Die SNB verwaltet ein Vermögen von CHF 843 Mrd. und über 1700 beruflichen Vorsorgeeinrichtungen der Schweiz. Ihr Einfluss bei der Ausrichtung des Finanzplatzes Schweiz auf die Ziele des Pariser Abkommens und den Verlauf der Energiewende ist immens.

Studie: Nationalbank verursacht höhere CO2-Emissionen als die Gesamtemissionen der Schweiz

(PM) Eine neue Studie von Artisans de la transition und fossil-free.ch zeigt, dass die CO2 lastige Anlagepolitik der Schweizerischen Nationalbank CO2-Emissionen zur Folge hat, die höhere sind, als die Gesamtemissionen der Schweiz. Pikant: Von 2015 bis 2017 hätte die SNB durch die Umschichtung ihrer klimaschädlichsten Anlagen in klimafreundliche Unternehmen ihr Ergebnis um CHF 20 Mrd. verbessert. (Texte en français >>)


Das identifizierbare untersuchte Aktienportfolio der Schweizerischen Nationalbank (CHF 92 Milliarden oder 60% der Aktienanlagen der Bank SNB bei einem Gesamtvermögen von 843 Milliarden) verursachte im Jahr 2017 48.5 Millionen Tonnen CO2-Emissionen (Gesamtemissionen Schweiz: 48.3 Millionen Tonnen CO2).

Hätte die SNB die 7.4 Milliarden Franken, die sie in die am meisten CO2-emittierenden Unternehmen investiert hat, in sehr klimafreundliche Unternehmen reinvestiert, hätte sie die Emissionen ihres Aktienportfolios halbiert und dabei das Finanzergebnis der letzten drei Jahre (1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2017) um 20 Milliarden Franken verbessert.

Deutlich mehr als in der Studie 2016
Diese Resultate bestätigen und übertreffen die im Dezember 2016 im ersten Bericht “USA-Finanzanlagen der Schweizer Nationalbank in fossile Unternehmen: Ein Desaster für Rendite und Klima” der Artisans de la transition veröffentlichten Zahlen.

Die SNB verwaltet ein Vermögen von 843.3 Milliarden Franken und damit mehr als die 1700 beruflichen Vorsorgeeinrichtungen der Schweiz. Der Einfluss der SNB bei der Ausrichtung des Finanzplatzes Schweiz auf die Ziele des Pariser Abkommens und den Verlauf der Energiewende ist deshalb immens.

SNB hinkt hinten nach
Weltweit haben wichtige Akteure wie Zentralbanken und Finanzaufsichtsbehörden - wie im Pariser Abkommen gefordert - damit begonnen, Finanzflüsse im Kampf gegen den Klimawandel umzuleiten. Die Weltbank beispielsweise wird die Finanzierung von Öl- und Gasinfrastrukturen ab 2019 einstellen. Die SNB als Verwalterin des achtgrössten Vermögens der Welt hinkt der internationalen Entwicklung hinterher.

Mit der Vernachlässigung von Klimarisiken untergräbt die SNB die Wirksamkeit der Schweizer Klimapolitik, nimmt eine enorme Verschwendung öffentlicher Gelder in Kauf und schadet den Interessen der Schweiz.

Text: Artisans de la transition und fossil-free.ch

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