02. Nov 2018

In Deutschland gibt es ca. drei Millionen Nichtwohngebäude. Ihre Verbräuche machen ein Drittel am Endenergieverbrauch aller Gebäude aus. In der energetischen Modernisierung steckt also großes Energie- und CO2-Einsparungspotenzial. ©Bild: dena

Nichtwohngebäude: dena empfiehlt branchenspezifische Lösungen für mehr Energieeffizienz

(dena) Nichtwohngebäude werden in Sachen Energieeffizienz bisher zu wenig differenziert betrachtet. Die Unterschiedlichkeit der Branchen muss sich stärker in Politik, Information, Beratung und Förderung niederschlagen. Das empfiehlt die Deutsche Energie-Agentur (dena) auf Basis von vier Analysen zu Handels-, Büro-, und Hotelimmobilien sowie kommunalen Gebäuden.


Nichtwohngebäude sind insgesamt für ein Drittel des Gebäudeenergieverbrauchs in Deutschland verantwortlich.

Es gibt kein typisches Nichtwohngebäude
Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung: „Unsere Analysen zeigen deutlich: Das typische Nichtwohngebäude gibt es nicht. So verschieden die Ausgangssituationen und Hemmnisse der untersuchten Branchen sind, so unterschiedlich agieren sie in Sachen Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Beim Handel passiert schon recht viel, auch Hotels und Kommunen sehen immer mehr die Notwendigkeit, in Energieeffizienz zu investieren. Bei Büroimmobilien hingegen ist noch sehr viel Luft nach oben.“

Deutlicher Nachholbedarf
Aktuell wird in den verschiedenen Branchen vor allem in Technikmaßnahmen wie beispielsweise in Beleuchtung oder Kältetechnik investiert; auch weil sich diese Investitionen schnell rechnen. Weitere Ansätze zur Reduzierung des Energiebedarfs von Nichtwohngebäuden finden nur vereinzelt statt. Vor dem Hintergrund des Ziels eines klimaneutralen Gebäudebestands besteht hier noch deutlicher Nachholbedarf.

Unterschiedliche Voraussetzungen und Bedürfnisse – ähnliche Probleme
Im Einzelhandel herrscht hoher Konkurrenzdruck. Die Mehrheit der Händler haben ihre Räume nur gemietet. Außerdem besteht der weitaus größere Teil aus kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU). Hemmnisse für Energieeffizienz sind vor allem die mangelnden Ressourcen bei den KMU-Händlern sowie das Nutzer-Investor-Dilemma. Denn häufig muss der Eigentümer in Effizienz investieren, wovon vor allem der Nutzer profitiert.

Die Hotelbranche ist geprägt von kleinen, eigentümergeführten Hotels, die eine Vielzahl existentieller Aufgaben bewältigen müssen. Fehlendes Know-how und fehlende Zeit in Kombination mit schwierigen Finanzierungsbedingungen prägen die Rahmenbedingungen für Energieeffizienz in dieser Branche. Im Bürosegment bestimmt die Lage den Markt. Büroimmobilien in begehrten Lagen sind knapp. Energieeffizienz ist dort weder beim Verkauf noch bei der Vermietung von größerer Bedeutung. Außerdem fehlt es der Branche an Bewertungskriterien, um Energieeffizienz positiv einschätzen zu können. Das Nutzer-Investor-Dilemma ist ein weiterer Grund für den geringen Stellenwert von Energieeffizienz.

Vorbildrolle der öffentlichen Hand
Die öffentliche Hand und insbesondere die Kommunen stehen vor der Herausforderung, ihrer Vorbildrolle für Energieeffizienz und Klimaschutz gerecht zu werden. Dafür fehlen vor allem personelle Ressourcen, zum Teil mangelt es auch an Finanzmitteln.

