06. Nov 2018

Um Betriebsblindheit zu verhindern, ist es wichtig zu sehen, welche Lösungen im Bereich Energieeffizienz andere Unternehmen umsetzen. Dieses Mal zeigte die Schulthess Maschinen AG ihre energetischen Verbesserungen. ©Bild: EnAW

Ein Austausch, der sich gewaschen hat: Energie-Modell-Gruppe 2013 plus besucht Schulthess Maschinen

(EnaW) Schulthess Maschinen öffnete ihre Türen für den jährlich stattfindenden Erfahrungsaustausch der Energie-Modell-Gruppe 2013 plus. EnAW-Berater Jan Hollenstein, Co-Moderator Mario Roost und Gastgeber Daniel Zehnder sind bereit für einen Tag voller Einblicke, spannender Gespräche und lehrreicher Referate. Das Schweizer Unternehmen mit Sitz in Wolfhausen ist zum ersten Mal Gastgeber der Gruppensitzung. (Texte en français >>)


Das Traditionsunternehmen Schulthess Maschinen AG produziert Waschmaschinen und Wäschetrockner fürs Eigenheim, für Mehrfamilienhäuser und Gewerbebetriebe. Im Jahr 1845 gegründet, beschäftigt das Unternehmen heute rund 400 Mitarbeitende. Ein kundenorientierter, rund um die Uhr verfügbarer Service wird bei Zehnder, der seit zwei Jahren den Bereich Management Systeme leitet, grossgeschrieben. Aber besonders auch in der Produktion stehen höchste Qualitätsansprüche an oberster Stelle. «Heute bestellt, morgen geliefert», lautet das Grundprinzip für die massgeschneiderten Maschinenlösungen.

Vorreiter bis heute
Vor knapp 60 Jahren lancierte Schulthess den ersten Haushaltwaschautomaten Europas. «Diese Vorreiterrolle haben wir uns bewahrt», so Zehnder. «Unsere Maschinen gehören noch heute zu den innovativsten der Welt.» Die drei Grundpfeiler «Swissness», «Qualität» und «Nachhaltigkeit» prägen die Firmenphilosophie der Schulthess: Alle Geräte werden in Wolfhausen im Zürcher Oberland entwickelt und produziert. Die Verwendung hochwertiger Materialien, die präzise Verarbeitung und die Langlebigkeit zeichnen die Produkte aus. Und die Nachhaltigkeit? Neben dem minimalen Strom- und Wasserverbrauch der Maschinen setzt sich das Unternehmen auch dafür ein, diese so effizient wie möglich zu produzieren – in Zusammenarbeit mit der EnAW.

Die Gruppe 2013 plus ist gut unterwegs
Dass diese Zusammenarbeit nicht nur Freude macht, sondern auch erfolgreich ist, beweisen die Ergebnisse aus dem Monitoring 2017, die Hollenstein und Roost der Gruppe 2013 plus präsentieren. 13 von 15 Unternehmen aus der Gruppe haben 2012 eine Zielvereinbarung mit dem Bund abgeschlossen. Heute liegt die Energieeffizienz der ganzen Gruppe bei 108.9 Prozent und die CO2-Intensität bei 90.7 Prozent. Damit sind sie ihrem Zielpfad weit voraus und haben ihre Ziele für das Jahr 2020 fast schon erreicht. «Weiter so», lobt Hollenstein und warnt davor, sich in den kommenden Jahren auf den Lorbeeren auszuruhen.

Hinter den Kulissen
«Irgendwann kommt einem im eigenen Betrieb keine Optimierungsmassnahme mehr in den Sinn», schmunzelt Armin von Ah, der die Romer’s Hausbäckerei AG im Rahmen der EnAW vertritt. Er spielt auf die Betriebsblindheit an, die sich ohne neue Inspirationen entwickeln kann und freut sich auf den Rundgang durch die Hallen der Schulthess Maschinen AG. Es sei wichtig zu sehen, welche anderen Möglichkeiten es noch gibt. Bei der Schulthess Maschinen AG weiss das keiner besser als Martin Spahr. Der Leiter des Bereichs Gebäude- und Betriebsunterhalt führt die Gruppe durch die Blechherstellung, das Stanzzentrum über die Schlosserei bis zur Endmontage. «Maschinelle Herstellung mit manuellen Ergänzungen», lautet das Erfolgsrezept für die Produktion der Waschmaschinen und Wärmepumpentrockner. Hier treffen hochmoderne Stanzmaschinen und perfekt programmierte Roboter auf präzise Handarbeit, die hauptsächlich bei der Endmontage und den zahlreichen Qualitätskontrollen erfolgt.

Wie liebevoll die ganze Herstellung sein kann, beweist der intern genutzte Begriff «Hochzeit», der das Zusammenfügen des Laugenbehälters mit dem Maschinengehäuse beschreibt. Die Laugenbehälter der Schulthess sind aus Chromstahl. Das macht das Unternehmen einzigartig, denn andere Marktbegleiter setzen bei dieser Komponente ausschliesslich auf Kunststoff. Aber genau dieses Material garantiert die Widerstandsfähigkeit und die Langlebigkeit der Schulthess-Maschinen.

Neues Energiekonzept
In den Räumlichkeiten ist es warm. Eine Tatsache, die Zehnder schon immer ein Dorn im Auge ist. «Wir haben extrem viel Abwärme, die wir aber nicht nutzen», erklärt er. Das soll mit dem neuen Energiekonzept, das er zusammen mit Hollenstein und Roost erarbeitet hat, angegangen werden. «Wir wollen in einem nächsten Schritt unsere Gebäudehülle sanieren und die Heizkessel ersetzen», erklärt er. In Kombination mit einer optimalen Abwärmenutzung stehe dem Erreichen des Zielpfades damit nichts mehr im Wege.

Erfassen, analysieren, optimieren
«Wir wollen den Teilnehmern der Gruppensitzungen immer einen Mehrwert bieten», erklärt Hollenstein. «Entweder bereiten wir Inhalte auf, die alle betreffen und interessieren, oder wir laden zu den gewünschten Themengebieten Spezialisten ein.» Beim letzten Mal stand das Thema Energie-Monitoring im Fokus. Hollenstein und Roost veranschaulichten der Gruppe, wie beim Monitoring konzeptionell am besten vorgegangen wird. Dieses Mal sollte es um die praktische Umsetzung gehen. Die Berg Energie GmbH ist auf industrielle und gebäudebezogene Energie-Management-Lösungen für verschiedene Branchen wie Stahl, Metall oder Maschinenbau spezialisiert. Verschiedene Messgeräte für Gas, Strom, Wasser oder Druckluft werden präsentiert und machen in der Gruppe die Runde. Die passende Auswertungssoftware gibt es in einem browserbasierten System. Standortvergleiche von Produktionszahlen oder Probleme wie Leckagen können dabei so einfach wie noch nie erkannt werden – und das bequem vom Smartphone aus. Hollenstein und Roost schliessen den Erfahrungsaustausch mit der Suche des Gastgebers und den Themen für das nächste Treffen: Bei der Kägi Söhne AG stehen dann neben hausgemachter Schweizer Schokolade Stromeffizienzmassnahmen auf dem Programm.

Text: Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW)

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