05. Sep 2018

Insgesamt habe die BKW ein solides Resultat erwirtschaftet, kommentierte der zuständige ZKB-Analyst. Im Dienstleistungsbereich müsse sich noch zeigen, ob deutlichere Margenverbesserungen möglich seien.

BKW: Steigert Umsatz im Halbjahr dank Dienstleistungen leicht

(SDA) Der Energiekonzern BKW wächst weiter und behauptet sich im schwierigen Marktumfeld. Im ersten Halbjahr 2018 wurden weitere sieben Dienstleistungsunternehmen übernommen und erstmals die Marke von 6000 Vollzeitstellen geknackt. So konnte trotz tiefer Strompreise auch der Umsatz gehalten werden, während ein Sondereffekt einen deutlich höheren Gewinn bescherte.


Das traditionelle Geschäft der Stromproduktion ist nach wie vor unter Druck. Jedoch dürften sich die Grosshandelspreise am europäischen Strommarkt mittelfristig erholen. So konnte die BKW die Stromproduktion der Jahre nach 2019 bereits auf einem deutlich höheren Niveau absichern. Gleichzeitig scheint die Strategie aufzugehen, bis dahin Mindereinnahmen mit mehr Dienstleistungen und einem starkem Stromhandel aufzufangen.

Der Umsatz im Dienstleistungsbereich stieg dank der Akquisitionen in der ersten Jahreshälfte um knapp 20 Prozent auf 395 Millionen Franken. Trotz der Kosten, die durch Übernahmen und Integration der neuen Teams entstehen, konnte die BKW auch die Marge leicht steigern, wie Finanzchef Ronald Trächsel am Dienstag anlässlich der Präsentation der Halbjahreszahlen sagte. Das Dienstleistungsgeschäft beruht bei BKW auf den Bereichen Gebäudetechnik, Infrastruktur und Energieeffizienz.

Mühleberg-Entscheid war richtig
Auch im Energiegeschäft gehen die Veränderungen weiter. Weil sich die Geschäftsmodelle des klassischen Energiegeschäfts und der erneuerbaren Energien annäherten, würden diese Bereiche zusammengefasst. Damit gibt es den Geschäftsbereich "Erneuerbar und Effizienz" ab sofort nicht mehr.

Die geplante Stilllegung des Atomkraftwerks Mühleberg ist ein Beispiel des Philosophiewandels innerhalb des Unternehmens oder in der gesamten Energiebranche. Im Juni erhielt die BKW von den Behörden die offizielle Stilllegungsverfügung, nachdem 2013 entschieden worden war, dass sich ein Weiterbetrieb wirtschaftlich nicht mehr lohnt. Das Kraftwerk geht am 20. Dezember 2019 endgültig vom Netz.

Trotz der Preiserholung bereut das Management den Entscheid nicht. Denn von einer "fantastischen" Erholung und Grosshandelspreisen "wie früher" gehe man nicht aus, sagte BKW-Chefin Suzanne Thoma. Die Erholung müsste viel massiver sein, damit sich die damals für Mühleberg notwendigen Investitionen gelohnt hätten.

Der Umsatz im Energiegeschäft sank im ersten Semester um 3 Prozent auf 647 Millionen Franken. Das regulierte Netzgeschäft leistete einen Beitrag von 279 Millionen. Das sind 9 Prozent weniger als im Vorjahr.

Tieferes Betriebsergebnis für 2018 erwartet
Unterm Strich stieg die Gesamtleistung um 2 Prozent auf 1.28 Milliarden Franken. Verdient wurde deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum, was aber auf einen Sondereffekt im Zusammenhang mit der Pensionskasse zurückzuführen ist. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg in der ersten Jahreshälfte im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent auf 224 Millionen Franken und der Reingewinn um 9 Prozent auf 126 Millionen.

Bereinigt allerdings um den einmaligen Sondereffekt aus dem Primatwechsel der Pensionskasse wäre der EBIT um 6 Prozent auf 171 Millionen Franken gesunken und der Reingewinn um ein Viertel auf 85 Millionen Franken abgetaucht. Im Vorjahr hätten Anlagen in den Stilllegungs- und Entsorgungsfonds, in welche die Betreiber der fünf schweizerischen Atomkraftwerke jährlich einzahlen, überdurchschnittlich gut rentiert, erklärte die BKW.

Für das Gesamtjahr hält die Gesellschaft am bisherigen finanziellen Ausblick fest und erwartet für 2018 weiterhin ein Betriebsergebnis in der Bandbreite von 340 bis 360 Millionen - nach 379 Millionen im Vorjahr.

An der Schweizer Börse gab die Aktie am Dienstag gegen 14 Uhr um 2 Prozent nach, während der Gesamtmarkt gemessen am SPI ebenfalls um 1.1 Prozent sank. Insgesamt habe die BKW ein solides Resultat erwirtschaftet, obwohl die Markterwartungen beim Reingewinn nicht ganz erfüllt worden seien, kommentierte der zuständige ZKB-Analyst. Und mit Blick in die Zukunft: Im Dienstleistungsbereich müsse sich noch zeigen, ob deutlichere Margenverbesserungen möglich seien.

©Text: SDA

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