16. Okt 2018

Absolute Werte monatliche Niederschlagssumme in mm links, monatliche Niederschlagssumme in % der Norm rechts. ©Grafik: Meteo Schweiz

Absolute Werte in % der maximal möglichen monatlichen Sonnenscheindauer links, monatliche Sonnenscheindauer in % der Norm rechts. ©Grafik: Meteo Schweiz

Die Tropennächte nehmen zu. In der Messreihe von Lugano ab 1864 sind bisher nur sechs, in der Messreihe von Locarno-Monti ab 1910 nur vier Tropennächte im September zu finden. ©Tabelle: MeteoSchweiz

Absolute Werte Monatsmitteltemperaturen °C links, Abweichung der Monatsmitteltemperatur von der Norm rechts. ©Grafik: MeteoSchweiz

MeteoSchweiz: Lokal der wärmste und sonnigste September seit Messbeginn - Nullgradgrenze stieg auf 4600 m - Niederschlagsmenge weit unter dem Durchschnitt

(ee-news.ch) Die Schweiz registrierte regional den zweit- bis fünftwärmsten, lokal auch den wärmsten September seit Messbeginn. Der September gehört zu den zehn wärmsten in der über 150-jährigen Messperiode. Die Septembertemperatur lag verbreitet 2 bis 2.5 Grad über der Norm 1981‒2010. Die Nullgradgrenze erreichte eine Höhe von 4600 m. Die Niederschlagssummen erreichten im September in der Westschweiz sowie auf der Alpensüdseite meist nur 20 bis 30 Prozent der Norm 1981‒2010.


Im landesweiten Mittel übertraf der der September die Norm um 2.3 Grad. Im Wallis sowie regional in Nordbünden und im Tessin stiegen die Werte auch 2.6 bis 2.7 Grad über die Norm. Die Septemberwärme liegt damit auf Rang sieben seit Messbeginn 1864. Im Mittelland, im Wallis und in Graubünden fielen verbreitet 30 bis 80 Prozent Niederschlag der Norm, in der Westschweiz sowie auf der Alpensüdseite indes meist nur 20 bis 30 Prozent der Norm. Entlang des Alpennordhangs gab es Niederschlagsmengen zwischen 80 und 100 Prozent der Norm 1981‒2010.

Sonnigste September ab 1959
Die Sonnenscheindauer bewegte sich im sehr sonnigen Mittelland zwischen 150 und 160 Prozent der Norm 1981‒2010. Die übrige Schweiz erhielt verbreitet 120 bis 140 Prozent der Norm. An einzelnen Messstandorten des Mittellands war es der sonnigste September in den homogenen Datenreihen ab 1959.

Detaillierte Angaben

Septembertemperatur lokal im Rekordbereich
Am Messstandort Genf erreichte die Monatstemperatur mit 17.9 Grad einen Wert nahe am Septemberrekord. Der bisherige Höchstwert vom September 1949 lag bei 18.1 Grad. Ähnlich warm zeigten sich in Genf auch die September 2006 und 2016 mit 18.0 Grad. In Sion übertraf der September 2018 mit 18.7 Grad den bisherigen Rekord von 18.4 Grad aus dem 2016. Die Messreihen von Genf und Sion reichen bis 1864 zurück.

In Locarno-Monti lieferte der September mit 19.9 Grad den zweithöchsten Wert in der Messreihe seit 1883. Ebenso warm zeigte sich hier der September 2011. Wärmer war in Locarno-Monti bisher nur der September 2016 mit 20.3 Grad.

Im landesweiten Mittel brachte der September 12.5 Grad. Das liegt 2.3 Grad über der Norm 1981‒2010 und bedeutet Rang 7 in der seit 1864 verfügbaren Messreihe.

Hochdruckbestimmte erste Monatshälfte
Nach drei tiefdruckbestimmten Tagen mit unterdurchschnittlicher Tagesmitteltemperatur, geringer Sonnenschein-dauer und regional etwas Regen, vor allem auf der Alpensüdseite und im Engadin, zeigte sich die Periode vom 4. bis zum 12. September überwiegend hochdruckbestimmt, sonnig und mild. Das schöne Spätsommerwetter wurde vom 6. nachmittags bis am 7. vormittags durch feuchtwarme Luft aus Südwesten und dem Durchzug einer Niederschlagszone unterbrochen.

Rekordtemperatur auf dem Jungfraujoch
Mit viel Sonnschein stieg die Tagesmaximumtemperatur am 11. und 12. September beidseits der Alpen verbreitet auf 26 bis 29 Grad. Vereinzelt gab es auch Werte über 30 Grad. Die Nullgradgrenze erreichte eine Höhe von 4600 m. Auf dem Jungfraujoch in 3580 m Höhe wurde am 11. September mit einem Tageshöchstwert von 10.8 Grad ein massiver neuer Septemberrekord gemessen. Der bisherige Septemberrekord aus dem Jahr 2000 lag bei 9.7 Grad. Sieben der zehn höchsten Septemberwerte auf dem Jungfraujoch stammen aus den Jahren 2000 und später. Diese Häufung von Extremwerten in den letzten zwei Jahrzehnten ist klassisch für die laufende Klimaentwicklung. Auf dem Jungfraujoch ist die homogene Messreihe der Tagesmaximumtemperatur seit 1961 verfügbar.

Nochmals sehr warm – überdurchschnittlich viele Tropennächte
Am 13. September lag die Schweiz in einer kräftigen Westströmung und eine Niederschlagszone aus Nordwesten brachte am Nachmittag und Abend kräftige Schauer.

