15. Mai 2018

Beim H2future-Projekt liefert Verbund den Strom aus erneuerbaren Energien und ist zudem für die Entwicklung von netzdienlichen Services verantwortlich. ©Bild: Verbund

H2future: Baustart der grössten Wasserstoffpilotanlage in Linz

(PM) Das Projektkonsortium H2future, zu dem Voestalpine, Siemens, Verbund sowie Austrian Power Grid und die wissenschaftlichen Partner K1-MET und ECN gehören, hat am Voestalpine-Standort Linz mit dem Bau der grössten Pilotanlage zur Herstellung von grünem Wasserstoff begonnen. Mit sechs Megawatt Anschlussleistung sei es die wirkungsvollste und modernste Anlage ihrer Art, so H2future.


Die Partner aus Industrie und Energiewirtschaft wollen damit an künftigen Breakthrough-Technologien forschen, um den globalen Klimazielen langfristig gerecht zu werden. Der Vollbetrieb der Anlage ist für Frühjahr 2019 geplant.

Meilenstein zur schrittweisen Dekarbonisierung der Stahlindustrie
Weltweit werden jährlich über 600 Milliarden Kubikmeter Wasserstoff verbraucht, von denen mehr als 95 Prozent durch einen CO2-lastigen Prozess hergestellt werden. Auf dem Werksgelände der Voestalpine in Linz entsteht nun die derzeit grösste und modernste Elektrolyseanlage zur Erzeugung von grünem – sprich CO2-freiem – Wasserstoff. Mit dem Projekt werden künftig die Einsatzmöglichkeiten von grünem Wasserstoff in den verschiedenen Prozessstufen der Stahlerzeugung sowie das Zusammenspiel mit dem Regelenergiemarkt des Stromnetzes getestet. Für die Bereiche Industrie, Transport und Energie ist CO2-freier Wasserstoff ein wichtiger Energieträger der Sektorkopplung und kann wesentlich zum Erreichen der Klimaziele beitragen. Die neue Anlage soll ein technologischer Meilenstein auf dem Weg zur Energiewende und damit zur schrittweisen Dekarbonisierung der Stahlindustrie sein.

Klare Vision
Nach dem Projektstart zu Beginn 2017 (siehe ee-news.ch vom 11.2.2017 >>) schreitet der Bau der Pilotanlage am Voestalpine-Standort Linz inzwischen zügig voran. Das Fundament steht und die Errichtung der Hallenkonstruktion läuft. In den Sommermonaten werden die Kernkomponenten zur Elektrolyse geliefert und noch binnen Jahresfrist soll die Inbetriebnahme beginnen. Der Start des umfangreichen zweijährigen Versuchsprogramms ist für Frühjahr 2019 geplant. Das Ziel des Projekts ist es, echte Breakthrough-Technologien zu erforschen, die in etwa zwei Jahrzehnten im grosstechnischen Stil anwendbar sein könnten. Die Zukunftsvision des Technologie- und Industriegüterkonzerns Voestalpine sieht vor, von Kohle bzw. Koks über Brückentechnologien mit Erdgas (z. B. heute schon in der Direktreduktionsanlage in Texas) letztlich zur möglichst umfassenden Anwendung von grünem Wasserstoff zu gelangen. „Voraussetzung dafür ist, dass erneuerbare Energie in ausreichendem Umfang und zu konkurrenzfähigen Bedingungen als Basis zur Verfügung steht“, ergänzt Herbert Eibensteiner, im voestalpine-Vorstand zuständig für die Steel Division.

Herzstück mit enormem Wirkungsgrad
„In der Anlage schlägt ein hochtechnologisches Herz von Siemens. Wir spalten mit Hilfe von grünen Elektronen Wasser in seine Grundkomponenten Wasserstoff und Sauerstoff“, erklärt Wolfgang Hesoun, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG Österreich. Für die Forschungsanlage in Linz hat Siemens das derzeit grösste PEM (Proton Exchange Membrane)-Elektrolysemodul entwickelt. Mit einer Anschlussleistung von sechs Megawatt können damit 1200 Kubikmeter grüner Wasserstoff pro Stunde produziert werden. Bei der Umwandlung von Strom in Wasserstoff wird ein Rekord-Wirkungsgrad von 80 Prozent angestrebt.

Der Wasserstoff kann gespeichert werden und ist vielseitig einsetzbar: Als Grundstoff in der Industrie wie in Linz, aber auch als Treibstoff in der Mobilität oder als Energieträger bei der Strom- und Gasversorgung. Siemens geht davon aus, dass der globale Bedarf für Wasserstoff sich bis 2050 auf rund 6 Billionen Kubikmeter verzehnfachen wird. Anlagen, wie jene in Linz seien die Voraussetzung, um den steigenden Bedarf nahezu CO2-neutral abdecken zu können.

Grünstrom für grünen Wasserstoff
Erst durch die Elektrolyse von Wasser mit Strom aus erneuerbaren Quellen entsteht grüner Wasserstoff. Verbund, als Österreichs grösstes Stromunternehmen und einer der führenden Hersteller von Strom aus Wasserkraft in Europa, erzeugt mit seinen 128 Wasserkraftwerken knapp 100 % seiner Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen. „Um volatile erneuerbare Energie aus Wind- und Sonnenkraft ins Energiesystem integrieren zu können, brauchen wir in Zukunft noch mehr Speichermöglichkeiten. Neben unseren Pumpspeicherkraftwerken in den Alpen und Batteriespeicher-Lösungen unterschiedlicher Dimensionen sehen wir grosses Potenzial in der Energiespeicherung mit grünem Wasserstoff“, so Wolfgang Anzengruber, CEO Verbund. Beim H2future-Projekt liefert Verbund den Strom aus erneuerbaren Energien und ist zudem für die Entwicklung von netzdienlichen Services verantwortlich. Über Demand-Side-Management wirkt der PEM-Elektrolyseur als dynamische Regellastkomponente, um zum Ausgleich von Schwankungen im zunehmend volatileren Stromnetz beizutragen.

Text: Verbund AG

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