13. Feb 2018

Betreiber von Stromerzeugungsanlagen mit einer installierten Leistung von mindestens 100 Kilowatt können bei EWE Netz seit kurzem bei Erlösausfällen aufgrund von Abregelungen vom automatisierten Gutschriftenverfahren profitieren. Bild: EWE Netz

EWE Netz: Bis zu 50% mehr erneuerbaren Energien im Netz dank Spitzenkappung

(ee-nes.ch) Weniger ist mehr – das gilt auch bei dem jetzt grossflächig durchgeführten Konzept der Spitzenkappung. EWE Netz hat im Rahmen vom deutschen Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Projekt Enera die Spitzenkappung des Umspannwerks Manslagt in der Krummhörn in Ostfriesland erprobt. Dabei wurde gezeigt, dass dank der Spitzenkappung bis zu 50% mehr erneuerbare Energien ins Netz kappen.


Jan Adrian Schönrock, Projektleiter enera@NETZ: „Mit der Spitzenkappung können wir selten auftretende Spitzen im Netz vermeiden. Bislang war unsere einzige Antwort darauf teurer Kabelnetzausbau, da Stromnetze bis dato immer auf die Maximallast ausgelegt sein mussten. Ab sofort können in der Krummhörn weitere rund 20 Megawatt ressourcenschonend und schnell ins Netz integriert werden.“

Das im Juni 2016 vom deutschen Bundestag verabschiedete Strommarktgesetz erlaubt Betreibern bei drohender Überlastung ihrer Netze jährlich bis zu 3% der Stromerzeugung aus Sonne und Wind zu reduzieren. Der Effekt: Bei Kappung von Einspeisespitzen können rund 50% mehr erneuerbare Energien – ohne teuren Kabelnetzausbau – ans Netz angeschlossen werden.

Netz für Extremsituationen ausgelegt
Stromnetze mussten bislang für die höchstmögliche Erzeugungsspitze ausgelegt werden. Insbesondere für die Integration der wetterabhängigen Erzeugung aus Windenergie- und Photovoltaikanlagen musste das Stromnetz nur für wenige Extremsituationen – wie z.B. einen Orkan – ausgebaut werden. Überträgt man diesen Zusammenhang auf den Strassenbau, so müssten die Spuren vieler Autobahnen auf ein Vielfaches erweitert werden, damit zu jeder Zeit garantiert kein Stau entsteht.

So viel wie nötig und so wenig wie möglich
Anstatt zusätzliche Stromleitungen oder Transformatoren in der Krummhörn für diese seltenen Extremsituationen zu errichten, drosselt nun die Stromnetzleitstelle in diesen Situationen die Erzeugungsleistung, so dass die vorhandenen Betriebsmittel nicht überlastet werden. Im Energiewendeprojekt enera wird dies schrittweise durch eine automatisierte Regelung umgesetzt. Dabei gilt der Grundsatz: So viel wie nötig und so wenig wie möglich.

Automatisiertes Gutschriftenverfahren
Die Idee zur Spitzenkappung kam ursprünglich auch von EWE Netz. Das bundesweit erste Pilotprojekt führte EWE bereits 2014 bei einzelnen Erzeugungsanlagen in Wittmund und Jever durch. Übrigens: Wenn eine Anlage durch das Einspeisemanagement heruntergeregelt wird, hat der Anlagenbetreiber Anspruch auf eine Entschädigung für seinen Erlösausfall. Dies gilt auch im Fall der Spitzenkappung. Jetzt müssen Besitzer einer Windkraft-, Photovoltaik- oder Biogasanlage etwaige Entschädigungszahlungen für Ihre entgangenen Erlöse nicht mehr selbst aktiv einfordern. Denn Betreiber von Stromerzeugungsanlagen mit einer installierten Leistung von mindestens 100 Kilowatt können bei EWE Netz seit kurzem vom automatisierten Gutschriftenverfahren profitieren.

Enera ist Teil des vom deutschen Staat aufgelegten Förderprogramms „Schaufenster Intelligente Energie – Digitale Agenda der Energiewende“.

Text: ee-news.ch, Quelle: EWE Netz

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