10. Mär 2018

Im Fuss des Stahlbetonturmes einer Windkraftanlage sind 4 feuerbeständige IT-Sicherheitsschränke aufgestellt. Die Daten sind in den IT-Safe-Schränken vor fremdem Zugriff und EMV-Störungen geschützt. ©Bild: Westfalenwind GmbH

Windcores: Realisiert Serverraum in einer Windenergieanlage

(ee-news.ch) Windenergieanlagen können weit mehr sein als blosse ökologische Stromerzeuger. Das belegen WestfalenWind IT und der SICP – Software Innovation Campus Paderborn der Universität Paderborn mit einem gemeinsamen Weg von der Theorie bis in die Praxis. Sie realisieren Deutschlands ersten Rechenknoten und Datenspeicher in einer Windenergieanlage in Lichtenau.


Das Erfolgsbeispiel für die Kooperation zwischen Wissenschaft und Unternehmen zeigt auf, wie Herausforderungen gemeinsam in die Praxis überführt werden. Das Konzept Windcores belegt, dass IT-Systeme in einem Windpark nachhaltig und wirtschaftlich versorgt werden können. Seit Oktober 2017 ist Deutschlands erster Rechenknoten und Datenspeicher in einer Windenergieanlage in Lichtenau betriebsbereit.

Die Lösung heisst Windcores
Digitalisierung – das Schlagwort der Stunde. Doch für die höhere und oft ortsnah benötigte Rechenleistung von zukunftsweisenden Technologien ist nicht zuletzt eines erforderlich: Energie. Wie aber sind erneuerbare Energien und die laufend steigenden Energiebedarfe in Einklang zu bringen? Wie können Windkraftanlagen gestaltet werden, um einen weiteren Nutzen zu erbringen? Wie können Unternehmen steigenden Energiepreisen entgegenwirken? Die Lösung heisst: Windcores.

Genial, naheliegend, innovativ
Hinter dem Namen verbirgt sich nichts anderes als die Verschmelzung von Windenergieanlagen mit herkömmlichen Leistungsangeboten von Rechenzentren. Das Resultat: wirtschaftliche und nachhaltige IT-Outsourcing-Produkte der Verfügbarkeitsklasse III. Das Konzept hat viele Vorteile. Produzierter Ökostrom wird ortsnah verwertet, vorhandene Gebäude und Infrastrukturen werden genutzt, anstatt neue gebaut. Firmen wissen genau, wo ihre Daten liegen und ihre Rechenvorgänge stattfinden. Obendrein sind die Betriebskosten geringer. So können Stromkosten um bis zu 50 Prozent auf 15 Cent pro Kilowattstunde reduziert werden. Zudem erlaubt die sichere Integration der IT in Windparks eine nahezu verlustfreie, mehrfache Anbindung an weitere erneuerbare Energieerzeuger und den notwendigen Kommunikationsnetzen.

Idee, Konzept und …
Die WestfalenWind IT hat lange nach kompetenten Partnern gesucht, um zentrale Fragestellungen dieser Innovation für eine mögliche Pilotierung zu klären. Gemeinsam mit der Innozent OWL e.V. wurde der SICP – Software Innovation Campus Paderborn der Universität Paderborn für den nächsten Schritt identifiziert. Die Aufgabe bestand darin, Rahmenbedingungen und technische Anforderungen einer Umsetzung zu untersuchen. Die Herausforderung der IT-Manufaktur dtm lag darin, ein interferenzfreies Konzept zu erarbeiten. „Das bedeutet, die Trafostation der Windkraftanlage und der Rechenknoten dürfen sich nicht gegenseitig beeinflussen“, erklärt Gunnar Schomaker, Manager und Senior Researcher am SICP. „Das ist mit einem individuellen Konzept der dtm group aus Meckenbeuren gelungen.“

Umsetzung
Im Fuss des 13 Meter breiten und 150 Meter hohen Stahlbetonturmes sind derzeit vier feuerbeständige IT-Sicherheitsschränke aufgestellt, in denen jeweils Platz für 62 Höheneinheiten ist. Die Daten sind in den IT-Safe-Schränken vor fremdem Zugriff und vor EMV-Störungen (elektromagnetische Verträglichkeit) geschützt. Die Betriebszustände der Anlage lassen sich in Echtzeit messen und sämtliche Zugänge zu den Systemen werden beobachtet.

Die Stärke des patentangemeldeten Windcores-Konzepts ist seine hohe Flexibilität, die auf Kunden massgeschneiderte Modullösungen und Anpassungen ermöglicht. Es ist eine direkte Vernetzung mit Kunden möglich und durch die virtuelle Verbindung mehrerer Windcores im Windpark eine nahezu beliebige Skalierung denkbar. Die starke Vernetzung der unabhängigen Windcores erlaubt zudem eine aktive Gestaltung der Serviceverfügbarkeit über die Anwendungsschicht.

Testbetrieb
Erster kritischer Kunde des innovativen Projektes ist das IMT der Universität Paderborn. Das Team rund um Prof. Gudrun Oevel wird ab Inbetriebnahme einen Testbetrieb durchführen, um möglichst alle wichtigen Performancewerte und Kennzahlen zu ermitteln.

Text: ee-news.ch, Quelle: Westfalenwind GmbH

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