Vergleich: Stahlgewinnung im Hochofenprozess (Blast Furnace) und mit Hilfe von Wasserstoff (Hybrit-Route). ©Bild: Vattenfall

Hybrit: Baubeginn für erste Pilotanlage zur fossilfreien Stahlproduktion

(ee-news.ch) Gemeinsam mit dem schwedischen Stahlkonzern SSAB und dem Bergbaukonzern LKAB hat Vattenfall im nordschwedischen Luleå Spatenstich für die erste Pilotanlage zur fossilfreien Stahlproduktion mit Hilfe von Wasserstoff getan. Die Investition, an der der sich die schwedische Energieagentur beteiligt, beläuft sich auf 1.4 Mrd. SEK (rund 150 Mio. EUR).


Voraussichtlich 2020 soll die Anlage in Betrieb gehen. Das Projekt Hybrit (Hydrogen Breakthrough Ironmaking Technology) soll die gesamten schwedischen CO2-Emissionen um bis zu 10 Prozent reduzieren werden. Diese Verringerung der Emissionen ist wichtib, damit Schweden die Ziele des Pariser Klimaabkommens erreichen.

Wasserstoff statt Kohle und Koks
Hybrit ist ein Joint-Venture der Unternehmen SSAB, LKAB und Vattenfall. Bis 2035 soll der erste industrielle Prozess zur fossilfreien Stahlherstellung aus Eisenerz etabliert werden. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wurde das CO2-Minderungspotenzial von Hybrit ermittelt. Demnach können die gesamten schwedischen CO2-Emissionen um bis zu 10 Prozent sinken. Bei der bisherigen Herstellung von Stahl wird in der Prozessstufe der Eisenerzreduktion das Eisenerz mit Hilfe von Kohle und Koks zu Eisen reduziert. Hierbei fallen große Mengen CO2 an. Die Idee hinter Hybrit ist es, anstelle von Kohle und Koks künftig im Verfahren der Direktreduktion Wasserstoff zu nutzen, der mit Strom aus fossilfreien schwedischen Quellen erzeugt wird. In dem Prozess würde dann als Restprodukt statt CO2 nur Wasser zurückbleiben.

Neben der Stahlindustrie untersucht Vattenfall weitere industrielle Prozesse, bei denen grüner Wasserstoff signifikant zu einer CO2-Reduktion beitragen kann. Dies betrifft u.a. den Einsatz von Wasserstoff in Raffinerien, bei der Zementherstellung sowie zur Produktion von Grundstoffen in der chemischen Industrie.

Text: ee-news.ch, Quelle: Vattenfall GmbH

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