05. Nov 2018

Der Atomstromanteil in Österreich liegt je nach Berechnungsmethode zwischen 6 und 16 Prozent. ©Bild: IG Windkraft

Wird bei der Berechnung für den Importstrom lediglich der durchschnittliche Atomstomanteil der EU von 25.6 % angewendet, so ergibt sich ein Atomstromanteil von rund 6 % im österreichischen Strommix. ©Bild: IG Windkraft

40 Jahre nach Zwentendorf-Abstimmung: Österreich ist noch immer nicht atomstromfrei

(ig-windkraft) 40 Jahre nach der Abstimmung gegen die Atomkraftnutzung in Österreich werden noch immer zwischen 6 und 16 Prozent des Stromverbrauchs mit verstecktem Atomstrom gedeckt. „Wir brauchen viel mehr erneuerbare Kraftwerke, um Österreich zu 100 Prozent mit erneuerbarem Strom zu versorgen“, fordert Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft.


Zudem weist er auf die Notwendigkeit stabiler funktionierender Rahmenbedingungen für den Ausbau hin. „Österreich muss sich mit sauberem Strom aus erneuerbaren Energien selbst versorgen. Das ist der wichtigste Beitrag für eine atomstromfreie Zukunft“, so Moidl.

91 Prozent fordern Rahmenbedingungen für Erneuerbaren-Ausbau
Diese Jahr jährt sich die Volksabstimmung über das Atomkraftwerk in Zwentendorf zum 40. Mal. Eine dünne Mehrheit stimmte damals gegen die Nutzung der Atomkraft in Österreich. 40 Jahre später bezweifelt kaum noch jemand, dass Österreich anders entscheiden hätte sollen. Fragt man heute die Bevölkerung, wie die Energieversorgung aussehen soll, dann hat der Umstieg auf erneuerbare Energien genauso hohe Zustimmungswerte wie der Wunsch nach einem atomstromfreien Österreich. 91 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher haben in einer Umfrage Anfang des Jahres die Politik aufgefordert, rasch die nötigen gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Ausbau der erneuerbaren Energien zu schaffen, um Österreich zu 100 Prozent mit erneuerbarem Strom zu versorgen. Die repräsentative Umfrage von 400 Personen wurde vom Institut für statistische Analysen, Jaksch und Partner GmbH, im Auftrag der IG Windkraft durchgeführt.

Mogelpackung atomstromfrei
Es gibt zwar in Österreich kein Atomkraftwerk, das Atomstrom produziert. Und es gibt eine Stromkennzeichnungspflicht, die sicherstellen soll, dass Atomstrom als solcher gekennzeichnet wird. Das System der Stromkennzeichnung mit Herkunftsnachweisen garantiert jedoch nicht, dass der bezogene Strom kein Atomstrom ist. Nach wie vor ist es möglich, mit Wasserkraftzertifikaten aus dem Ausland Atomstrom sauberzuwaschen und in Österreich als Strom aus Wasserkraft zu verkaufen. Berücksichtig man diese Verkaufstaktik, liegt der Atomstromanteil in Österreich je nach Berechnungsmethode zwischen 6 und 16 Prozent (siehe ee-news.ch vom 10.10.2018 >>). „40 Jahre nach der Abstimmung gegen Zwentendorf ist das schon ein politisches Armutszeugnis“, stellt Moidl fest.

Effektives Fördersystem für starken Ausbau erforderlich
„100 Prozent erneuerbarer Strom bis 2030 ist nur dann möglich, wenn die von der Regierung geplanten Rahmenbedingungen auch halten, was sie versprechen“, bemerkt Moidl. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen ab 2020 jährlich durchschnittlich 120 Windkraftanlagen errichtet werden. „Wir brauchen dringend ein funktionierendes Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz, das den Ausbau der erneuerbaren Energien auch ermöglicht“, so Moidl und fordert die Regierung auf, aus internationalen Erfahrungen bei Fördersystemen zu lernen. „Wir beobachten mit Besorgnis, dass seit der Umstellungen auf ein Ausschreibesystem für Windkraft in Deutschland und Frankreich der Ausbau drastisch zurückgeht. Österreich braucht ein angepasstes Fördersystem, welches den grossen Ausbau erneuerbarer Energie auch stemmen kann. Ausschreibungen sind da kein adäquates Mittel für Österreich. Sinnvoll ist für Österreich ein marktwirtschaftliches System mit Förderprämien, bei dem der Ökostromerzeuger selbst den Strom vermarktet. Die Förderhöhe sollte aber behördlich festgelegt werden“, so Moidl abschliessend.

Weitere Informationen zur Stromkennzeichnung in Österreich >>

Meinungsumfrage 2018 >>

Text: Interessengemeinschaft Windkraft Österreich (IG Windkraft)



0 Kommentare

Kommentar hinzufügen

Partner

  • Agentur Erneuerbare Energien und Energieeffizienz

Job-Plattform

Suchen Sie einen Mitarbeitenden 
oder eine Stelle? 
Bei uns sind Sie richtig!

Hier geht's weiter >>

Aktuelle Jobs

3S Solar Plus: Verkaufsberater Photovoltaik-Systeme (w/m)

Ihre Hauptaufgaben Sie arbeiten direkt am Puls der Energiewende und bringen die neuesten Entwicklungen und Produkte unserer Photovoltaik-Systeme auf den Markt ...

Ist Ihr Unternehmen im Bereich erneuerbare Energien oder Energieeffizienz tätig? Dann senden sie ein e-Mail an info@ee-news.ch mit Name, Adresse, Tätigkeitsfeld und Mail, dann nehmen wir Sie gerne ins Firmenverzeichnis auf.

Newsletter abonnieren

Follow us

In order to provide the best quality for you, our system uses "cookies", which are stored on your device. Cookies are necessary to identify what information (job advertisement, questionnaire, etc) you have already seen. IP address is used for the same purposes as described above.

When creating a profile, applying to the newsletter, job subscriptions and etc, you agree that the data, which you have entered, will be stored and processed in the system in order to provide services, which you have applied for.

We do NOT sell your personal data to any 3rd party services.

You must be 18 or older years old to use our services. If you are underage, you must have a permission to use our services from your parent or guardian. It is necessary in order to store and process your data.

By continuing to use our services, you agree with the these terms. You can withdraw your agreement at any time, by deleting cookies from your device and by sending request for deleting your data to the administrator.

Close