11. Sep 2018

14 Tonnen statt 0.6 Tonnen, wir stossen eindeutig viel zu viel CO2 aus! Grafik: BAFU

BAFU: Schweiz überschreitet die Gesamtumweltbelastung über das verträgliche Mass um mehr als das Dreifache

(ee-news.ch) Der Treibhausgas-Fussabdruck der Schweiz betrug im Jahr 2015 rund 14 Tonnen CO2-Äquivalente pro Person. Dies ist deutlich über dem europäischen Durchschnitt. Gemäss Abschätzungen liegt das planetenverträgliche Mass der Treibhausgas-Emissionen für das Jahr 2015 bei 0.6 Tonnen pro Person. Die Gesamtumweltbelastung der Schweiz überschreitet das verträgliche Mass um mehr als das Dreifache. Dies zeigt die neuste Studie des Bundesamts für Umwelt BAFU für den Zeitraum von 1996 bis 2015.


Insgesamt ist die Umweltbelastung der Schweiz in den letzten 20 Jahren pro Kopf um 19 Prozent gesunken. Die Verschmutzung von Luft und Wasser im Inland haben dank gesetzlicher Vorgaben und technologischer Fortschritte abgenommen. Fast drei Viertel unserer gesamten Umweltbelastung entstehen heute indes wegen importierten Produkten im Ausland. Unser Wohlstand hängt aufgrund der engen internationalen Verflechtung stark von Rohstoffen und Produkten aus dem Ausland ab. Gemäss der Studie überschreitet die Gesamtumweltbelastung der Schweiz das verträgliche Mass insgesamt um mehr als das Dreifache.

Reduktion durch zusätzliche Emissionen im Ausland neutralisiert
In der Studie wurden unter anderem die Fussabdrücke für Treibhausgas-Emissionen, Biodiversitätsverluste und den Wasserhaushalt untersucht. Die Treibhausgas-Emissionen haben im Inland zwischen 1996 und 2015 abgenommen. Diese Reduktion wurde jedoch durch zusätzliche Emissionen im Ausland neutralisiert. Die Schweiz engagiert sich deswegen auch auf internationaler Ebene und mit bilateralen Programmen in Partnerländern, um die Umweltbelastung weltweit zu senken.

Doch die Schweiz hätte ein grosses eigenes Potenzial, so zum Beispiel:

  • Saubere Energie: Besonders grosses Potenzial zur Reduktion der Gesamtumweltbelastung (–9 %) und des Treibhausgas-Fussabdrucks (–12 %) besteht in der konsequenten Umsetzung der Energiestrategie des Bundes. Neben der Förderung erneuerbarer Energien hat das Wohnen (Isolierung, Wohnfläche, Heiztechnologie) eine grosse Bedeutung.
  • Nachhaltige Mobilität: Die zu erwartende Zunahme des Verkehrs und die steigende Nachfrage nach Flugreisen vergrössern die Schweizer Umwelt-Fussabdrücke. Möglichkeiten zu deren Reduktion sind ein bewusstes Reiseverhalten, alternative Antriebssysteme sowie die Reduktion des Fahrzeuggewichts.

Deutlich über europäischem Durchschnitt
Der Treibhausgas-Fussabdruck der Schweiz betrug im Jahr 2015 rund 14 Tonnen CO2-Äquivalente pro Person. Dies ist deutlich über dem europäischen Durchschnitt. Gemäss Abschätzungen liegt das planetenverträgliche Mass der Treibhausgas-Emissionen für das Jahr 2015 bei 0.6 Tonnen pro Person.

Grössten Einfluss haben Wohnen, Mobilität, Ernährung
Produktionsweisen und Konsumverhalten in den Bereichen Wohnen, Mobilität und Ernährung haben den grössten Einfluss auf die Umweltressourcen. Die Energiestrategie 2050 wird die Umweltbelastung der Schweiz deutlich reduzieren: Mit einer konsequenten Umsetzung steigt die Effizienz etwa im Gebäudebereich, fossile Energien wie Öl und Gas werden reduziert und durch erneuerbare Energien aus Wind, Wasser, Sonne und Biomasse ersetzt.  

Bewusstes Reiseverhalten, tiefere Fahrzeuggewichte, …
Durch das persönliche Verhalten können alle einen wichtigen Beitrag leisten. Die Studie empfiehlt beispielsweise ein bewusstes Reiseverhalten, tiefere Fahrzeuggewichte sowie alternative Antriebssysteme. Den Flugreisen kommt wegen der hohen Treibhausgas-Emissionen eine besondere Bedeutung zu. Bei der Ernährung kann die Umwelt mit einem geringeren Konsum tierischer Produkte geschont werden. Sauberen, ressourceneffizienten Technologien in den ausländischen Lieferketten von Schweizer Unternehmen kommt zudem eine grosse Bedeutung zu.

Über die in der Studie untersuchten Bereiche hinaus bestehen weitere Potenziale zur Reduktion des Ressourcenverbrauchs. Sie können erschlossen werden durch die Digitalisierung, neue Baumaterialien oder das Vermeiden von Nahrungsmittelverlusten. Entscheidend auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit bei Konsum und Produktion ist das gemeinsame Engagement von Konsumentinnen und Konsumenten, Unternehmen, Wissenschaft und Staat.


Text: ee-news.ch, Quelle: Bundesamt für Umwelt BAFU

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