09. Jan 2018

Quartärbohrungen sind bezüglich der Bohrtechnik vergleichbar mit Bohrungen für Erdwärmesonden und werden ab 2018 durchgeführt. Mit den gewonnenen Bohrkernen soll der jüngste geologische Zeitabschnitt der Standortgebiete rekonstruiert werden.

BFE: Erstes Quartärbohrgesuch bewilligt

(BFE) Das Quartär ist das jüngste geologische Zeitalter. Es hat vor rund 2.5 Millionen Jahren begonnen und dauert bis heute an. Im Rahmen der Standortsuche für geologische Tiefenlager will die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) diese Lockergesteinsschicht genauer untersuchen. Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hat am 22. Dezember 2017 die erste Quartärbohrung (NSG-Q 17-01) in Riniken (Kanton Aargau) bewilligt.


Mit sogenannten Quartärbohrungen werden Bohrkerne gewonnen, die Hinweise zu Erosionsprozessen und zur tektonischen Aktivität in der Vergangenheit liefern können. Vier weitere Gesuche werden zurzeit geprüft.

Keine Einsprachen eingegangen
Der Bewilligungserteilung ging ein mehrere Monate dauerndes Verfahren voraus. Das Gesuch für die Quartärbohrung Riniken wurde dabei vom Bundesamt für Energie (BFE), dem Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) und weiteren Behörden überprüft. Ausserdem wurde es während 30 Tagen öffentlich aufgelegt. Es sind dabei keine Einsprachen bei der verfahrensleitenden Behörde, dem BFE, eingegangen.

Die Quartärbohrungen sind bezüglich der Bohrtechnik vergleichbar mit Bohrungen für Erdwärmesonden und werden ab 2018 durchgeführt. Mit den gewonnenen Bohrkernen soll der jüngste geologische Zeitabschnitt der Standortgebiete rekonstruiert werden. Dadurch ergeben sich Hinweise zu deren geologischer Langzeitentwicklung. Die Standorte der Bohrstellen sind abhängig von den lokalen quartärgeologischen Verhältnissen. Sie können sich daher auch ausserhalb der geologischen Standortgebiete befinden.

Quartärbohrungen
Quartärbohrungen erreichen meist nur eine Tiefe von ein paar Dutzend Metern, in Ausnahmefällen wenige Hundert Meter. Die Bohrarbeiten, der mobile Bohrturm hat eine Höhe von 10 bis 20 Metern, dauern wenige Wochen und werden tagsüber während der normalen Arbeitszeiten durchgeführt. Die Lärmemissionen sind vergleichbar mit Landwirtschafts- oder Forstarbeiten. Nach Abschluss der Bohrung wird die Bohrstelle vollständig geräumt und der Ausgangszustand wieder hergestellt.

Text: Bundesamt für Energie (BFE)

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