05. Jan 2018

In einigen Bundesländern wird mehr als ein Fünftel des gesamten Energiebedarfs allein durch Biomasse, Sonne, Wind und Co. Bereitgestellt, womit die Erneuerbaren hier wichtigster Energieträger sind. ©Bild: AEE

Länderdaten zum Energieverbrauch: Mehr Effizienz und Erneuerbare notwendig

(AEE) Der Umstieg auf Erneuerbare Energien und die Steigerung der Energieeffizienz sind die beiden tragenden Säulen der Energiewende. Eine aktualisierte Infografik der deutschen Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) zum Primärenergieverbrauch in den Bundesländern zeigt, dass in beiden Bereichen weiterhin grosser Handlungsbedarf besteht.


So deckt mit Mecklenburg-Vorpommern zwar schon ein Land seinen Primärenergiebedarf zu mehr als einem Drittel (37 Prozent) aus regenerativen Quellen, aber in fast der Hälfte aller Bundesländer ist der Anteil noch einstellig.

Biomasse vorne
Der Grossteil des Erneuerbaren-Anteils wird stets von der Biomasse gedeckt, bei wachsendem Beitrag der Windenergie, die etwa in Schleswig-Holstein bereits knapp 40 Prozent des erneuerbaren Primärenergiebedarfs ausmacht. Bei der Entwicklung des Primärenergieverbrauchs ist in den meisten Ländern zwar eine mehr oder weniger grosse Reduktion gegenüber 2008 erreicht worden. In einigen Fällen (Brandenburg, Bremen, Nordrhein-Westfalen) hat sich diese Kennziffer aber sogar erhöht.

Als Primärenergieverbrauch wird die Gesamtmenge an Energieträgern bezeichnet, die für unseren Energiebedarf, also die Bereitstellung von Strom, Wärme und Kraftstoffen bzw. Mobilität inklusive anfallender Verluste, benötigt wird. Aus der Zusammensetzung und Entwicklung des Primärenergieverbrauchs können daher Rückschlüsse auf den Fortgang der Energiewende gezogen werden. „Es ist erfreulich, dass in einigen Bundesländern bereits mehr als ein Fünftel des gesamten Energiebedarfs allein durch Biomasse, Sonne, Wind und Co. bereitgestellt werden und die Erneuerbaren damit hier wichtigster Energieträger sind“, kommentiert AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer. Neben Spitzenreiter Mecklenburg-Vorpommern weisen auch Thüringen (23.1 Prozent) und Brandenburg (20.4 Prozent) vergleichsweise hohe Werte auf. „Da das Ziel der Energiewende jedoch eine möglichst vollständige Dekarbonisierung unserer Energieversorgung ist, bleibt selbst in diesen Vorreiterländern noch viel zu tun – ganz zu schweigen von den Regionen, in denen die Erneuerbaren bisher nur geringe einstellige Anteile des Primärenergieverbrauchs decken“, so Vohrer weiter.

Verstärkte Nutzung von Wind- und Solarenergie
Im Konzert der Erneuerbaren spielt bisher überall die Bioenergie die wichtigste Rolle. Die starke Bedeutung der Bioenergie liegt vor allem in ihrem Einsatz in den Bereichen Wärme und Verkehr begründet, in denen andere erneuerbare Energieträger noch viel Nachholbedarf haben. „Auch wenn die Bioenergie weiterhin eine wichtige Rolle spielen kann und muss, wird die weitere Transformation des Energiesektors eine verstärkte Nutzung von Wind- und Solarenergie mit sich bringen und eine verstärkte Sektorenkopplung erfordern. Nur damit lassen sich auch beim Heizen und in der Mobilität fossile Energieträger nachhaltig verdrängen“, so Vohrer

Auch bei der Effizienz sieht Vohrer noch erheblichen Handlungsbedarf: „Eine nachhaltige Energieversorgung durch Erneuerbare kann umso leichter erreicht werden, je kleiner der Energiebedarf ist. Daher muss der Primärenergieverbrauch weiter deutlich sinken.“ Von 2008-2014 konnte zwar in den meisten Ländern eine Reduktion verzeichnet werden, diese war aber nur in Hessen (-19.6 Prozent) und Baden-Württemberg (-14.6 Prozent) zweistellig, in Niedersachsen und im Saarland kratzte man an der 10-Prozent-Marke. In allen anderen Ländern gab es nur relativ geringe Reduktionserfolge. Neben Bremen verzeichneten die Braunkohle-Länder Brandenburg und Nordrhein-Westfalen sogar eine Steigerung des Primärenergieverbrauchs zwischen zwei und fünf Prozent. Vohrer verweist auf einen weiteren Zusammenhang: „Ein Kohleausstieg und ein stärkerer Einsatz Erneuerbarer Energien könnten allein dadurch die Energieeffizienz verbessern, dass bei Wind und Sonne im Gegensatz zu konventionellen Grosskraftwerken kaum Eigenenergieverbrauch anfällt und so weniger Primärenergie für die Deckung des Strom-, Wärme- und Mobilitätsbedarfs notwendig ist.“

Text: Deutsche Agentur für Erneuerbare Energien (AEE)

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