25. Sep 2018

Die Produktion von jährlich 570‘000 Tonnen Perlen-Papier ist energieintensic. Die Perlen Papier AG ist deshalb seit vielen Jahren Teilnehmerin im Energie-Modell der EnAW. ©Bild: EnAW

Perlen Papier: In Sachen Energieeffizienz kein unbeschriebenes Blatt

(PM) Ob «NZZ», «Tages-Anzeiger» oder «Blick». Ob Magazine, Kataloge oder Werbedrucksachen: Für all diese Produkte braucht man tonnenweise Papier. Papier, das seit 1873 in den Hallen der Perlen Papier bei Luzern hergestellt wird. Rund um die Uhr werden hier pro Jahr ganze 570‘000 Tonnen Papier für Abnehmer aus der Schweiz und angrenzenden Ländern produziert – eine energieintensive Angelegenheit.


Energieintensive Angelegenheiten sind die Spezialität von Patrick Birrer. Er ist als Leiter Managementsysteme für die Bereiche Qualität, Umwelt, Sicherheit und Energie der Perlen Papier AG verantwortlich. Ein grosser Bereich, der grosse Verantwortung mit sich bringt. Denn das wirtschaftliche Marktumfeld für Papierproduzenten wird in der Schweiz von Jahr zu Jahr schwieriger. Deshalb hat der Maschinenbauingenieur mit seinem Team in den vergangenen Jahren grosse Investitionen zur Steigerung der Energieeffizienz getätigt. «Effizienz ist eben das A und O, um in einem wirtschaftlich schwierigen Marktumfeld bestehen zu können.»

Recycler der Nation
Für die Papierproduktion braucht man zwei Stoffe: Holz und Altpapier. Wie auch andere energieintensive Branchen spielt die Perlen Papier AG als «Entsorger der Nation» eine wichtige Rolle. Denn sie sichert das Recycling von Altpapier in der Schweiz, weil sie es für die Produktion von neuem Papier wiederverwertet. «Wir erhalten das Altpapier von den Gemeinden, von Altpapierhändlern oder Druckereien», erklärt Birrer. Rund die Hälfte des Altpapiers bei Perlen stammt heute aus der Schweiz. Dieser Anteil soll in Zukunft weiter erhöht werden, da der Bezug von ausländischem Altpapier laut Birrer etwa um 65 Prozent höhere Treibhausgasemissionen erzeugt. Die Emissionen entstehen durch längere Transportwege und die notwendige Vorsortierung, da Papier und Karton im Ausland nicht getrennt gesammelt werden. «Mit unserer Recycling-Leistung tragen wir also ständig zu einer niedrigeren Umweltbelastung bei», fasst er zusammen.

Neues aus Altem
Und was genau passiert mit dem Altpapier? In der modernen Altpapieraufbereitung entsteht aus gelesenen Zeitungen und Magazinen von heute der Rohstoff für das Papier von morgen. Und das geht so: Zunächst wird das Altpapier mit Wasser zu einem Brei aufgelöst. Fremdstoffe werden aussortiert, bevor die Druckfarbe von der Papierfaser gelöst und ausgeschieden wird. Was zurückbleibt, ist die Basis für neues Papier. «Ganze sieben Mal kann dieser Prozess wiederholt werden. Danach sind die Fasern kaputt und fallen aus dem System», erklärt Birrer. Und das Holz? Dieses stammt aus der Schweiz und aus dem nahen Ausland wie zum Beispiel aus dem grenznahen Schwarzwald.

In einem grossen Refiner werden die Hackschnitzel zu Holzfaserstoff gemahlen. Dieser Prozess ist sehr energieintensiv und wird im Rahmen eines kommenden Projekts mit neuen Steuerungen versehen. Für die Blattbildung wird das Gemisch aus Altpapier und Holz zwischen zwei Siebe gegeben. So bildet sich eine Papierbahn, die durch ein Vakuum entwässert und anschliessend über Dampf beheizte Zylinder getrocknet wird. Danach bekommt das Papier seine gleichmässige Dicke und die glatte Oberfläche. Es ist damit bereit, aufgerollt und zugeschnitten zu werden. Ganze 70 Rollen, von der jede etwa so viel wiegt wie ein Kleinwagen, verlassen die Papiermaschine PM7 pro Stunde – eine beeindruckende Leistung, hinter der hohe Investitionen stecken.

Die neue Papiermaschine hält, was sie verspricht
Modern, leistungsfähig und energieeffizient: Die neue Papiermaschine (PM7) gehört zu den besten der Welt. Sie produziert in 14 Tagen genug Zeitungspapier, um damit einmal die Welt zu umwickeln. «Mit der PM7 sind wir in kürzester Zeit thermisch um 10 Prozent und elektrisch um etwa 20 Prozent effizienter geworden», erzählt Birrer. Seit 2011 sind die Treibhausgasemissionen um fast die Hälfte zurückgegangen. Diese Leistung hat die Perlen Papier AG auch zu grossen Teilen der neuen Kehrichtverbrennungsanlage der Zentralschweiz, Renergia, zu verdanken. Diese wurde im Sommer 2015 auf dem Perlen-Areal in Betrieb genommen und liefert durch Abwärme genügend Dampf für die Trockenzylinder der PM7. Dass sich diese Partnerschaft lohnt, weiss auch EnAW-Berater Seydel: «Um ganze 90‘000 Tonnen kann die Perlen Papier AG ihren CO2-Ausstoss jetzt jährlich reduzieren und hat ihr Ziel für die Periode bis 2020 damit längst erreicht.» Ein gutes Gefühl, wie Birrer bestätigt. «Doch als energieintensives Unternehmen kann man sich nicht auf seinen Leistungen ausruhen. Wir sind um einen solch kompetenten Partner wie die EnAW sehr froh. So produzieren wir auch in Zukunft möglichst energieeffizient und wirtschaftlich. Damit unsere Produkte noch lange in Kioskregalen, Ladenkassen und Briefkästen zu sehen sind.»

Text: Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW)

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