Das ergab eine repräsentative Befragung des Meinungsforschungsinstituts Yougov, die der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. in Berlin vorgestellt hat.


Demnach ist nur ein Fünftel der Befragten (21 Prozent) der Ansicht, die Bundesregierung tue genug, um die Erhitzung der Erde zu bremsen. Vor allem Frauen stellen der Bundesregierung ein schlechtes Zeugnis aus: Nur 16 Prozent der Bürgerinnen halten die Bemühungen von Union und SPD für ausreichend. Ausgeglichen ist das Geschlechterverhältnis bei der Frage, ob die Bundesregierung zu wenig für den Ausbau der Solarenergie unternehme: Zwei von drei Befragten (62 Prozent) stimmen der Aussage zu. Drei von vier Bürgern (76 Prozent) fordern, dass die Solarförderung so gestaltet werden soll, dass Photovoltaikanlagen auf grösseren Dächern, zum Beispiel von Mehrfamilienhäusern oder Gewerbe- und Industriegebäuden, leichter errichtet werden können.

Mehr Klimaschutz und mehr Solarenergie
"Die Erwartungen der Menschen an die Politik sind klar: mehr Klimaschutz und mehr Solarenergie", sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des deutschen Bundesverbandes Solarwirtschaft. Im Gegensatz zu den Wünschen der Wählerinnen und Wähler stehe das derzeit im deutschen Bundestag beratene Energiesammelgesetz und die darin vorgesehenen Einschnitte bei der Förderung von Solardächern.

PV-Förderung soll um 20 Prozent gekürzt werden
Nach dem derzeit im Bundestag diskutierten Entwurf des Energiesammelgesetzes soll die Förderung für grössere Solardächer bereits zum Jahreswechsel ausserplanmässig um rund 20 Prozent gekürzt werden. Im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wurde 2012 sogar festgeschrieben, dass die Förderung von Solardächern bei einer installierten Photovoltaik-Leistung von 52 Gigawatt - entspricht rund 8 Prozent des Stromverbrauchs – gestoppt wird. Nur 6 Prozent der Bevölkerung halten das für richtig. Der Solardeckel könne bereits 2020 erreicht werden, so der Solarverband. "Union und SPD sollten eine Politik machen, die den Ausbau der Photovoltaik ermöglicht - nicht behindert", sagt Carsten Körnig. "Dazu braucht es neben einem ambitionierten Ausbauziel für die Photovoltaik und einem Abbau der Hindernisse Vertrauensschutz und Augenmass bei der Energie- und Förderpolitik."

Der sogenannte 52-Gigawatt-Förderdeckel sei aus der Zeit gefallen und selbst für von der Regierung beauftrage Experten nicht nachvollziehbar, wie aus dem EEG-Erfahrungsbericht hervorgeht. Demnach werde dieser Förderstopp unweigerlich einen Markteinbruch zur Folge haben.

Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Die Förderung neuer Solaranlagen steht inzwischen in einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis und belastet nicht mehr den Strompreis. Die Fördersätze werden durch einen Degressionsmechanismus monatlich schrittweise gesenkt. Die Vergütung sinkt schneller, wenn viele neue Solardächer gebaut werden. Dieser Mechanismus sorgt dafür, dass die Subventionierung von Solarstrom automatisch von allein ausläuft. "Zusätzliche Einschnitte und Deckel gehen hingegen an der Marktrealität vorbei und sind Gift für den Klimaschutz", so Körnig.

Zur Methodik der Umfrage
Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der 2.051 Personen zwischen dem 12.11. und dem 14.11.2018 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

Alle Ergebnisse der Befragung >>

Text: Deutscher Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar)

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