14. Jun 2018

Mit dem Zapcharger können alle Typen von E-Autos geladen werden. Bild: Zaptec

In der Tiefgarage der ABZ an der Toblerstrasse sind 3 von möglichen 43 E-Ladeplätzen bereits vergeben. An der Decke sind das Flachkabel und die jeweilige Anschlussdose befestigt. Bild: ABZ

Modulare Lösung für E-Ladestellen in Mehrfamilienhäusern: Und wer hat’s erfunden? Natürlich die Norweger!

(AN) Die Tiefgarage der ABZ-Genossenschaft an der Toblerstrasse wurde mit dem Ladesystem Zapcharger Pro von Zaptec ausgerüstet. „Zurzeit verfügen 3 der insgesamt 95 Parkplätze über eine eigene Ladestation. Weitere 40 können wir jederzeit leicht nachrüsten“, erklärt Reto Seiler von der ABZ. Der Zapcharger Pro ermöglicht eine kostengünstige flexible Grundinstallation, die modular ausgebaut werden kann.


"Wir haben viele Ladelösungen für unsere Mietenden geprüft und deren Kosten verglichen. Der Zapcharger Pro hat klar am besten abgeschnitten: Gesamthaft gesehen ist er das kostengünstigste System. Auch das Lademanagement überzeugt. Zudem ist die Ladelösung einfach zu bedienen und technisch ausgereift“, erklärt Reto Seiler, Projektleiter Energie bei der Zürcher Wohnbaugenossenschaft ABZ, die in Zürich an der Toblerstrasse erstmals eine Garage mit Elektroladestationen ausgerüstet hat.

Jedes 10. Auto fährt elektrisch
Den Technologieschub, den das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz für die Wind- und Photovoltaiktechnologie ausgelöst hat, haben die Norweger im Bereich E-Mobilität mit ihren Förderprogrammen angestossen. Jedes 10. Auto auf den Strassen Norwegens ist inzwischen elektrisch unterwegs. Und die Entwicklung schreitet rasant voran: 50 % der Neuzulassungen sind bereits E-Autos. Kein Wunder also, wurde der Zapcharger Pro, der mit einer Anschlussleistung von 63 Ampere bis zu 100 Elektrofahrzeuge gleichzeitig laden kann, in Norwegen entwickelt. Novavolt aus Zürich zeichnet in der Schweiz für den Vertrieb der Zapcharger.

Dynamischer Phasenausgleich
Dank dem dynamischen Phasenausgleich und dem intelligenten Lademanagement kann die verfügbare Kapazität optimal genutzt werden. Florian Kienzle von Novavolt erklärt: „Die Leistung pro Ladeplatz beträgt rund 1.5 kW, so dass ein Auto über Nacht mit durchschnittlich 15 kWh geladen werden kann, womit das E-Auto rund 75 km fahren kann.“ In der Schweiz ist ein Auto täglich durchschnittlich 35 km unterwegs … „Es wäre auch kein Problem, würden in einer Tiefgarage gleichzeitig dreissig Teslas geladen“, erklärt Florian Kienzle von Novavolt. „Das intelligente Management der vernetzten Ladestationen sorgt dafür, dass die zur Verfügung stehenden Kapazitäten optimal genutzt und das System nicht überlastet wird. Bei einphasig ladenden Fahrzeugen sorgt das System dafür, dass die drei Phasen immer möglichst symmetrisch belastet werden.“



Ausstattung E-Ladesystem Toblerstrasse Zürich
Die gesamte Tiefgarage an der Toblerstrasse umfasst 95 Parkplätze, davon sind:

  • 43 elektrisch erschlossen
  • 20 mit der Grundplatte für die Ladestation ausgestattet
  • 3 mit einer Ladestation voll ausgerüstet.

Technische Daten

  • Die max. Ladeleistung einer einzelnen Ladestation beträgt 22 kW (abhängig davon, wie viele andere Teilnehmer im Lademodus sind).
  • Der Ladevorgang wird mit persönlicher RFID-Karte oder Handy-App gestartet (Fremdladen nicht möglich).
  • Das Ladekabel ist verriegelt (Diebstahlschutz).


Modularer Ausbau möglich

Die Installation der Zapcharger ist deutlich einfacher als die Installation anderer Ladesysteme: „Für die Grundinstallation wird ein Stromstrang für die Ladestation abgezweigt. Der Strom wird dann über ein Flachkabel, das im Falle der ABZ an der Decke der Tiefgarage installiert wurde, im Raum verteilt. Jeder Parkplatz, der von uns als Elektroladeplatz vorgesehen wurde, verfügt über eine Anschlussdose, die auch an der Decke angebracht wurde.“ 3 Parkplätze sind bereits mit einer Ladestelle ausgerüstet und vermietet. Bei weiteren 17 Parkplätzen hat ABZ bereits eine Rückplatte angebracht, auf der bei Bedarf ohne jegliche elektrische Arbeiten die eigentliche Ladestelle jederzeit installiert werden kann. Noch einmal 23 Parkplätze sind elektrisch erschlossen, sprich können einfach nachgerüstet werden. Für die Erweiterung werden keine neue Unterverteilung und keine Leistungserhöhung nötig sein, auch wenn in den nächsten Jahren alle E-Ladeplätze vermietet werden.

25 Franken pro Monat
Die ABZ vermietet die Ladestellen den Mietern für 25 Franken pro Monat. Die Ladevorgänge werden über eine Cloud-Lösung von Zaptec erfasst. „Jede Person, die ein Elektroauto besitzt, erhält so ihre eigene Abrechnung. Die Beträge des werden einmal jährlich in Rechnung gestellt“, erklärt Reto Seiler. „Das Ladesystem von Zaptec überzeugt uns, wir werden sicher auch weitere Tiefgaragen in unseren Siedlungen schrittweise nachrüsten, da wir davon ausgehen, dass der Bedarf rasch zunehmen wird“, ist Reto Seiler überzeugt. Noch dieses Jahr wird die ABZ übrigens 95 kW Photovoltaikleistung auf den Häusern an der Toblerstrasse installieren, die im Rahmen eines Zusammenschlusses für den Eigenverbrauch direkt vor Ort verbraucht werden. Die Leistung wird 2020 auf 304 kW erhöht werden.

Tiefe Kosten
Der lange vorausgesagte, aber noch nicht eingetroffene Durchbruch der Elektromobilität findet jetzt statt. Gerade einfache Ladesysteme für Mehrfamilienhäuser wie die von Zaptec werden den Hype noch zusätzlich beflügeln. Aber auch die tiefen Kosten werden sich rumsprechen: Bei Mietkosten von CHF 25 pro Monat für die Ladestelle, CHF 2.50 für durchschnittlich 10 kWh täglich (25 Rp./kWh) – was einer Reichweite von 50 km entspricht –, ergibt das monatliche Kosten von rund CHF 100. Notabene ohne Anschaffungskosten des Gefährts, dessen Unterhalt im Vergleich mit einem Benzin- oder Dieselfahrzeug erst noch vernachlässigbar ist.

Text: Anita Niederhäusern, Herausgeberin und leitende Redaktorin ee-news.ch

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