Vom 12. auf den 13. September schrammte die Alpensüdseite knapp an einer Tropennacht vorbei. An den Mess-standorten Lugano und Locarno-Monti sank das Nachtminimum auf 19.7 Grad, also knapp unter die Tropennacht-Schwelle von 20 Grad. In der Nacht vom 23. auf den 24. September war es dann lokal soweit: Der Messstandort Locarno-Monti registrierte ein Nachtminimum von 20.2 Grad und damit wohl eine der spätesten Tropennächte in der Messgeschichte. Tropennächte im September sind selbst auf der milden Alpensüdseite sehr selten. In der Messreihe von Lugano ab 1864 sind bisher nur sechs, in der Messreihe von Locarno-Monti ab 1910 nur vier Tropennächte im September zu finden. Einschränkend ist zu bemerken, dass Tropennächte vor der Automatisierung nur mit der Tagesminimumtemperatur bestimmt werden können. Diese kann, je nach Wetterlage, tiefer liegen als das vorausgehende Nachtminimum. Allfällige Tropennächte bleiben dann bei der Datenanalyse unbemerkt.

Vom 14. bis zum 18. September wanderte ein Hochdruckgebiet vom Atlantik über Mitteleuropa bis zum Schwar-zen Meer. Am 19. und 20. verband es sich mit einem zweiten aus dem Atlantik vorstossenden Hoch. Die Hoch-druckperiode brachte beidseits der Alpen sommerliche Tageshöchstwerte von 24 bis 29 Grad. Am 18. löste feuchte Luft aus Südwesten zum Teil recht kräftige Gewitter aus.

Stürmischer Westwind
Am 21. und 23. September lag die Schweiz in einer kräftigen West- bis Südwestströmung begleitet von Nieder-schlagszonen. Am 22. sorgte ein Zwischenhoch für recht sonnige Verhältnisse. Der 23. zeigte sich vor allem am Nachmittag recht sonnig und mit Tageshöchstwerten von 27 bis 29 Grad sommerlich warm, bevor am späteren Abend eine kräftige Kaltfront aus Norden mit Sturmböen einen massiven Wetterumschwung brachte.

Temperatursturz im Norden mit Schnee in den Bergen
In der aus Norden zugeflossenen Kaltluft schneite es in den Bergen bis auf 1800 m hinunter. Nördlich der Alpen stieg die Tagesmaximumtemperatur am 24. nur noch auf 13 bis 16 Grad. Die Tiefstwerte am Morgen lagen meist zwischen 5 und 7 Grad, am Genfersee zwischen 9 und 11 Grad. Die Alpensüdseite registrierte derweil in den Niederungen sommerliche Höchstwerte von 25 Grad. Dies mit Unterstützung von kräftigem Nordföhn mit Böen von 60 bis 80 km/h.

Mit Hochdruck zum Monatsende
Vom 25. bis zum 27. September zog ein kräftiges Hochdruckgebiet von Deutschland nach Osteuropa. Anschliessend dehnte sich ein Atlantikhoch von den Britischen Inseln bis nach Osteuropa aus. Das bescherte der Schweiz bis zum Monatsende sonnige und am Nachmittag zunehmend mildere Verhältnisse. Durch die kräftige nächtliche Abkühlung erreichte die Temperatur am Morgen des 26. hingegen tiefe Werte. Die Niederungen der Alpennord-seite registrierten recht verbreitet Bodenfrost. Ab dem 27. September gab es auf der Alpennordseite regional Morgennebel, der sich gegen Mittag meist auflöste.

Am 26. September registrierten einige Messstandorte in der Westschweiz neue September-Druckrekorde. In Sion erreichte der Stationsdruck 977.8 hPa, in Genf 986.6 hPa und in Neuenburg 978.2 hPa. Der bisherige Septem-ber-Höchstwert lag in Sion bei 975.3 hPa (28.9.2016), in Genf bei 983.2 hPa (28.9.2016) und in Neuenburg bei 975.4 hPa (30.9.1945). Die Druckmessreihen von Sion und Genf reichen mehr als 60 Jahre zurück, diejenige von Neuenburg über 110 Jahre.

Erhebliche Niederschlagsarmut im Süden und im Westen
Auf der Alpensüdseite und im Gebiet vom Neuenburgersee zum Genfersee lieferte der September verbreitet weniger als 20 Prozent der normalen Niederschlagsmengen. Die übrigen Regionen erhielten meist zwischen 40 und 80 Prozent der Norm 1981–2010. Die ausgesprochene Niederschlagsarmut im September ist auf der Alpensüdseite, in Teilen der West- und Nordwestschweiz, im Wallis sowie im Gotthardgebiet ein seit rund 20 Jahren anhaltendes Phänomen.

Sehr sonniger September
Das häufige Schönwetter führte an einigen Messstandorten zum sonnigsten, zweit- oder drittsonnigsten Septem-ber seit Messbeginn. Unter den Messstandorten mit längeren homogenen Messreihen zur Sonnenscheindauer ab 1959 weisen Luzern mit 209 und St. Gallen mit 224 Sonnenstunden den sonnenreichsten September aus. Genf und Neuenburg registrierten den zweitsonnigsten, Lugano und Locarno-Monti den drittsonnigsten September in der Messperiode ab 1959.

Detailliertes Klimabulletin September 2018 von MeteoSchweiz >>

Text: ee-news.ch / MeteoSchweiz

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