Ähnliche Hemmnisse
So unterschiedlich die Ausgangssituationen für Energieeffizienz sind, so ähnlich sind die Hemmnisse, die daraus resultieren: KMU haben grundsätzlich wenig Ressourcen, um sich mit Themen außerhalb ihres Kerngeschäfts zu befassen. Fördermittel werden vor allem im Neubau genutzt – auch weil der Förderaufwand für Einzelmaßnahmen im Bestand oft als zu aufwendig bewertet wird. Das Investor-Nutzer-Dilemma ist zentrales Thema überall dort, wo viele Gebäude vermietet sind. Politik und Branchenvertreter müssen nach Einschätzung der dena in einen engeren Dialog treten, um die Hemmnisse abzubauen und marktfähige Lösungen zu entwickeln, die sich gezielt an die einzelnen Branchen und deren unterschiedliche Segmente wie KMU, Mieter, Vermieter usw. richten.

Vier dena-Analysen zu Nichtwohngebäuden in Deutschland
Die dena befasst sich seit 2014 intensiv mit verschiedenen Branchen und Akteuren im Bereich der Wirtschaftsimmobilien und Liegenschaften der öffentlichen Hand. Die „dena-Insights“ bündeln Erkenntnisse aus verschiedenen Studien, Modellprojekten, Beratungsreihen, umfangreichen Befragungen und Branchendialogen, die die dena durchgeführt hat. Sie stellen die politischen und fördertechnischen Rahmenbedingen und den Status Quo der jeweiligen Branche dar. Zugleich beleuchten sie Entscheidungskriterien für die Investition in Energieeffizienz und leiten daraus Empfehlungen für Politik und Branchen zur Verbesserung der energetischen Situation ab.

Grosses Potenzial
In Deutschland gibt es rund drei Millionen sogenannte Nichtwohngebäude. Ihre Verbräuche machen ein Drittel am Endenergieverbrauch aller Gebäude aus. Dementsprechend steckt in der energetischen Modernisierung dieser Gebäude großes Potenzial, um Energie und CO2-Emissionen einzusparen. Auch wenn Nichtwohngebäude deutlich weniger im Fokus der öffentlichen und politischen Wahrnehmung stehen, sind sie unverzichtbar für das Erreichen der Klimaschutzziele.

dena-Analyse Insight Hotelimmobilien >>

dena-Ananlyse Insight Handelsimmobilien >>

dena-Analyse Kommunale Nichtwohngebaeude >>

dena-Analyse Insight Bueroimmobilien >>

Weitere Informationen zu Energieeffizienz in öffentlichen und gewerblichen Immobilien >>

Text: Deutsche Energie-Agentur (dena)

0 Kommentare

Kommentar hinzufügen

Partner

  • Agentur Erneuerbare Energien und Energieeffizienz

Job-Plattform

Suchen Sie einen Mitarbeitenden 
oder eine Stelle? 
Bei uns sind Sie richtig!

Hier geht's weiter >>

Aktuelle Jobs

3S Solar Plus: Verkaufsberater Photovoltaik-Systeme (w/m)

Ihre Hauptaufgaben Sie arbeiten direkt am Puls der Energiewende und bringen die neuesten Entwicklungen und Produkte unserer Photovoltaik-Systeme auf den Markt ...

Ist Ihr Unternehmen im Bereich erneuerbare Energien oder Energieeffizienz tätig? Dann senden sie ein e-Mail an info@ee-news.ch mit Name, Adresse, Tätigkeitsfeld und Mail, dann nehmen wir Sie gerne ins Firmenverzeichnis auf.

Newsletter abonnieren

Follow us

In order to provide the best quality for you, our system uses "cookies", which are stored on your device. Cookies are necessary to identify what information (job advertisement, questionnaire, etc) you have already seen. IP address is used for the same purposes as described above.

When creating a profile, applying to the newsletter, job subscriptions and etc, you agree that the data, which you have entered, will be stored and processed in the system in order to provide services, which you have applied for.

We do NOT sell your personal data to any 3rd party services.

You must be 18 or older years old to use our services. If you are underage, you must have a permission to use our services from your parent or guardian. It is necessary in order to store and process your data.

By continuing to use our services, you agree with the these terms. You can withdraw your agreement at any time, by deleting cookies from your device and by sending request for deleting your data to the administrator.

Close