23. Nov 2018

Bei Wärmeversorgungskonzepten sollte das Potenzial des warmen Grubenwassers immer betrachtet werden, denn die Technologien zur Nutzung desselben stehen zur Verfügung. ©Bild: Energieagentur NRW

Potenzialstudie: Wie können die energetischen Wärmepotenziale im Grubenwasser genutzt werden?

(ee-news.ch) Am 31.12.2018 endet mit der Stilllegung der letzten beiden Bergwerke Prosper-Haniel und Ibbenbüren der aktive Steinkohlenbergbau in Nordrhein-Westfalen (NRW). Doch die Nutzung der unterirdischen Stollen und Gruben muss damit nicht enden. Das zeigt die Potenzialstudie ‘Warmes Grubenwasser‘.


Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) hat im Auftrag des NRW-Wirtschafts- und Digitalministeriums in der Potenzialstudie untersuchen lassen, welche energetischen Wärmepotenziale im Grubenwasser in Nordrhein-Westfalen vorhanden sind. So könnte beispielsweise allein in den Regionen des Steinkohlebergbaus über das warme Grubenwasser, das über Wasserhaltungsstandorte oder zugängliche Schächte genutzt werden kann, eine Wärmemenge von rund 1300 Gigawattstunden pro Jahr im Referenzjahr 2035 für die zukünftige Wärmeversorgung in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung gestellt werden. Dies entspricht dem Wärmebedarf von ca. 75‘000 Einfamilien-Haushalten. Dass die Nutzung von Grubenwasser als Wärmequelle auch wirtschaftlich funktionieren kann, zeigen bereits die Niederländer in Heerlen.

1.2 Millionen Tonnen weniger CO2
Bei Nutzung der vorhandenen technischen Potenziale, die das warme Grubenwasser über alle untersuchten Bergbauregionen in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung stellen könnte, ist eine Einsparung von bis zu 1.2 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr möglich. Ein besonders hohes technisches Potenzial bieten aber speziell die Wasserhaltungsstandorte des Steinkohlebergbaus, da hier das Potenzial zu einem sehr grossen Teil durch umliegende Wärmesenken direkt abgenommen werden könnte.

Bereits technisch umsetzbar
Im Rahmen der Potenzialstudie wird zudem aufgezeigt, dass die Nutzung des warmen Grubenwassers bereits technisch umsetzbar ist. Realisierte Projekte wie in Bochum (Zeche Robert Müser) oder Bergheim (Tagebau Hambach) werden neben aktuell geplanten Projekten in der Studie aufgeführt.

Wärmekataster des LANUV
Die Ergebnisse der Potenzialstudie ‚Warmes Grubenwasser‘ fliessen auch in das landesweite Wärmekataster des LANUV ein. Neben dem aktuellen Anlagenbestand werden hier zukünftig die Potenziale der erneuerbaren und effizienten Energien für die Wärmeversorgung übersichtlich dargestellt. Durch den Abgleich der unterschiedlichen Wärmequellen, wie z.B. das warme Grubenwasser oder die industrielle Abwärme, mit dem dort hinterlegten Wärmebedarfsmodell der Gebäude in Nordrhein-Westfalen, können im Wärmekataster weitere Ausbaupotenziale aufgezeigt werden. Damit wird Kommunen, Kreisen und Bezirksregierungen in ihrer jeweiligen Funktion als Genehmigungs- oder Planungsbehörde sowie Standortsuchenden und Planern ein Überblick für Nordrhein-Westfalen ermöglicht.

Bei Wärmeversorgungskonzepten in den betroffenen Regionen, sollte die Möglichkeit der Nutzung des warmen Grubenwassers immer betrachtet werden, denn das energetische Potenzial sowie die Technologien zur Nutzung desselben stehen zur Verfügung.

Potenzialstudie ‘Warmes Grubenwasser‘ >>

Text: ee-news.ch, Quelle: Energieagentur NRW

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